Startseite » News » Humanoide Roboter als Antwort auf die Fachkräftelücke

Humanoide Roboter als Antwort auf die Fachkräftelücke

„Geopolitische Unsicherheiten, die wirtschaftliche Lage und der demographische Wandel setzen die deutsche Industrie unter Druck“, sagt Bitkom-Vizepräsidentin Dr. Tanja Rückert. „Humanoide Roboter können hier Teil der Lösung sein." Wie sieht der Status quo in der industriellen Fertigung aus?

2 Min. Lesezeit
Humanoide Roboter arbeiten in der Produktion
Foto: ©AdobeStock/Gorodenkoff

Was nach Science-Fiction klingt, ist in einigen Unternehmen bereits Realität: Ein menschlich aussehender Roboter schweißt bei großer Hitze Metallteile, bewegt schwere Werkstücke durch die Produktion oder übernimmt gefährliche Arbeiten mit Schadstoffen. Bereits heute übernehmen humanoide Roboter, d.h. Roboter mit KI, die Menschen ähneln, einige Aufgaben in der industriellen Fertigung.

Die Industrie sieht darin mehrheitlich eine Chance. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) der deutschen Industrieunternehmen sind der Auffassung, dass der Einsatz humanoider Roboter dem Fachkräftemangel in der deutschen Industrie entgegenwirken kann. Und auch mit Blick auf die Arbeitssicherheit sehen viele Unternehmen Potenzial. Fast 7 von 10 Industrieunternehmen (68 Prozent) sind z.B. der Auffassung, dass humanoide Roboter Arbeitsunfälle reduzieren können. Das zeigt eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, die anlässlich der Hannover Messe unter 555 Industrieunternehmen ab 100 Beschäftigten in Deutschland durchgeführt wurde.

Humanoide Roboter sind Teil der Lösung

„Geopolitische Unsicherheiten, die wirtschaftliche Lage und der demographische Wandel setzen die deutsche Industrie unter Druck“, sagt Bitkom-Vizepräsidentin Dr. Tanja Rückert. „Humanoide Roboter können hier Teil der Lösung sein: Sie können die Unternehmen leistungsfähiger machen und Aufgaben dort übernehmen, wo Arbeiten besonders gefährlich und risikobehaftet sind oder Personal fehlt.“

Skepsis aufgrund Sorge um Arbeitsplatz

Bisher sind humanoide Roboter in der deutschen Industrie nur vereinzelt im Einsatz: 6 Prozent der Industrieunternehmen arbeiten mit ihnen. Allerdings plant jedes zehnte Unternehmen (10 Prozent) dies und 8 Prozent diskutieren darüber. Und: Insgesamt kann sich fast die gesamte deutsche Industrie (97 Prozent) zumindest langfristig vorstellen, dass humanoide Roboter in der Breite der Produktion eingesetzt werden.

In den Belegschaften überwiegt nach Wahrnehmung der Industrieunternehmen derzeit allerdings noch die Skepsis gegenüber dieser Technologie. So geben 62 Prozent an, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stünden dem Einsatz humanoider Roboter skeptisch gegenüber. Ein Grund für diese Zurückhaltung wird mit der Sorge um den eigenen Arbeitsplatz zusammenhängen.

Rückert: „Richtig eingesetzt, unterstützt die Technologie den Menschen, steigert die Produktivität und sichert so die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie – und erhält damit bestehende Arbeitsplätze oder schafft neue. Damit dies gelingt, müssen Unternehmen ihre Belegschaft frühzeitig einbinden, Sorgen ernst nehmen und Berührungsängste durch gezielte Aus- und Weiterbildung abbauen.“

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 555 Industrieunternehmen des verarbeitenden Gewerbes ab 100 Beschäftigten in Deutschland telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 6 2026 bis KW 11 2026 statt. Die Fragestellung lautete: „Inwieweit treffen die folgenden Aussagen auf Ihr Unternehmen bzw. Ihrer Meinung nach zu?“

Quelle: bitkom

Andere interessante News

Babyboomer gehen in Rente

So viele Arbeitskräfte fehlen bis 2036

Die Bevölkerung geht schneller zurück als erwartet. Das Arbeitskräftepotenzial sinkt. Ein Blick auf die Zahlen und auf mögliche Hebel, die beim Problem ansetzen.

Mann im Anzug arbeitet im öffentlichen Dienst am Laptop

Veränderungsbereite Beschäftigte werden strukturell ausgebremst

Das Fach- und Führungskräfte-Barometer 2026 der dbb akademie zeigt, dass im öffentlichen Dienst veränderungsbereite Fach- und Führungskräfte vorhanden sind, die jedoch durch strukt...

Frau schaut in sonnendurchflutetes Büro, auf den Jobeinstieg nach dem Studium

Jobsicherheit statt Karriere: Studierende ändern Prioritäten

Die Zuversicht von Studierenden auf einen erfolgreichen Berufseinstieg ist deutlich gesunken: Nur noch 39 Prozent rechnen damit, schnell einen passenden Job zu finden – 2024 waren ...