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KI und das Silicon Valley : Das Öl mag eines Tages ausgehen. Die Ideen in unseren Köpfen sind unendlich.

Im Februar vor zehn Jahren besuchte ich zum ersten Mal das Silicon Valley. Diese Region gilt als Brutstätte des Internets und der Digitalisierung im positiven Sinn. In meinem Bericht über diese Reise in der HR Performance 5/2016 taucht kein einziges Mal der Begriff AI (KI) auf. Eigentlich nicht vorstellbar, wenn man sieht, wie dieses Thema heute unser ganzes Leben durchwirkt.

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Risikoschilder aufgestellt, Weg geht drumherum
Foto: ©AdobeStock/Andrii Yalanskyi

Bei den Gesprächen mit Gründern, Forschern und Wissenschaftlern vor Ort hat niemand von einem zukünftigen AI Hype geprochen. Das zeigt, wieviel Potenzial im „Noch-nicht-Wissen“ steckt.

„Moon Shots“ sind das Ziel

Viele Ökonomen, UnternehmerInnen und PolitkerInnen hier sind frustriert, weil ihr klassisches Wachstumsmodell versagt. Ihnen fehlen die Vision, der Geist des Aufbruchs und der Glaube an „New Frontiers“. Ihnen fehlt die „Mentalität“ des „Valley“. Dort glauben sie an die Zukunft. Sie sehen die Chancen. Sie lieben die Herausforderungen. Sie arbeiten an den „Moon Shots“. Sie lassen sich von den „Schwarzsehern“ nicht aufhalten. Die Erfahrung zeigt, dass sie mit ihren Träumen das Leben von Milliarden Menschen bewegen und verändern. Der Erfolg gibt ihnen recht. Der Misserfolg ist lediglich eine Erfahrung, wie es nicht geht.

Im Gebäude von SuccessFactors habe ich damals den Spruch von Michael Phelps an der Wand abfotografiert: „I won‘t predict anything historic, but nothing is impossible.“ Damals las sich das noch wie ein Zitat unter vielen. Monate später wurde er der erfolgreichste Olympionike mit 28 Medaillen, davon 23 Mal Gold. Im „Valley“ sind Scheitern und Erfolg untrennbar miteinander verbunden. Das zeigen alle Geschichten – auch die von Elon Musk. Vieles gelingt uns nicht, weil wir es gar nicht versuchen. Dort sind so viele Bälle im Spiel, dass immer wieder einer im Tor landet. Welcher es sein wird, lässt sich nicht so genau vorhersagen. Wie die Geschichte zeigt.

KI ist Kollege und Konkurrent gleichermaßen

Vielleicht hatten Sie Gelegenheit, die Sendungen des ZDF: „Frisst KI unsere Jobs?“ am 01.05.2026 und am 05.05.2026 „Am Puls – Deutschland diskutiert: KI -Kollege oder Konkurrent?“ zu sehen. Falls nicht, lohnt es sich, sie noch in der Mediathek aufzurufen. Beide Sendungen waren gründlich recherchiert, gut vorbereitet und beeindruckend moderiert. Natürlich erschrickt man als Betrachter angesichts der Wucht, mit der KI auf unsere Arbeits- und Lebenswelt einwirkt. Positiv betrachtet stecken in dieser Technologie ungeheuere Potenziale, für uns, für unser Land und seine Wirtschaft.

Natürlich gibt es auch das Bedrohliche. Das steckt schließlich auch in jedem Messer. Es liegt an uns allen, das Beste aus diesen Entwicklungen zu machen. KI erweist sich als Werkzeug, das uns hilft, viele Probleme und Herausforderungen zu lösen. Noch stehen wir am Anfang dieser Entwicklungen. Dabei sollten wir genug Raum für Träume lassen. Die Albträume lassen sich meistern. Sie sollten uns nicht vom Träumen abhalten. Es geht um unsere Zukunft. Und es wäre nicht die erste Ölkrise, die wir meistern. Das Öl mag eines Tages ausgehen. Die Ideen in unseren Köpfen sind unendlich. In Labors, „Garagen“ und Betrieben entstehen schon die Produkte und Lösungen von Morgen. Wir müssen sie nur zulassen und finanzieren. Nach dem Schreck folgt der Aufbruch. Als Angehöriger der Nachkriegsgeneration  habe ich schon viele erfolgreiche Auf-und Umbrüche in diesem Land erlebt. Seien wir zuversichtlich!

Where will Innovation take us next?

Auch diesen Spruch habe ich damals in der Uni in Stanford abfotografiert. Radio Eriwan würde hier sagen: „Es kommt darauf an, was wir daraus machen.“

Je mehr wir uns mit KI beschäftigen, desto klarer sehen wir die Stärken und Schwächen. Vorsicht, in diesem System herrscht keine Gleichberechtigung per se. Dafür braucht es Menschen. Wer genau hinblickt, erlebt eine Renaissance des Menschlichen in der Lern- und Arbeitswelt. Gönnen Sie sich die Zeit und blättern Sie die aktuelle, digitale Ausgabe der HR Performance 2/2026 durch. Lassen Sie sich von den Gedanken und Erfahrungen unserer AutorInnen inspirieren. Es liegen soviele Chancen in der Zukunft. „Niemand weiß, was er kann, bevor er‘s versucht.“ Dieser Satz stammt von Publilius Syrus. Er lebte ca. 85-43 v.Chr. Er kam als syrischer Sklave nach Rom. Durch sein Talent wurde er freigelassen und mit seinen „Sätzen“ und seiner Dichtung erlangte er Berühmtheit.

Wer in diesen Tagen oder noch heute die Messe LEARNTEC in Karlsruhe besucht, erlebt, wie Lernen und KI einen neuen Boom auslösen. Dabei verschiebt sich der Kern des Lernens weg von statischen Inhalten hin zu dynamischen, KI-gesteuerten Systemen. Lernen wird individualisiert und KI zum Coach. Der Content ist nicht mehr fix, sondern generativ. Dabei bleiben unsere menschlichen Kernkompetenzen zentral.

Franz Langecker, Chefredakteur HR Performance

Franz Langecker

Chefredakteur HR Performance

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