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Talentmanagement: Warum sich eine ehrliche und faire Mitarbeiterbeurteilung für Führungskräfte lohnt

Mitarbeiter sind die Basis jedes Unternehmenserfolgs – manchmal aber auch einer Niederlage. Stichwort Talentmanagement: Eine Schlüsselrolle im Erkennen von Talenten nehmen die Abteilungsleiter ein. WU-Professorin Isabella Grabner vom Institut für Unternehmensführung in Wien untersuchte, wie die Mechanismen der Leistungsbeurteilung im Unternehmen funktionieren und wie Leiter zu einer fairen Beurteilung motiviert werden. Die Antwort lautet: durch in Aussicht gestellte Karriereschritte.

Abteilungsleiter haben eine zentrale Funktion in der Identifizierung von Talenten: Sie stehen im direkten Kontakt zu Mitarbeitern und haben die Aufgabe, diese im Rahmen der laufenden Leistungsevaluierung zu fördern, zu motivieren und gegebenenfalls zu sanktionieren. Diese Aufgabe können sie allerdings nur erfüllen, wenn sie ihre Mitarbeitenden auch wirklich ihren Leistungen entsprechend beurteilen.

Erkennen und Fördern von Talenten: Anreize zur differenzierten Identifizierung schaffen

Studienautorin Isabella Grabner sieht genau darin die Schwierigkeit: „Die Praxis zeigt, dass Abteilungsleiterinnen und -leiter oftmals eher konfliktscheu sind und dazu tendieren, leistungsschwache Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter zu gut zu beurteilen. So werden Leistungsunterschiede innerhalb einer Abteilung kaschiert. Für das Management wird dies zum Problem, denn das Erkennen und Fördern von Talenten wird dadurch maßgeblich erschwert.“ Grabner beschäftigt sich in ihrer Forschung mit der Rolle von Leistungsevaluierung und Anreizsystemen für die Identifizierung, Entwicklung und Bindung von Talenten im Unternehmen. In ihrer aktuellen Studie untersuchte sie, wie sich Anreize setzen lassen, damit Abteilungsleiter sich der Herausforderung stellen, ihre Teammitglieder differenziert zu beurteilen.

Abteilungsleiter: Karrierechance steigt bei differenzierter Bewertung von Mitarbeitern

Für ihre Studie analysierte Grabner Beurteilungsverhalten von rund 1.000 Abteilungsleitungen. Im zweiten Schritt untersuchte sie mit ihrem Team die Konsequenzen dieses Verhaltens auf die eigene Leistungsbeurteilung durch das Management, sowie die Beförderungschancen der Abteilungsleiter. Im Fokus stand die Frage, wie differenziert diese ihre Mitarbeitenden bewerten und welche Folgen dies für ihre eigene Karriere hatte. „Um sicherzustellen, dass die differenzierte Beurteilung der Mitarbeitenden auch ihren Leistungen entspricht, setzen die Unternehmen sogenannte Calibration Committees ein. Diese reflektieren gemeinsam mit der Abteilungsleitung die Bewertungen und können so deren Beurteilungsverhalten evaluieren“, erklärt Grabner. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass jene Abteilungsleitungen, die differenziert bewerteten, für das Wahrnehmen ihrer Rolle im Talentmanagement mit Karriereschritten belohnt werden.“

Quelle: Prof. Isabella Grabner, „Erfolgsfaktor Talentmanagement“, HR Performance Spezial Nachwuchs gewinnen 3/2020