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Botschaften der Fußball-Weltmeisterschaft für HR

Die Fußball-WM zeigt: Erfolg entsteht nicht durch Tradition, sondern durch Qualität, Teamzusammenhalt, Balance und Widerstandsfähigkeit. HR-Abteilungen können vom modernen Fußball lernen, wie wichtig Talentmanagement, Diversität und das gezielte Gestalten von Momentum für den Unternehmenserfolg sind. Entscheidend ist nicht die beste Einzelleistung, sondern das beste Team – und alle Mitarbeitenden müssen sich gleichwertig fühlen.

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Fußball-WM 2026 in den Farben der USA, Mexiko und Kanada
Foto: ©AdobeStock/FatemaChowdury

Wer ständig in den Rückspiegel blickt, kommt nicht voran. Etwas weniger als ein Viertel aller Länder auf der Welt spielt bei der Fußballweltmeisterschaft mit. Drei Gastgeber richten die Spiele aus. Das alles gab es nie zuvor. Vergleiche mit der Vergangenheit helfen nicht weiter. Auch wenn die Globalisierung scheinbar „stottert“, lässt sie sich beim Fußball schon lange nicht mehr aufhalten.

Jedes einzelne Spiel strahlt seine eigene Faszination aus. Alte Stars und ehemals erfolgreiche Teams schaffen zwar Vertrautheit für die Ältere Generation. Aber da sind die neuen Teams aus nahezu unbekannten Ländern, die den renommierten Mannschaften Paroli bieten. Plötzlich spielen „No Names“ auf Augenhöhe mit den traditionsreichen Mannschaften. Die bisherigen Ergebnisse der Spiele zeigen.

Der Erfolg von Gestern garantiert nicht mehr den Sieg von Morgen. Unterschätzte Teams kommen weiter. Kleinen Nationen bieten sich ganz neue Chancen. Durch die Erweiterung erleben wir das Entstehen neuer Märkte. Im Augenblick kommen selbst die Analysten bei der Suche nach dem Erfolgsmodell an ihre Grenzen. Wir spüren schon länger, dass die Welt sich verändert. Hier erleben wir es.

Die Suche nach der Formel für den Triumph

Personalabteilungen müssen sich ständig hinterfragen, ob ihr Modell und ihre Strategie noch den Erfolg und die Zukunft des Unternehmens sichern. Wie sieht das Rezept für den Triumph aus? In einem Artikel am 13. Juni im Kölner Stadt-Anzeiger versuchte Hendrik Buchheister darauf Antworten zu geben. Sein Resümee sieht nur vordergründig einfach aus. Die Herausforderung liegt in der Umsetzung. Wichtig ist die Qualität der Spieler. Er zitiert Bastian Schweinsteiger, Weltmeister von 2014: „Qualität, schön und gut – aber entscheidend ist, dass die Spieler zusammenhalten, dass sie ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln.“

Der dritte Faktor für Buchheister ist die Balance. Dabei geht es um die Balance zwischen Defensive und Offensive. Es heißt: Die Offensive gewinnt Spiele und die Defensive Titel. Nur wenn alle Spieler Offensiv- und Defensivfreude mitbringen, kann der Erfolg gelingen. Es braucht ständig Widerstandsfähigkeit. Auf dem Weg zu einem Titel gilt es, viele Hindernisse, Rückschläge und schwierige Situationen zu meistern. Und als letzte Zutat für den Triumph nennt er das Glück. Er zitiert Wolfgang Overath, der an drei Weltmeisterschaften teilnahm: „Wir hatten bei den Turnieren 1966, 1970 und 1974 eine Mannschaft, die in der Lage war, Weltmeister zu werden.“ Tatsächlich holte die Mannschaft den Titel nur 1974. Das zeigt, weder im Fußball noch in den Unternehmen garantiert das Leben dieser Formeln allein den Erfolg. Aber ohne sie,kann es auch nicht gelingen.

Erfolg nährt den Erfolg

Für Fußball-Insider dürfte der Begriff „Match-Momentum“ nicht neu sein. Eine entsprechende Grafik wird bei den aktuellen Spielen immer mal wieder eingeblendet. Sie zeigt, zu welchen Zeiten welche Mannschaft das Momentum auf ihrer Seite hatte. Wir sehen, dass das Momentum durch das Handeln der Spieler und des Trainers entsteht. Es gleicht einem imaginären „Rückenwind“.

Eine Mannschaft, die ihren „Lauf“ gefunden hat, lässt sich nur schwer stoppen. Dabei kann allein das Erreichen kleiner Ziele schon die Motivation für größere Ziele sein. Aus der Physik wissen wir, dass sich ein Objekt mit Impuls nur schwer bremsen lässt. Die neuen Trinkpausen wirken sich dabei für die eine oder andere Mannschaft als störend aus. Sie nehmen den Schwung aus dem potenziellen Momentum.

Deshalb liegt es am Trainerteam, die Pausen wieder als „Schwungrad“ zu nutzen. Hier ist Führungsqualität gefragt. Im HR-Kontext ist mir das Stichwort „Match-Momentum“ noch nicht begegnet. Da Analytics in den Unternehmen inzwischen so viele Daten liefert, lohnt es sich auch im Personalbereich, das Momentum gezielt zu gestalten. Was kann HR noch vom modernen Fußball lernen? Erfolgreiche Mannschaften haben ein „Labor“ für Talentmanagement. Sie sind offen für „Quereinsteiger“.

Sie ergründen das Potenzial und orientieren sich nicht mehr am Lebenslauf. Sie wissen, dass die beste Mannschaft und nicht die besten Einzelspieler gewinnen. Seit Neuestem nimmt die ganze Mannschaft zu Beginn des Spiels Aufstellung am Mittelkreis. Das Signal ist klar, alle Spieler sind gleichwertig. Laut einer YouGov-Studie gibt es in den Unternehmen hier noch Nachholbedarf. Frontline-Worker fühlen sich abgehängt. 60 Prozent haben keinen digitalen Zugang im Unternehmen. Dabei gehen heute gehen Daten und Menschen Hand in Hand. Diversität erhöht die Leistungsfähigkeit. Und wer erfolgreich bleiben will, braucht eine gute Ersatzbank.

Ich weiß nicht, welches Team Ihrer Meinung nach den Titel holt. Die Analytiker der „New York Times“ jedenfalls favorisieren Deutschland.

Franz Langecker, Chefredakteur HR Performance

Franz Langecker

Chefredakteur HR Performance

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