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Stetig Bedingungen für gute Arbeit optimieren

Die konkreten Auswirkungen der KI auf den Arbeitsmarkt lassen sich heute noch nicht im Detail absehen. Die Generation der Boomer scheint sich in den aktuellen Strukturen der Arbeitswelt nicht mehr wohl zu fühlen. Viele suchen den vorzeitigen Ausstieg.

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Mitarbeiterin schaut positiv in die Zukunft, hinter ihr eine Weltkarte, neben ihr Mitarbeiter, die vorbeilaufen
Foto: ©AdobeStock/Miljan Živković

Den Zukunftsforschern läuft die Zukunft davon. In diesem Jahr haben die Messeverantwortlichen für die „Zukunft Personal Europe“ in Köln niemanden aus diesem Themengebiet mehr als Referenten eingeladen. Zu unvorhersehbar scheinen die Veränderungen geworden zu sein. Nach der Globalisierung der Wirtschaft erleben wir eine Globalisierung der Digitalisierung mit ungeahnten Wirkungen und Folgen.

Einzelne Ereignisse entwickeln sich – digital getrieben – plötzlich zum Flächenbrand, wie die Schulstreiks in Frankreich oder die Mietenkrise in Spanien. Das führt zu volatileren politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen. Die starren Strukturen machen uns Schwierigkeiten. Sie sind der Dynamik nicht mehr gewachsen. Viele alte Modelle geraten ins Wanken. Auf diese Art „Erdbeben“ sind sie nicht vorbereitet. Wir müssen uns auf die neuen Verhältnisse einlassen und sie meistern. Routinen helfen plötzlich nicht mehr weiter. Das spüren wir nicht nur in der Politik und in der Gesellschaft. Den Veränderungsdruck erleben wir in der Arbeit und in den Firmen. Dabei können wir von Unternehmen und Ländern lernen. In Japan sind die Menschen und die Architektur auf Erdbeben vorbereitet. Schäden lassen sich nicht vermeiden, aber minimieren. Das Land lernt dabei ständig dazu und optimiert sich. Besser vorbereitet auf die „Beben“ in der Arbeitswelt sind die skandinavischen Kulturen. In Finnland beispielsweise werden Entscheidungen stärker dort getroffen, wo das Wissen sitzt. Dort geht man schon lange den Weg, die Arbeit in das Leben zu integrieren und nicht umgekehrt.

Es führt kein Weg zurück aus der Zukunft

Die ältere Generation verabschiedet sich in vielen Ländern gewollt und ungewollt aus dem klassischen Berufsleben. Daten der amerikanischen Arbeitsmarktstatistik sehen dabei noch keinen direkten Zusammenhang mit dem Aufstieg der KI. Die konkreten Auswirkungen der KI auf den Arbeitsmarkt lassen sich heute noch nicht im Detail absehen. Die Generation der Boomer scheint sich in den aktuellen Strukturen der Arbeitswelt nicht mehr wohl zu fühlen. Viele suchen den vorzeitigen Ausstieg.

Kacper Potega, Senior Vice President Product and Marketing XING, stellte bei seiner Keynote auf der Messe in Köln die Frage: „Wo sehen Sie mich in 5 Jahren?“. Die klassischen Berufswelten scheinen sich „aufzulösen. Kein Wunder, dass die ältere Generation sich in den sich rasch verändernden Strukturen nicht mehr wohlfühlt. Routine war gestern. Morgen geht es um Herausforderungen. „Menschen suchen keine Jobs mehr, sondern Relevanz“, erklärte Potega. Für ihn kündigen viele Menschen nicht den Arbeitgeber, sondern das Gefühl stehen zu bleiben. Der Job ist heute eine Wette darauf, auch morgen noch gebraucht zu werden. Die Lebensläufe verlieren an Bedeutung. Gesucht werden Menschen, die Lösungen finden. Bei den Neugründungen erlebt Deutschland gerade einen Zuwachs von 88 Prozent. Potega empfiehlt deshalb, Jobs zukünftig als Missionen auszuschreiben. Gute Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitern Zukunft.

Die Suche passt sich den Menschen an

Die Idee gibt es schon lange, dass Firmen Mitarbeitende einstellen, die das Unternehmen weiterentwickeln. Dabei geben nicht der Chef oder die Geschäftsführung den Weg vor, sondern die Mitarbeiter entwickeln ihren eigenen. In den letzten Jahren geschah soviel Unerwartetes, dass wir eigentlich nichts mehr ausschließen sollten. Noch steckt die KI in den Kinderschuhen. Weltweit basteln Menschen und Unternehmen an neuen Lösungen und Weiterentwicklungen. Derzeit sind uns China und die Vereinigten Staaten beim Thema KI weit voraus. Das sollte uns nicht irritieren. Europa muss seine Kapazitäten bündeln und angesichts aller globalen Herausforderungen eigene neue Wege gehen. Gerade haben zwei deutsche Forscher den Medizin-Nobelpreis im Bereich der Optogenetik bekommen. Europa hat viel visionäres Potenzial. Manchmal mangelt es einfach am Glauben daran. Die Menschen sind unser wertvollstes Potenzial. Sie in Rollen zu zwingen, war gestern. Ihre Fähigkeiten blühen zu lassen, ist die Zukunft. Und wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

Franz Langecker, Chefredakteur HR Performance

Franz Langecker

Chefredakteur HR Performance

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