„Personalarbeit in Krisenzeiten bedeutet für uns, Haltung zu zeigen“ : Drei Fragen an Julia Schoel, seit dem 1. Januar 2025 neue Personalleiterin der Kliniken Südostbayern AG
Wir haben mit Julia Schoel, Personalleiterin der Kliniken Südostbayern AG, im Kurz-Interview gesprochen: zu geplanten Veränderungen, ihren Tools-Tipps und Personalarbeit in Krisenzeiten.

HRP: Welche Veränderungen streben Sie bei den Kliniken Südostbayern an, speziell im HR-Bereich?
Julia Schoel: Wir verfolgen das Ziel, den HR-Bereich der Kliniken Südostbayern AG moderner, noch serviceorientierter und insgesamt stärker auf die Bedürfnisse unserer Mitarbeitenden auszurichten. Im Fokus steht dabei, unsere Teams bestmöglich zu unterstützen und die Rahmenbedingungen für gute Arbeit weiter zu verbessern.
Dazu gehört für uns, unsere Führungskräfte in ihrer Rolle als Multiplikatoren einer wertschätzenden Kultur gezielt zu stärken. Genauso wichtig ist es, administrative und überholte Prozesse zu verschlanken und konsequent digitaler zu gestalten – damit wir Zeit für das bekommen, was wirklich zählt: die Menschen in unseren Teams.
Insgesamt entwickeln wir HR zu einem verlässlichen, vorausschauenden Partner für alle Bereiche weiter – mit klaren Strukturen, modernen Tools und einem starken Anspruch an Zusammenarbeit, Professionalität und Servicequalität.
HRP: Welche Tools, Apps oder Produkte sind für Sie in der Personalarbeit wichtig?
Schoel:In moderner Personalarbeit spielen digitale Tools und benutzerfreundliche Anwendungen eine zentrale Rolle. Wichtig sind für uns vor allem Systeme, die Abläufe vereinfachen, Transparenz schaffen und datenbasiertes Arbeiten ermöglichen. Dazu zählen ein zuverlässiges HR-Managementsystem für Personalstammdaten, Zeitwirtschaft und digitale Personalakten.
Ebenso wertvoll sind Lernplattformen und E-Learning-Tools, weil sie unseren Mitarbeitenden flexible Weiterbildung ermöglichen. Ergänzend setzen wir auf Lösungen, die unser internes Wissensmanagement stärken.
Entscheidend ist für uns nicht die Anzahl der Tools, sondern dass sie intuitiv, sicher und nahtlos miteinander verknüpft sind – damit wir im HR-Bereich schnell, transparent und serviceorientiert handeln können.
HRP: Wie sieht für Sie Personalarbeit in Zeiten multipler Krisen aus?

Schoel: Personalarbeit in Zeiten multipler Krisen – ob Fachkräftemangel, wirtschaftliche Unsicherheit, geopolitische Entwicklungen oder zunehmende Belastungen im Gesundheitswesen – heißt für uns vor allem: Stabilität, Klarheit und Orientierung zu schaffen. Unsere Mitarbeitenden brauchen verlässliche Strukturen, transparente Kommunikation und das Gefühl, dass ihre Sorgen ernst genommen werden.
Eine zentrale Aufgabe ist es, Resilienz im Unternehmen zu stärken: durch gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen, gute Führung, gezielte Entlastungsmaßnahmen und Angebote, die mentale wie physische Gesundheit unterstützen.
Gleichzeitig schaffen wir als HR flexible Rahmenbedingungen, damit Teams auch unter Druck handlungsfähig bleiben – etwa durch moderne Arbeitszeitmodelle, klare Priorisierung und agile Prozessgestaltung.
Kurz gesagt: Personalarbeit in Krisenzeiten bedeutet für uns, Haltung zu zeigen, Orientierung zu geben und das Miteinander zu stärken – damit Menschen und Organisation in herausfordernden Phasen verlässlich handlungsfähig bleiben.
HRP: Frau Schoel, vielen Dank für das Gespräch.
(erschienen in HR Performance 2/2026)



