Startseite » News » „Der Job fürs Leben hat ausgedient.“

„Der Job fürs Leben hat ausgedient.“ : Mythos Quereinstieg

„Fachkräfte fühlen sich falsch eingesetzt, während Unternehmen passende Kandidat*innen vermissen. Das zeigt: Qualifizierung und Weiterbildung werden zum Erfolgsfaktor schlechthin. Unternehmen sollten zentrale Fähigkeiten kontinuierlich und systematisch schulen - für neue und langjährige Mitarbeitende."

2 Min. Lesezeit
Foto: ©AdobeStock/Michael Faust

Der boomende Quereinstieg: Stellenanzeigen auf Stepstone.de, die explizit nach Menschen aus fachfremden Bereichen gesucht haben, haben sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als vervierfacht. Zudem sind die Ergebnisse besser als gedacht: 2 von 3 arbeiten noch heute in einem fachfremden Job und der Großteil ist zudem sehr zufrieden.

Und der Quereinstieg gelingt oft leichter als gedacht: Demnach haben 48 Prozent der Befragten bereits den Quereinstieg hinter sich. Das heißt, sie waren oder sind in einem Beruf tätig, der nicht dem ursprünglichen Ausbildungsweg entspricht. Das ist das Ergebnis einer aktuellen, repräsentativen Online-Befragung von Stepstone unter knapp 6.300 Beschäftigten in Deutschland.

Knapp zwei Drittel (69 Prozent) der Befragten arbeitet auch heute noch in dem Job, für den sie einst den Quereinstieg gewagt haben. Und sie sind glücklich mit der Entscheidung: 3 von 4 (74 Prozent) sind mit ihrem Job nach dem Karrierewechsel zufrieden.

In die eigenen Fähigkeiten vertrauen und sich weiterentwickeln

Den Schritt in einen gänzlich fremden Job zu wagen, war für etwa ein Fünftel der Quereinsteiger*innen rückblickend von persönlichen Unsicherheiten und Zweifeln geprägt (22 Prozent). Eine*r von acht (13 Prozent) musste für den neuen Job zusätzliche Weiterbildungen absolvieren und 12 Prozent fanden den Wechsel herausfordernd, weil sie noch kein Netzwerk im neuen Jobumfeld hatten. Doch: der überwiegende Großteil hatte keinerlei Schwierigkeit beim Quereinstieg (38 Prozent).

„Der Job fürs Leben hat ausgedient“, sagt Dr. Tobias Zimmermann, Arbeitsmarktexperte bei The Stepstone Group. „Die Arbeitswelt verändert sich immer schneller und somit auch welche Tätigkeiten und Fähigkeiten gebraucht werden. In Sachen Karriere wird sich das für immer mehr Menschen lohnen. Schon heute fehlen Arbeitskräfte und deshalb sind anpassungsfähige Berufserfahrene besonders wertvoll. Das Erfolgsrezept für den Quereinstieg basiert auf zwei Faktoren: stetige Weiterentwicklung und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.“

Flexibler Arbeitsmarkt der Zukunft

Bereitschaft zur Veränderung kann sich auszahlen – für Arbeitnehmende und Unternehmen gleichermaßen: Viele Beschäftigte fühlen sich in ihrem Job unterfordert und sind unzufrieden damit, wie sie ihre Kompetenzen einbringen können (43 Prozent), während Unternehmen händeringend nach passenden Fachkräften suchen. Neun von zehn der parallel befragten Recruiter*innen (88 Prozent) finden keine geeignete Kandidat*innen mit den benötigten Kompetenzen. Auf Quereinsteiger*innen zu setzen, wird daher immer beliebter.

„Fachkräfte fühlen sich falsch eingesetzt, während Unternehmen passende Kandidat*innen vermissen. Das zeigt: Qualifizierung und Weiterbildung werden zum Erfolgsfaktor schlechthin. Unternehmen sollten zentrale Fähigkeiten kontinuierlich und systematisch schulen – für neue und langjährige Mitarbeitende. Die Beschäftigten werden ihre Fähigkeiten und Talente stets weiterentwickeln. Das ist der Schlüssel für einen flexiblen und anpassungsfähigen Arbeitsmarkt und damit für unsere Zukunftsfähigkeit“, sagt Dr. Tobias Zimmermann.

Über die Studie

Die Studienreihe „Hiring Trends Index“ ist eine quartalsweise erscheinende Untersuchung von The Stepstone Group. Dafür wurden im Zeitraum vom 9. bis 20. Januar 2025 online 6.300 deutsche Arbeitnehmende, sowie 700 Recruiter und Recruiterinnen befragt. Beleuchtet wurden in der aktuellen Erhebung unter anderem die Bereitschaft bei Arbeitnehmenden, eine neue Stelle zu suchen, die Erfahrung in bisherigen Bewerbungsprozessen sowie das Thema Quereinstieg. Die Ergebnisse der Arbeitnehmenden sind repräsentativ für die deutsche Erwerbsbevölkerung nach Alter, Geschlecht und Bildung.

Quelle: StepStone

Andere interessante News

Hand tippt auf AI-Symbol

Bewertungen als zentrale Quelle der KI-Jobsuche

Wie stark vor allem Bewertungen die Einschätzung von Arbeitgebern prägen, zeigt sich auch dann, wenn KI-Tools konkrete Arbeitgeber empfehlen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle...

Männer und Frauen halten Sprechblasen vor ihren Kopf und symbolisieren Anonymität

Anonymität macht Ehrlichkeit erst möglich

Eine neue Studie zeigt, wie wichtig Anonymität von Bewerbenden auf Arbeitgeberplattformen gesehen wird und welche Rolle diese Bewertungen im Bewerbungsprozess spielen.

Mitarbeiterin schaut positiv in die Zukunft, hinter ihr eine Weltkarte, neben ihr Mitarbeiter, die vorbeilaufen

Stetig Bedingungen für gute Arbeit optimieren

Die konkreten Auswirkungen der KI auf den Arbeitsmarkt lassen sich heute noch nicht im Detail absehen. Die Generation der Boomer scheint sich in den aktuellen Strukturen der Arbeit...