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Nicht einfach in den Spuren der Macht laufen

Wahre Führungsstärke zeigt sich nicht in Macht, sondern in Vertrauen und Bescheidenheit – das beweist Peter Harf, der mit menschenzentriertem Management nicht nur wirtschaftlich erfolgreich wurde, sondern mit der DKMS 135.000 Leben rettete. Sein Credo: Die besten Führungskräfte bauen starke Teams um sich herum, denn egozentrische Chefs verlieren, während bescheidene Leader die richtigen Menschen anziehen und gemeinsam gewinnen.

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Foto: ©AdobeStock/ivatekstudio

Der 6. August bleibt als Datum in das Gedächtnis der Menschheit für immer eingebrannt. An diesem Tag vor 81 Jahren warfen die US-Amerikaner die erste Atombombe über Hiroshima in Japan ab. Dieser Tag veränderte die Welt. Deutschland hatte 1945 kapituliert, die Japaner – zumindest ihr Militär – kämpften noch, obwohl der Krieg schon verloren war. Die Mächtigen auf beiden Seiten trafen keine Entscheidungen zugunsten der Menschen. Sie wollten ihre Macht beweisen und behalten. Die Folgen kennen wir alle. Beide Seiten hätten diese Katastrophe verhindern können. Den Preis zahlten die Menschen in Hiroshima und in Nagasaki 3 Tage später. „Wenn Elefanten sich streiten, leidet das Gras“, lautet ein afrikanisches Sprichwort. Es sind die Menschen, die diese Entscheidungen treffen und trafen. Wenn das Machtkalkül wichtiger ist als Menschenleben, verlieren wir alle. Das war damals keine KI.

Bessere Entscheidungen zum Wohle der Menschen treffen

Wir alle müssen täglich Entscheidungen treffen. Führungskräfte tragen hier eine besondere Verantwortung. Dabei darf nicht die Angst vor Macht- oder Kontrollverlust das dominierende Argument sein. Über Führung zu reden oder zu schreiben, scheint einfach. Sie täglich vorbildlich zu leben, erweist sich als schwer. Wer den Wandel des Themas Führung in den letzten Jahrzehnten verfolgte, sieht, dass es sehr wohl Veränderungen gab und gibt. In der Kriegs- und Nachkriegszeit des letzten Jahrhunderts dominierte die autoritäre Führung. Danach gewannen die demokratischen Modelle in der Politik und in der Wirtschaft die Oberhand. Der Erfolg bestätigte diesen Weg. Vertrauen statt nur Kontrolle. Der Chef wurde zum Coach. Mehr Beteiligung war gewünscht. Die Digitalisierung erlaubte mehr Fokussierung auf den Menschen.

Peter Harf ist Investor und Mäzen. Er wurde vor 80 Jahren geboren. Seine Entscheidungen und sein Führung haben ihn zum Miliardär gemacht. In einem Interview im Kölner Stadtanzeiger am 3. August sagte er: “Vertrauen kommt nicht aus der Machtposition heraus. Es wächst dort, wo Menschen für Menschen einstehen. Das ist nicht romantisch gemeint – das ist pure Realität in meinem Leben.…Die besten Chefs bauen starke Teams, um sich herum. Und hier ist Bescheidenheit für die Chefs zentral. Das Gegenteil sind egozentrische Führungskräfte – die sind es, die verlieren. Wenn du aber ein bescheidener und gleichzeitig führungsstarker Mensch bist, dann ziehst du sehr gute Leute an.“ Er hat die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) gegründet und jüngst der Universität Köln zur Adenauer School of Government verholfen.

Vertrauen in den Menschen

Im besagten Interview zitierte Harf den amerikanischen Managementguru Jim Collins, der sinngemäß gesagt hatte: „Wohin der Bus fährt, ist egal. Wenn du die richtigen Leute im Bus hast, haben sie es spätestens in 10 Minuten verstanden: Fährt der Bus in die falsche Richtung, drehen Sie um und machen es richtig. So gewinnt man.“

Wir alle wünschen uns, dass das Vertrauen in die Menschen die Oberhand behält. Die DKMS hat heute mehr als 13 Millionen registrierte Spender und Spenderinnen weltweit. Sie hat bisher 135.000 Menschen helfen können. Nicht in den Milliarden – die er einmal hinterlässt – sondern in den Menschenleben, die er gerettet hat, sieht Harf sein wahres Vermächtnis. Er hat gezeigt, dass ein Management, dass die Menschen priorisiert, gewinnt. Dabei können auch kleine Dinge eine große Wirkung haben.

Die Wechseljahre sind für viele Frauen eine belastende Lebensphase. In Großbritannien müssen Arbeitgeber künftig ab 250 Beschäftigten gesetzlich Aktionspläne zu den Wechseljahren vorlegen. Michaela Mutka-Wasling hat uns im Interview erzählt: „Frauen wünschen sich vor allem zwei Dinge: sensibilisierte Führungskräfte (76 Prozent) und eine wechseljahresfreundliche Arbeitskultur (73 Prozent).“

An diesem Gedenktag können wir uns erinnern, dass es führungsstarke Menschen braucht, die zu unser aller Wohl handeln und nicht nur in den Spuren der Macht wandeln.

Franz Langecker, Chefredakteur HR Performance

Franz Langecker

Chefredakteur HR Performance

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