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HR muss sich mehr mit KI auseinandersetzen!

Wir alle kennen die CIA. Ihre Aufgabe ist es, Informationen zu sammeln, auszuwerten und zu verstehen. Dieses Verständnis des Begriffs Intelligence im Englischen ist nicht wirklich deckungsgleich mit unserem deutschen Verständnis von Intelligenz. Für uns klingt das Ganze perfekter, als es in Wirklichkeit ist. Jede KI beruht auf unzähligen Daten.

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Überwachung durch KI
Foto: ©AdobeStock/Darren Green

Kein Tag vergeht, ohne dass uns das Thema KI auch im Alltag begegnet. In nahezu allen Bereichen unseres Lebens und der Welt finden wir KI. Allein ein Viertel der 12 Zukunftstrends für das HRM fokussieren die künstliche Intelligenz. Und wer ein attraktiver Arbeitgeber für alle Generationen sein will, verzichtet nicht auf den technischen Fortschritt, auch wenn der Schwerpunkt von Hans-Peter Machwürth hier auf der Kultur liegt.

Quereinsteiger in die IT bringen möglicherweise KI-Erfahrungen aus ganz anderen Bereichen mit, die hilfreich für die HR-Praxis sein können. Im Beitrag „Älter, produktiver, effizienter: Mit KI in die Zukunft der Arbeit“ der internationalen Normierungsorganisation „British Standards Institution“ (BSI) 2023 heißt es, dass 38 Prozent der Befragten an ihrem Arbeitsplatz bereits KI nutzen – Tendenz steigend.

Intelligenz bedeutet eigentlich, Informationen zu erfassen, zu verstehen und zu begreifen

Wir alle kennen die CIA. Ihre Aufgabe ist es, Informationen zu sammeln, auszuwerten und zu verstehen. Dieses Verständnis des Begriffs Intelligence im Englischen ist nicht wirklich deckungsgleich mit unserem deutschen Verständnis von Intelligenz. Für uns klingt das Ganze perfekter, als es in Wirklichkeit ist. Jede KI beruht auf unzähligen Daten. Und die Aussagen, die daraus gezogen werden, sind natürlich nur so gut und richtig, wie die Qualität des Datenpools. Die CIA kann davon ein Lied singen.

Menschen machen Fehler und haben ihre Schwächen. Das schlägt sich auch in der KI nieder. Anfang Juni 2024 berichtete die Süddeutsche Zeitung unter dem Titel: „Die Vermessung der Arbeit“, wie die KI den Arbeitgebern ganz neue Möglichkeiten bietet, die Leistungen ihrer Beschäftigten zu überwachen. In diesem Fall handelte es sich um das Unternehmen IBM. Dort wurde lediglich ein Lernprogramm für Mitarbeiter eingeführt. Dabei ging es aber um mehr als nur um ein Schulungstool. Das Programm lässt sich auf jede Mitarbeiterin und auf jeden Mitarbeiter zuschneiden. Es misst exakt ihre Fähigkeiten und ihre Fortschritte beim Lernen. Dabei liegt für die einen der Fokus auf dem Thema Schulung und für die anderen geht es um die Überwachung. Moderne People-Analytics-Programme können heute Personaldaten in bisher nicht gekannter Form erfassen und auswerten. Kritiker weisen darauf hin, dass das ein Eingriff in die Privatsphäre der Beschäftigten ist. Laut einer nicht repräsentativen Umfrage des britischen Softwareunternehmens Sage gaben 45 Prozent der Personalleiter an, bereits People Analytics einzusetzen.

Mehr Transparenz, Kommunikation und Mitsprache beim Thema KI

Bei diesem Thema darf sich die Personalabteilung nicht aus ihrer Verantwortung stehlen. Sie muss den Betriebsrat und den Datenschutzbeauftragten von Beginn an einbinden und für Transparenz sorgen. Der Ethikbeirat HR Tech hat für den verantwortungsvollen Einsatz Künstlicher Intelligenz Richtlinien entwickelt, die sich auf der gleichnamigen Seite finden. Diese Leitplanken und Orientierungshilfen, wie das gerade beschlossene KI-Gesetz der EU müssen ständig nachjustiert werden, da sich die Technologien rasant weiterentwickeln. Und bzgl. des Beschäftigtendatenschutzgesetzes will die Bundesregierung bis zum Herbst einen ersten Entwurf vorlegen. Die Hauptarbeit werden wohl auch hier die Gerichte mit ihren Entscheidungen leisten müssen.

KI darf keinen Leistungsdruck auslösen

Bis dato ist die Rechtslage mager. Nach 40 Jahren Erfahrung mit Software im Personalbereich darf man erwarten, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer verantwortungsvoll mit diesem Thema umgehen. In Zeiten knapper Ressourcen kann es sich kein Unternehmen leisten, durch KI einen Leistungsdruck auszulösen und ein schlechtes Arbeitsklima zu schaffen. Das Vertrauen der Mitarbeiter aufs Spiel zu setzen, schadet erst recht der Wirtschaftlichkeit, dem Ansehen und dem Erfolg eines Unternehmens. Für John Lester, Vizepräsident im Bereich Technologie und Daten von IBM war die Einführung des Lernprogramms ein Erfolg. Er verweist darauf, dass sich seine Mitarbeiter so gesehen und gefördert fühlen. 87 Stunden durchschnittlich verbringen die Mitarbeiter im Jahr auf der Lernplattform. Das sei mehr als doppelt so viel wie vorgeschrieben.

KI verändert unsere Lebens- und Arbeitswelt. Viele Plattformen und Veranstaltungen bieten Chancen zum Lernen und für den Austausch von Erfahrungen. Es bleibt zu hoffen, dass die Messe Zukunft Personal Europe im September in Köln sich ausgiebig mit diesen Fragen beschäftigt. DATAKONTEXT – als Pionier des Bundesdatenschutzgesetzes – bietet Veranstaltungen und Informationen zu diesem Thema, insbesondere dann auch zur Weiterentwicklung des Beschäftigtendatenschutzgesetzes an. Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!

Franz Langecker

Franz Langecker

Chefredakteur HR Performance

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