Startseite » News » So viel kostet Unternehmen die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

So viel kostet Unternehmen die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Für Arbeitgeber kann das Entgeltfortzahlungsgesetz schnell teuer werden. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Seit 2010 hat sich die Summe der Entgeltfortzahlungen mehr als verdoppelt.

1 Min. Lesezeit
Erkältete Frau putzt sich auf dem Sofa die Nase
Foto: ©AdobeStock/ ettencourt/peopleimages.com

Sobald Arbeitnehmer krank werden, greift das Entgeltfortzahlungsgesetz. Es stellt sicher, dass sie trotz Krankheit weiterhin Gehalt bekommen. Für Arbeitgeber wird das schnell teuer. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Seit 2010 hat sich die Summe der Entgeltfortzahlungen mehr als verdoppelt.

Rund 82 Milliarden Euro mussten Arbeitgeber im Jahr 2024 für kranke Mitarbeiter aufbringen. Das entspricht dem Vierfachen des Krankengeldes und gut einem Viertel aller Aufwendungen der Gesetzlichen Krankenversicherung. Der gestiegene Krankenstand ist dabei nur ein Grund für die Summe, wie eine neue IW-Studie zeigt.

Vielseitige Gründe

So hat beispielsweise auch die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt dazu beigetragen: 2024 gab es so viele Erwerbstätige wie noch nie, dementsprechend zahlten die Unternehmen auch mehr Gehälter. Auch die generelle Lohnentwicklung spielte eine Rolle. Sobald die Löhne steigen, erhöhen sich automatisch auch die Gehaltszahlungen im Krankheitsfall. Kurzum: Selbst, wenn der Krankenstand über die Jahre unverändert geblieben wäre, hätten Unternehmen mehr Geld für ihre erkrankten Mitarbeiter zahlen müssen.

Entlastungs-Vorschläge

Um die Unternehmen zu entlasten, ist es dringend notwendig, diese Kosten zu reduzieren. Eine Idee wäre die Einführung sogenannter Karenztage. Damit würde entweder die Gehaltzahlung für einige Tage ausgesetzt, oder das Gehalt für einen bestimmten Zeitraum auf niedrigerem Niveau weitergezahlt werden. Ein anderes Konzept sieht vor, die Dauer der Entgeltfortzahlung auf sechs Wochen – trotz neuer Diagnose – pro Jahr zu begrenzen. „In der Regel haben Unternehmen bereits gute gesundheitsrelevante Arbeitsbedingungen“, sagt Studienautor und Ökonom Jochen Pimpertz. „Will die Politik sie entlasten, muss sie an die Lohnnebenkosten ran. Das würde die Wachstumsimpulse der Bundesregierung unterstützen, statt sie zu bremsen.“

Zur Studie

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.

Andere interessante News

Kollege präsentiert etwas an einem Flipchart, die anderen Kolleginnen und Kollegen hören ihm zu

Weiterbildungsstrategie in Unternehmen selten geregelt

87 Prozent der befragten Unternehmen halten Weiterbildung für wichtig, doch die wenigsten haben eine Strategie. Wie viel Geld stellen Unternehmen für die Weiterbildung bereit und w...

Kollegen machen Dehnübungen im Büro

Viel HR-Wertschöpfungspotenzial liegt brach

Vor 20 Jahren gehörten Learning und Corporate Health noch zu den periphären HR-Themen. Heute stellen sie ein weiteres Viertel der Aussteller in Köln. Hier liegt noch viel Wertschöp...

Verschiedene Hände strecken sich nach bunten Kontinenten

Visionen stärken die Resilienz und sichern die Zukunft

Der Gedanke an diese Zukunft gibt Kraft. Dieses Bild zeigt, wie wichtig Pläne, Perspektiven, Ideen,Visionen und Optionen sein können. Das gilt nicht nur für die Beschäftigten, sond...