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Status quo zum Homeoffice : Rückkehr ins Büro stößt vielfach auf Widerstand

Die große Mehrheit der Beschäftigten mit Homeoffice-Möglichkeit plant derzeit nicht, ihre Arbeitstage zu Hause zurückzufahren, obwohl sich genau das viele Unternehmen wünschen. Das Homeoffice hat sich dabei nicht nur organisatorisch etabliert, sondern auch mental.

3 Min. Lesezeit
Frau mit Hund neben sich arbeitet auf dem Sofa im Homeoffice am Laptop
Foto: ©AdobeStock/MT-R

Zwei Drittel der Arbeitnehmer haben die Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten – ein Verzicht darauf ist mehrheitlich keine Option, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.

Homeoffice ist und bleibt für viele Beschäftigte längst fester Bestandteil ihres Arbeitsalltags. Und das soll aus Sicht der Mehrheit von ihnen auch so bleiben. So lautet ein Ergebnis der aktuellen, repräsentativen Umfrage der Jobbörse jobtensor.com, in deren Auftrag bundesweit 1.056 Beschäftigte zur Homeoffice-Praxis bei ihrem aktuellen Arbeitgeber befragt wurden.

Für viele Arbeitnehmenden gehört Homeoffice zum Arbeitsmodell

Demnach haben zwei Drittel der Befragten grundsätzlich die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Etwas mehr als ein Fünftel (21 %) ist dabei völlig frei und entscheidet selbst, wann von zu Hause gearbeitet wird. Der Großteil der Beschäftigten unterliegt jedoch Vorgaben des Arbeitgebers: 37 % geben an, dass die Anzahl ihrer Homeoffice-Tage zwar vom Unternehmen begrenzt ist, sie innerhalb dieses festgelegten Rahmens aber selbst bestimmen können. Bei einer kleineren Minderheit (8 %) liegt die Entscheidung über Homeoffice bei der jeweiligen Führungskraft. Ein Drittel der Beschäftigten (34 %) hat nach wie vor keine Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten.

Bemerkenswert ist: Für 60 % der Arbeitnehmer*innen gehört das Homeoffice zum unverzichtbaren Arbeitsmodell. Sie wollen nicht mehr darauf verzichten, zu Hause zu arbeiten. Das können sich aktuell lediglich 36 % derjenigen vorstellen, die grundsätzlich die Möglichkeit dazu haben.

„Homeoffice ist für viele Arbeitnehmer längst kein nettes Extra mehr, sondern ein relevanter Bestandteil ihrer Arbeitsrealität. Arbeitgeber, die diese Möglichkeit bieten nach wie vor ein Stück beruflicher Selbstbestimmung – Unternehmen, die sie einschränken, greifen dagegen in ein sehr sensibles Arbeitsumfeld ein“, sagt Thomas Hense, Geschäftsführer von jobtensor.com.

Rückkehr ins Büro stößt vielfach auf Widerstand

Passend zu den beschriebenen Umfrageergebnissen plant die große Mehrheit der Beschäftigten mit Homeoffice-Möglichkeit derzeit auch nicht, ihre Arbeitstage zu Hause zurückzufahren. 60 % haben nicht vor, im laufenden Berufsjahr 2026 weniger im Homeoffice zu arbeiten als im Vorjahr. Nur knapp ein Viertel (23 %) der Befragten plant das. Zwar berichten 37 % der Befragten davon, dass es in ihrem Unternehmen 2025 eine Aufforderung gab, wieder verstärkt im Büro und weniger im Homeoffice zu arbeiten. Doch selbst dort zeigt sich Widerstand gegen solche Unternehmenspläne. Denn von denjenigen, in deren Unternehmen es eine solche „Rückkehr-ins-Büro-Aufforderung“ gibt, planen 42 % trotzdem nicht, ihre Homeoffice-Zeit zu reduzieren. Gestrichen wurden Homeoffice-Möglichkeiten derweil nur in 13 % der Unternehmen. Ein Blick auf das Thema im vergangenen Jahr.

Und so waren die Meinung noch 2022.

Im Homeoffice fühlen sich viele produktiver

Auch beim Thema Produktivität schneidet die Arbeit von zu Hause aus Sicht vieler Beschäftigter besser ab als die Präsenzarbeit im Unternehmen. 59 % der Arbeitnehmer mit Homeoffice-Möglichkeit geben an, im Homeoffice produktiver zu sein als im Unternehmen. Nur rund ein Drittel (32 %) sieht das genau andersherum und hält sich in Präsenz für produktiver. Besonders ausgeprägt ist das Vertrauen in die eigene Produktivität im Homeoffice bei berufserfahrenen Beschäftigten: Unter den 30- bis 39-Jährigen liegt der Anteil bei überdurchschnittlichen 65 %, bei den 40- bis 49-Jährigen bei 63 %. „Das Homeoffice hat sich für viele Beschäftigte nicht nur organisatorisch etabliert, sondern auch mental. Wer den Eindruck hat, zu Hause produktiver zu arbeiten, wird sich nur schwer wieder von unternehmerischen Präsenzvorgaben überzeugen lassen. Arbeitgeber müssen deshalb sehr genau abwägen, ob sie mit Rückholaktionen ins Büro wirklich einen Produktivitätsgewinn erzielen – oder eher Frust erzeugen“, so Thomas Hense.

Über die Studie

Für die Umfrage befragte das Marktforschungsunternehmen bilendi im Auftrag von jobtensor.com 1.056 Beschäftigte bundesweit zu ihrer Arbeitszeit. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden betrug zum Zeitpunkt der Befragung 45,3 Jahre. Es wurden je zur Hälfte Frauen und Männer befragt. Der Befragungszeitraum lag im Januar 2026.

Quelle: Jobtensor

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