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Weiterbildungsstrategie in Unternehmen selten geregelt

87 Prozent der befragten Unternehmen halten Weiterbildung für wichtig, doch die wenigsten haben eine Strategie. Wie viel Geld stellen Unternehmen für die Weiterbildung bereit und welche Rolle spielt KI bei diesem Thema?

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Kollege präsentiert etwas an einem Flipchart, die anderen Kolleginnen und Kollegen hören ihm zu
Foto: ©AdobeStock/littlewolf1989

Nur 29 Prozent der Unternehmen in Deutschland haben ihre betriebliche Qualifizierung schriftlich geregelt. Laut der am 28. April 2026 veröffentlichten Weiterbildungsstudie des TÜV-Verbands gilt das quer durch alle Branchen. Für die Erhebung befragte das Institut forsa zwischen dem 26. Januar und dem 11. März 2026 insgesamt 500 Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden.

Wie viele Betriebe ihre Qualifizierung überhaupt planen

Laut der Studie halten 87 Prozent der befragten Unternehmen Weiterbildung für wichtig. Eine schriftliche Weiterbildungsstrategie besitzen jedoch nur 29 Prozent. 75 Prozent geben an, Qualifizierung grundsätzlich allen Mitarbeitenden zu ermöglichen, und 53 Prozent führen regelmäßige Gespräche dazu. In der Vorerhebung von 2024 lag dieser Anteil noch bei 46 Prozent.

Woran die Umsetzung im betrieblichen Alltag scheitert

Zeit und Geld begrenzen den Umfang. Nach Angaben des TÜV-Verbands gewähren 74 Prozent der Unternehmen nur ein bis fünf Weiterbildungstage pro Jahr, und 65 Prozent stellen höchstens 1.000 Euro je Mitarbeitendem und Jahr bereit. Beide Größen müssen in die laufende Personalplanung passen, was in Schichtbetrieben zusätzliche Abstimmung verlangt. Dienstpläne lassen sich etwa mit einem Schichtplaner für gastronomische Betriebe so anlegen, dass Schulungstage nicht auf Spitzenzeiten fallen.

Welche Rolle Kompetenzen im Umgang mit KI inzwischen spielen

Künstliche Intelligenz verschiebt den Bedarf spürbar. Laut der Erhebung setzen 56 Prozent der befragten Unternehmen generative KI bereits im Arbeitsalltag ein, geschult haben ihre Mitarbeitenden dafür aber erst 27 Prozent. 72 Prozent nennen anwendungsnahe Fähigkeiten als vorrangiges Lernziel.

Zentrale Befunde der Erhebung im Überblick:

  • 87 Prozent der Unternehmen halten Weiterbildung für wichtig
  • 29 Prozent haben ihre Weiterbildung schriftlich geregelt
  • 74 Prozent gewähren ein bis fünf Weiterbildungstage im Jahr
  • 65 Prozent stellen höchstens 1.000 Euro je Mitarbeitendem bereit
  • 72 Prozent priorisieren anwendungsnahe Fähigkeiten im Umgang mit KI

Was der Ausbildungsmarkt über die Personallage zusätzlich sagt

Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sank die Übernahmequote nach abgeschlossener Ausbildung 2025 auf 75 Prozent, nach 79 Prozent im Jahr zuvor. Gleichzeitig blieben 30 Prozent der angebotenen Ausbildungsstellen unbesetzt. Grundlage ist das IAB-Betriebspanel, eine jährliche Befragung von rund 15.000 Betrieben, deren Auswertung das Institut am 6. August 2026 vorgelegt hat.

„Wer Kompetenzen nicht erfasst, kann sie auch nicht planen. Eine Weiterbildungsstrategie scheitert selten am Willen, sondern daran, dass niemand genau weiß, welche Qualifikation im Betrieb schon vorliegt“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Im August 2026 beginnt in vielen Betrieben die Planung des kommenden Weiterbildungsjahres. Die Zahlen des TÜV-Verbands legen nahe, dass der erste Schritt weniger im Kurskatalog liegt als in einer belastbaren Übersicht über die vorhandenen Qualifikationen.

Quelle: Provimedia GmbH

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