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„HR muss sich jetzt einmischen, um die Weichen für eine humane Arbeitswelt zu schaffen“

Sven Franke und Miriam Schilling gehören zum neuen Vorstand der Initiative „Wege zur Selbst GmbH“ (wir berichteten). Im Interview berichten sie, welche Ziele sich das HR-Netzwerk setzt und wie die Corona-Pandemie HR in ihren Augen verändern wird.   

HRP: Herr Franke, Frau Schilling – welche Themen haben Sie sich auf Ihre Agenda gesetzt?

Franke/Schilling: Die Mitglieder melden uns gerade eine positive Aufbruchsstimmung zurück. Das Interesse an der Gestaltung des Netzwerkes ist groß und das spüren wir. Umgekehrt können wir mit neuen Themen und Impulsen dem Netzwerk neue Attraktivität verleihen. Wir wollen „junge Personalprofis gewinnen“, einen „Mehrwert für HR-Teams generieren“, „Sichtbarkeit in der politischen Diskussion erreichen“ und „innovative Formate des Netzwerkens entwickeln“. Unser nächstes Netzwerktreffen, vom 22. bis 23. Juli, wird sich zentral mit dem Thema „Netzwerken als Erfolgskompetenz für HR“ befassen.

HRP: Nun verstehen Sie sich als branchenübergreifendes Netzwerk von Personalexperten. Wie nehmen Sie aktuell die Stimmung innerhalb Ihres Vereins wahr? Wie geht es Ihren Mitgliedern – wie gut kommen sie durch die Krise?

Franke/Schilling: Wir sind nicht nur branchenübergreifend, sondern auch funktionsübergreifend unterwegs. Das bedeutet, dass wir als Mitglieder sowohl angestellte HR´ler aus allen Hierarchieebenen der Unternehmen haben, ebenso aber auch die vielbesprochenen Solo-Selbständigen. Letztere haben in der Pandemie besonders zu kämpfen. Gerade dort konnte die Selbst GmbH in den vergangenen Monaten großen Nutzen stiften. Wir haben im Netzwerk eine Gruppe, in der sich selbständige Personalprofis aus der Selbst GmbH treffen. Diese Gruppe war eine der ersten, die sich sofort virtuell verabredet und gegenseitig unterstützt hat. In der Krise hat sich ein neues Format im Netzwerk etabliert, das es allen Mitgliedern ermöglicht, konkrete Fragen an die HR-Kollegen zu stellen. Dieses Format heißt „Entre Nous“ und findet nach Bedarf vertraulich statt. Darin wurden bislang Fragen, wie Regelungen von Geschäftsreisen außerhalb der EU während der Pandemie, Zeiterfassungsmodelle, Lohnausgleichsmöglichkeiten bei Kurzarbeit und ähnliche Themen, erörtert.

HRP: Was kann HR – und auch ein Netzwerk wie die Selbst GmbH – von der Pandemie lernen und inwiefern werden wir alle davon in der Zukunft profitieren? 

Franke/Schilling: Wenn Sie zurückschauen, wer als erstes im Unternehmen gefragt war, die Krise zu organisieren, ihr eine operative Struktur zu verleihen und die Menschen arbeitsfähig zu machen, dann waren das die Menschen in HR und deren Partner an den Schnittstellen. Hier kann sich ein positiver Effekt dieser Krise entwickeln, nämlich die Stärkung der Rolle von HR im Unternehmen. Diesen Effekt wollen wir nutzen und fördern.

Netzwerken war bereits vor der Pandemie attraktiv. In den letzten 12 Monaten hat sich dabei noch einmal eine Differenzierung ergeben. Die Qualität des Netzwerkes ist entscheidend. Dort wo Teilnahme beliebig ist und sich keine Kontinuität entwickelt, kann man vielleicht als „Cherrypicker“ etwas mitnehmen, aber es wird sich kein Vertrauen und deshalb auch keine Wertschöpfung entwickeln.

Der Grad der Digitalisierung hat in den vergangenen Monaten oftmals über Erfolg und Misserfolg entschieden. Wir alle haben inzwischen gelernt, die Vorzüge und Grenzen der Medien zu nutzen und selbstbewusst anzuwenden. Aus unserer Sicht ist daraus ein hoch attraktives Selbstbewusstsein aller, der am System Arbeit beteiligten Personen, gegenüber den virtuellen Formaten entstanden. Bereits ganz früh ist zu spüren gewesen, dass sich die Menschen nicht mehr der Technik ausgeliefert fühlen, sondern diese ganz selbstverständlich zu ihren eigenen Zwecken nutzen. Das ist ein nicht zu unterschätzender Paradigmenwechsel und wird den positiven Effekt der Digitalisierung stabilisieren.

HRP: Flexibilisierung und Modernisierung der Arbeitswelt – auch das sind Schlagwörter, die auf Ihrer Website zu finden sind. Ist die Corona-Pandemie hierfür ein Treiber? Und wie stellen Sie sich unsere Arbeitswelt 2030 vor?

Franke/Schilling: Wir haben uns auf unserem letzten Netzwerktreffen sehr konkret mit genau dieser Frage auseinandergesetzt. Unsere Mitglieder haben selbst Szenarien entwickelt und dargestellt, wie sie sich die Arbeitswelt nach Corona vorstellen. Dabei wurde deutlich, dass es für Zielbilder noch zu früh ist. Klar wurde aber: „Das Spielfeld von HR hat sich signifikant vergrößert“. Das bedeutet, dass HR sich genau jetzt aktiv einmischen und provokante Thesen aufstellen muss, um die Weichen für eine humane Arbeitswelt zu schaffen. Eine Arbeitswelt in der z.B. Kontrolle nicht das Maß der Dinge ist, sondern Mut und Selbstverantwortung auf allen Ebenen.

 

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 Foto: Miriam Schilling

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Foto: Sven Franke

 

Teaserfoto: © Adobe Stock/denisismagilov

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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