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Kultur der Schuldzuweisung : IT-Führungskräfte haben Angst, Fehler einzugestehen

Besorgniserregend ist, dass nicht nur eine “Kultur der Schuldzuweisung” zu großen Herausforderungen führt. 44 % der IT-Führungskräfte sagten, dass ihre Organisation bei der Softwareentwicklung immer noch Geschwindigkeit vor Qualität stellt.

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Ein Mann im Anzug blickt überrascht und zeigt auf sich, während mehrere Hände von links vor einem grauen Hintergrund anklagend in seine Richtung weisen und so die Spannung der Schuldzuweisung verkörpern.
Foto: ©AdobeStock/olly

Gegenseitige Schuldzuweisungen behindern Innovationen, verursachen Sicherheitsprobleme und können zu größeren Zwischenfällen führen, wie eine neue Studie zeigt. 44 Prozent der Befragten gibt demnach an, dass bei der Softwareentwicklung Geschwindigkeit vor Qualität geht, sodass Unternehmen Risiken ausgesetzt werden.

Vier von zehn IT-Führungskräften haben aufgrund einer Kultur der „Schuldzuweisung“ und „Angst“ in ihren Unternehmen große Bedenken, ihre Fehler einzugestehen, so eine neue Studie von Adaptavist, dem Anbieter von Technologien und Lösungen für die digitale Transformation. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf Innovationen, die Qualität der Ergebnisse, die Leistung sowie die psychologische Sicherheit und birgt die Gefahr, die Widerstandsfähigkeit der IT zu untergraben, wie die Studie mit 400 IT-Führungskräften in Großbritannien, den USA und Deutschland ergab.

Tatsächlich zeigt die von Censuswide durchgeführte Studie, dass 44 % der Befragten glauben, dass mangelnde psychologische Sicherheit Innovationen in ihrem Unternehmen behindert. 42 % sind der Meinung, dass die Angst, Fehler einzugestehen, die Cybersicherheit ihres Unternehmens gefährdet.

Geschwindigkeit vor Qualität

Besorgniserregend ist, dass nicht nur eine “Kultur der Schuldzuweisung” zu großen Herausforderungen führt. 44 % der IT-Führungskräfte sagten, dass ihre Organisation bei der Softwareentwicklung immer noch Geschwindigkeit vor Qualität stellt. Die Tatsache, dass Aufgaben schnell erledigt werden müssen, birgt oft die Gefahr von Fehlern, insbesondere in Kombination mit der hohen Arbeitsbelastung, mit der IT-Teams häufig konfrontiert sind. In der Tat gaben 39 % der Führungskräfte zu, dass sie befürchten, dass die übermäßige Arbeitsbelastung ihres Teams zu einem größeren Vorfall führen könnte.

In Großbritannien ist die Situation in Bezug auf technische und kulturelle Herausforderungen noch gravierender, da britische IT-Führungskräfte im Vergleich zu ihren US-amerikanischen und deutschen Kollegen durchweg größere Bedenken äußerten. So gaben beispielsweise 54 % der britischen IT-Führungskräfte an, dass der Mangel an psychologischer Sicherheit Innovationen behindere, verglichen mit 42 % der US-amerikanischen und 37 % der deutschen Befragten. Ebenso fürchten 47 % der britischen IT-Führungskräfte, Fehler einzugestehen, verglichen mit 39 % der US-amerikanischen und 36 % der deutschen.

Männliche IT-Führungskräfte zeigten auch eine signifikant höhere Angst davor, Fehler einzugestehen (45 %), als ihre weiblichen Kolleginnen (29 %), was auf geschlechtsspezifische Unterschiede in der Wahrnehmung psychologischer Sicherheit am Arbeitsplatz hindeutet.

Jon Mort, CTO von Adaptavist, sagt dazu: „Die Kultur der Technologiebranche, die von übermäßiger Arbeitsbelastung, Angst und Schuldzuweisungen geprägt ist, hat sich in den letzten Jahrzehnten aufgrund der hohen Risiken im IT-Bereich entwickeln können. Dies ist und war schon immer eine äußerst schädliche Denkweise, die die Sicherheit, Innovation und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz gefährdet.“

Radikale Offenheit als Schlüssel

Mort argumentiert weiter, dass „radikale Offenheit“ – ein kommunikativer Rahmen für gezieltes und aufrichtiges Lob sowie freundliche und klare Kritik – der Schlüssel zur Verbesserung der Tech-Kultur ist. Er fährt fort: „Die Annahme eines Ansatzes der ‚radikalen Offenheit‘ ist der Schlüssel zur Schaffung einer effektiven Feedbackschleife, die Effizienz und Lernen in den Vordergrund stellt, ohne jemals ‚Schuldzuweisungen‘ auszusprechen.“

Ein besonders interessantes Ergebnis der Studie war, dass 41 % der IT-Führungskräfte angaben, dass ihre Organisation bereits einen radikalen Ansatz der Offenheit bei der Bearbeitung von Feedback unterstützt, während 55 % zugeben, dass dies nicht unbedingt der Fall ist. Andererseits gab jede vierte IT-Führungskraft an, dass ihre Organisation immer noch eine Kultur des „Schuldzuweisens“ anstelle des „Lernens“ befürwortet. Dies deutet darauf hin, dass es in Bezug auf die Tech-Kultur immer noch eine Diskrepanz zwischen Erwartungen und Realität gibt.

 

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