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„Junge Menschen sollten nicht aufgeben.“

„Für viele junge Menschen ist die Situation aktuell schwieriger als noch vor zwei bis drei Jahren“, sagt Dr. Tobias Zimmermann, Arbeitsmarktexperte bei The Stepstone Group. „Wir durchleben eine wirtschaftliche Schwächephase, aber gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel bestehen. Der demografische Wandel wird den Arbeitsmarkt schon in wenigen Jahren spürbar verschärfen. Was gilt nun?

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Mann steht vor dem Licht am Ende des Tunnels
Foto: ©AdobeStock/evannovostro

Wie eine Auswertung von über 4 Millionen Stellenanzeigen zeigt, liegt der Anteil ausgeschriebener Einstiegsjobs im ersten Quartal 2025 45 % unter dem Fünfjahresdurchschnitt. In welchen Berufen weniger Einstiegsjobs ausgeschrieben werden oder ob Hochschulabsolventinnen und -absolventen hierbei im Vorteil sind, zeigt eine neue Studie.

Der Einstieg ins Berufsleben erfordert derzeit viel Geduld, wie eine aktuelle Stepstone-Analyse von über vier Millionen Stellenanzeigen von Januar 2020 bis April 2025 zeigt: Nach einem Nachfragehoch im Jahr 2021 ist der Anteil der ausgeschriebenen Positionen für Berufseinsteigerinnen und -einsteiger seit 2023 im Vergleich zum gesamten Jobangebot auf Stepstone.de deutlich stärker zurückgegangen. Im ersten Quartal 2025 liegt der Anteil 45% unter dem Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 und damit sogar unter dem Niveau der ersten Corona-Monate.

„Für viele junge Menschen ist die Situation aktuell schwieriger als noch vor zwei bis drei Jahren“, sagt Dr. Tobias Zimmermann, Arbeitsmarktexperte bei The Stepstone Group. „Wir durchleben eine wirtschaftliche Schwächephase, aber gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel bestehen. Der demografische Wandel wird den Arbeitsmarkt schon in wenigen Jahren spürbar verschärfen. Deshalb gilt: Wer heute in Nachwuchstalente investiert, sichert sich morgen entscheidende Wettbewerbsvorteile.“

Ausbildung mit Vorteilen: Akademikerinnen und Akademiker bewerben sich deutlich häufiger

Junge Hochschulabsolventinnen und -absolventen stehen aktuell sogar vor größeren Hürden als Gleichaltrige mit abgeschlossener Ausbildung, zeigt eine aktuelle Stepstone-Befragung unter 260 Berufseinsteigerinnen und -einsteiger. So verschicken Akademikerinnen und Akademiker unter 30 im Median 40 Bewerbungen, um zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Bewerbende mit Ausbildung kommen schon mit 26 Bewerbungen zum Ziel. Trotz des höheren Aufwands auf Seiten der Akademikerinnen und Akademiker resultieren bei beiden Gruppen im Schnitt nur drei bis vier Bewerbungen in einem Vorstellungsgespräch.

Auch der Zeitaufwand unterscheidet sich: Hochschulabsolventinnen und -absolventen investieren im Schnitt sieben Stunden in einen Bewerbungsprozess, Ausbildungsabsolventinnen und -absolventen fünf. Besonders frustrierend: 74 % der Akademikerinnen und Akademiker berichten von Ghosting, haben also im Bewerbungsprozess schon einmal überhaupt keine Rückmeldung erhalten. Bei Bewerbenden mit Ausbildung haben 61 % diese Erfahrung gemacht.

Strukturwandel bei Einstiegsjobs: Persönlicher Kontakt gefragter als Verwaltungsarbeit

Das Angebot für einen Berufseinstieg hängt außerdem stark von Branche und Beruf ab. Seit 2022 ist der Anteil an Einstiegsstellen vor allem in klassisch administrativen und datenverarbeitenden Tätigkeiten, wie etwa im Vertrieb (-56 %), Personalwesen (-50 %), in der Verwaltung (-34 %) oder im Kundenservice (-20 %) deutlich rückläufig. Gleichzeitig verzeichnen Berufe mit viel direktem Menschenkontakt einen klaren Zuwachs, etwa im Bildungsbereich (+96 %) oder im Handwerk (+52 %).

„Junge Menschen sollten nicht aufgeben. Die Jugendarbeitslosigkeit ist im europäischen Vergleich weiterhin sehr niedrig und der demografische Wandel steigert langfristig den Wert ihrer Arbeitskraft: Durch Digitalisierung und wirtschaftliche Transformation entstehen neue, hochwertige Jobs, während die Zahl der Arbeitskräfte sinkt“, sagt Zimmermann. „Unternehmen stehen vor der Herausforderung, junge Talente gezielt auf den Arbeitsmarkt von morgen vorzubereiten. Das erfordert neue Kompetenzprofile für die Ausbildung, etwa die Fähigkeit, mit KI-Tools zu arbeiten, sich in digitalen Umfeldern zurechtzufinden oder souverän mit Veränderungen umzugehen.“

Quelle: Stepstone

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