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Mehr Resilienz täte uns allen gut

Gesundheit im Betrieb war bis vor 10 Jahren eher ein Randthema. Heute ist Resilienz wichtiger denn je und längst zum Erfolgsfaktor geworden: Wie BGM, Mental Health und gesunde Führung Unternehmen und Mitarbeitende stärken.

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Frau reckt vor buntem Hintergrund die Faust in die Luft und zeigt sich resilient
Foto: ©AdobeStock/Julia

Als 2016 parallel zur Messe „Personal Süd“ in Stuttgart erstmals die „Corporate Health Convention“ mit über 150 Ausstellern stattfand, rieben sich manche verwundert die Augen. Je nach Größe des Betriebes arbeitete damals noch die Personalabteilung mit dem Betriebsarzt zusammen. Gesundheit im Betrieb war bis vor 10 Jahren eher ein Randthema. Heute verstehen sich die Messen Zukunft Personal als Fachmessen für HR, Arbeit und Gesundheit. BGM, Resilienz, Mental Health, Fehlzeitenmanagement, gesunde Führung, gesunde Ernährung, Fitness, Stressprävention und die Gesundheitsförderung für Mitarbeitende gehören inzwischen zum betrieblichen Alltag.

Wie eine Eiche dem Sturm trotzen oder als Bambus elastisch bleiben

Unternehmen und Mitarbeitende wünschen sich Resilienz. Laut Wikipedia bezeichnet Resilienz die Fähigkeit eines Menschen, mit Belastungen, Krisen, Rückschlägen oder Veränderungen umzugehen und sich davon zu erholen. Wichtige Faktoren der Resilienz sind demnach eine optimistische Grundhaltung, Selbstwirksamkeit (das Vertrauen, Herausforderungen durch eigenes Handeln beeinflussen zu können), Emotionale Regulation (Gefühle wahrzunehmen und steuern, ohne sie zu verdrängen), soziale Unterstützung, Akzeptanz und die Lösungsorientierung. Wir sind dem Schicksal nicht einfach ausgeliefert, selbst wenn es schwere Momente gibt. Wir scheitern viel, bei dem Bemühen, alles was gestern war, zu bewahren.

Beim Aufstehen erfinden wir uns neu

Mit Blick auf die Wirtschaft bedeutet Resilienz, nicht mehr in die ursprüngliche Form zurückzukehren. Es mag menschlich sein, sich am Status quo festzuklammern, während sich bereits die Arbeitsplätze verändern. Aber niemand von uns will in einem „Industriemuseum“ leben. Vor 200 Jahren waren etwa 60 bis 80 Prozent der Bevölkerung in den deutschen Staaten direkt oder indirekt in der Landwirtschaft tätig. Heute arbeiten weniger als 1 Prozent in der Landwirtschaft, rund 20 Prozent in der Industrie und etwa 75 Prozent im Bereich Dienstleistungen. Wie gesagt, wir federn nicht zum Status quo zurück. Wir bewegen uns zu etwas Neuem, Besserem. Beim Aufstehen erfinden wir uns neu.

Agenda des Aufbruchs zur Modernisierung unseres Wirtschaftsstandortes veröffentlicht

Der Wirtschaftswissenschaftler Stefan Kolev hat im April gemeinsam mit dem Princeton-Professor Markus Brunnermeier die „Agenda des Aufbruchs“ veröffentlicht: einen Zehn-Punkte-Plan zur Modernisierung unseres Wirtschaftsstandortes. In einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger vom 27. Mai sagte Kolev: „Wenn die Bürger verstehen, dass Resdilienz ein erstrebenswerter Prozess ist, dann ‚bestellen‘ sie als Souverän eine resilientere Politik und das müssen die Politiker dann umsetzen. Ein so breites Umdenken ist allerdings eine lange Reise. Und wir haben wenig Zeit…Der Staat muss den Menschen neue Freiräume geben, damit der Einzelne in sich selbst investieren und so resilient werden kann…Die Politik sollte Wege nicht verbauen, sondern mit guten Rahmenbedingungen für alle darauf vertrauen, dass Menschen wie Sie und ich ihre Probleme sehr oft selbst lösen können.“

Alltag ganz ohne Stress – Fehlanzeige

Resilienz bleibt eine permanente Herausforderung. Unternehmen können und müssen die Soft Skills ihrer Mitarbeitenden fördern.Junge Menschen erwarten in ihrer Ausbildungsstelle authentische Einblicke, wertschätzende Kommunikation – einfach eine erlebbare Unternehmenskultur. Betriebsräte gehören zur Erfolgsgeschichte deutscher Unternehmen. Wenn eine Betriebsratsgründung ins Leere läuft, verlieren Mitarbeitende und Unternehmen. Wer es nicht schafft, die richtige Balance zu finden, sollte sich Unterstützung holen. Viele Wege führen nach Rom. Die traditionelle Chinesische Medizin (TCM) lehrt, das auch jede Menge Lebensenergie durch uns hindurchfließt, das sogenannte Qi. Mit Qigong, einer Kombination aus Atem-, Bewegungs- und Meditationsübungen können wir sie stärken und ins Gleichgewicht bringen. Die fünf Elemente des Qigong lauten:

1. Achte auf deinen Körper und lass die Lebensenergie fließen (Gesundheit).

2. Werde langsam, wenn es hektisch wird (Harmonie).

3. Höre in dich hinein (Stille).

4. Lächle auch dann, wenn du selbst oder dein Gegenüber schlechte Laune hat (Lebensfreude).

5. Achte die kleinen Dinge genauso wie die großen (Bescheidenheit).

Viel Erfolg!

Franz Langecker, Chefredakteur HR Performance

Franz Langecker

Chefredakteur HR Performance

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