Diese formalen Hürden in Stellenanzeigen vergraulen Bewerbende
Laut einer Studie haben bereits 37 % der Jobsuchenden mindestens einmal eine Bewerbung abgebrochen, weil der ausschreibende Arbeitgeber ein Anschreiben als Bewerbungskriterium in die Stellenanzeige aufnahm. Auch weitere formale Anforderungen wirken bereits bei der Lektüre der Stellenanzeige auf viele abschreckend.

Jeder bzw jede dritte Kandidat bzw Kandidatin bricht die Bewerbung früh wieder ab, wenn der Arbeitgeber formelle Hürden in seine Stellenanzeigen schreibt. Das zeigt eine aktuelle Studie der KÖNIGSTEINER Gruppe für die das Marktforschungsinstitut bilendi mehr als 1.000 Bewerbende zu ihrem Umgang mit Stellenanzeigen befragte.
Laut der Studie haben bereits 37 % der Jobsuchenden mindestens einmal eine Bewerbung abgebrochen, weil der ausschreibende Arbeitgeber ein Anschreiben als Bewerbungskriterium in die Stellenanzeige aufnahm. Auch weitere formale Anforderungen wirken bereits bei der Lektüre der Stellenanzeige auf viele abschreckend: Ein Drittel (33 %) berichtet beispielsweise davon, eine Bewerbung wieder verworfen zu haben, weil entweder Arbeitszeugnisse oder ein Bewerbungsfoto in Stellenanzeigen als Anforderung für die Bewerbungsunterlagen aufgeführt wurden. Weitere 30 % der Befragten verzichteten während einer ihrer Jobsuchen zudem, weil schlicht kein*e persönliche*r Ansprechpartner*in genannt wurde.
Sprachstil ist verbesserungswürdig
Widersprüchlich fällt die Bewertung digitaler Bewerbungswege aus. So haben sich bereits mehr als ein Drittel von ihnen (34 %) schon mindestens einmal gegen eine Bewerbung entschieden, weil in der Stellenanzeige zu einer Bewerbung via Bewerbermanagement-system aufgefordert wurde. Auf der anderen Seite verzichteten aber auch schon 30% deshalb auf ihre Bewerbung, weil genau eine solche Bewerbungsmöglichkeit in der Stellenanzeige fehlte.
Neben derartigen formellen Hürden, die viele Kandidat*innen stören, macht die Studie deutlich, dass viele Bewerber*innen Zweifel an der Qualität von Stellenanzeigen äußern. 57 % der Befragten empfinden die Formulierungen in vielen Stellenanzeigen als zu allgemein. Rund ein Drittel (34 %) kritisieren darüber hinaus den unspezifischen Sprachstil, während 39 % monieren, dass die Arbeitgeberleistungen zu vage beschrieben werden. Die Konsequenzen, die die Bewerbenden aus ihrer Kritik ziehen, sind eindeutig: So haben fast zwei Drittel (65 %) von ihnen schon mindestens einmal auf eine Bewerbung verzichtet, weil sie eine Stellenanzeige als schlecht empfanden. 19 % sind in dem Fall sogar so frustriert, dass sie den kompletten Arbeitgeber langfristig ausschließen.
Bewerbervorschlag: Stellenanzeigen in fünf Sätzen
Wenn es darum geht, wie Arbeitgeber ihre Stellenanzeigen verbessern könnten, haben die Kandidat*innen klare Vorstellungen: Sie wünschen sich kürzere Stellenanzeigen. Mehr als die Hälfte (56 %) der Befragten sind überzeugt, dass kürzere und prägnantere Anzeigenformate die Qualität von Stellenanzeigen verbessern würden. Nur knapp ein Viertel (24 %) befürchtet dadurch Nachteile. Besonders hoch im Kurs steht dabei ein komprimiertes Format, das die wichtigsten Eckpunkte in rund fünf Sätzen zusammenfasst. 46 % der Bewerber*innen würden eine solche Kurzform als völlig ausreichend erachten, weitere 30 % halten sie zumindest dann für geeignet, wenn die Inhalte auf den Punkt formuliert sind. Lediglich 23 % empfinden das Format als zu knapp.
Welche Informationen dabei keinesfalls fehlen dürfen, ist für viele ebenfalls klar umrissen: Eine konkrete Aufgabenbeschreibung ist für 87 % unverzichtbar, gefolgt von den fachlichen Anforderungen (75 %). Auch Angaben zu Gehalt oder Gehaltsrahmen (65 %) sowie zum Arbeitsort (61 %) gehören für viele zwingend dazu. Interessant: Benefits werden dagegen als weniger entscheidend betrachtet. Diese halten nur etwas mehr als ein Fünftel der Befragten (21 %) für notwendig.
Über die Studie
Für die Studie „Stellenanzeigen 2025“ befragte das Kölner Marktforschungsunternehmen bilendi im Auftrag der KÖNIGSTEINER Gruppe im September 2025 bundesweit 1.028 berufstätige Arbeitnehmer*innen aller Altersstufen, die in den letzten 12 Monaten in mindestens einem Bewerbungsverfahren gestanden haben. Das Durchschnittsalter lag bei 43,5 Jahren, 48 % der Befragten waren Männer, 52 % Frauen.
Quelle: KÖNIGSTEINER


