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Trends entstehen durch das Erledigen von To-dos

To-dos mögen sich ähneln, sie bleiben aber sehr vielfältig und werden uns nie ausgehen. Das dürfte eine der vielen Botschaften der Messe „Zukunft Personal Europe“ gewesen sein, die in der vergangenen Woche mit 700 Ausstellern fast 26.000 Besucher in die Kölner Messehallen zog. In 680 Sessions präsentierten HR-Profis und HR-Begeisterte ihre Meinungen, Erfahrungen, Dienstleistungen und Lösungen.

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Zartes Pflänzchen wächst aus Blumentopf, wirft einen großen Baum als Schatten
Foto: ©AdobeStock/pika

Selbst nach 3 Tagen Präsenz auf der Messe, fällt es mir schwer über den Trend zu sprechen. HR ist so vielfältig geworden. In allen Bereichen lassen sich Trends finden. Bei den Recruitern drehte sich alles um um das Finden und Halten von Talenten.

Jedoch fehlte der kritische Blick auf das Thema Talentpool. KI mischt mittlerweile in allen HR-Feldern mit. Interessante Einsichten und Momentaufnahmen bzgl. der KI-Nutzung am Arbeitsplatz bietet ein aktuelles Whitepaper.

Die jungen Besucher dominierten die Messe. Die Entscheider von Morgen waren präsent und interessiert. Sie wollen HR mitgestalten und verändern. Sie sind bereit, Verantwortung zu übernehmen. Sie waren offen für die Impulse der Messe und haben sich rege beteiligt. Die Guided Tours durch die Messe waren in den letzten Jahren eher Ladenhüter. Dieses Jahr drängten sich schon am ersten Tag 50 Teilnehmer um den Tourguide.

Hope Management statt Change Management

Die Eröffnungskeynote trug den Titel „HR Diary 2027 – Ein Blick in das nächste Kapitel des Human Resources Management“. Die Botschaften von Kerstin Winkelmann, Member of the Management Board & Group Head of People & Culture, Motel One Group, und Dr. Hans Rusinek, Arbeitsforscher, Aufsichtsrat, Consultant und Dozent an der Universität St. Gallen, ließen aufhorchen. Beide boten einen menschennahen Blick in die Arbeitswelt.

Der Arbeitsforscher kritisierte die anhaltende Bürokratie- und Komplexisierung der Arbeitswelt. Sie schnürt die Menschen ein, statt sie zu befreien und zu beflügeln. Ähnlich wie in der Politik läuft sie Gefahr, die Köpfe und die Herzen der Menschen nicht mehr zu erreichen. Rusineks erste Forderung lautete deshalb Exnovation statt Innovation in der HR Abteilung. Was ließe sich beispielsweise bis 2027 abschaffen? Wenn die Menschen Hoffnung schöpfen sollen, dann brauchen sie auch die Chance, sofort Dinge zu verändern, damit Zukunft tatsächlich vorstellbar wird.

Hoffnung ist für ihn mehr als nur ein Gefühl. Er versteht sie als Handwerk, das man lernen kann. Er sagt: „Hoffnung ist ein Arbeitstier. Alles dreht sich um das Handeln, um das umsetzen und um das Ausprobieren. Was können wir noch einführen, was kann weg?“ Gelingen treibt die Hoffnung und gibt Mut zum weiteren Handeln. Für ihn muss niemand den Mitarbeitern Hoffnung geben. Man muss nur aufhören, ihnen die Hoffnung zu nehmen. Als Hoffnungskiller bezeichnet er Abstand, Macht, Karriere, Leistung, Intelligenz und Demokratie. Er plädiert dafür, das organisationale Können zu erhöhen, statt noch mehr KI zu implementieren. Es gilt, die To-dos unmittelbar umzusetzen und die Handlungsfähigkeit für die Mitarbeitenden erlebbar zu machen.

HR macht den Unterschied

Bei Kerstin Winkelmann von der Motel One Group dreht sich alles um die Menschen. Für sie macht HR den Unterschied. „Im Wandel von KI und Technologie sind wir es, die Menschen verbinden. Das ist unsere wichtigste Aufgabe für 2027.“ Ihr Unternehmen ist in den letzten Jahren exponentiell gewachsen. Einen Schlüssel für diesen Erfolg sieht sie in der Menschlichkeit. Für sie entscheidet sich der HR-Erfolg nicht an Strategiepapieren, sondern am konsequenten Zusammendenken von People, Purpose und Performance. Das ist ihr Business-Modell. Sie arbeitet kontinuierlich daran, über alle Standorte hinweg eine gemeinsame Kultur zu etablieren. Das gelingt ihr durch Menschen, die die Werte des Unternehmens täglich leben und sie so erlebbar machen für die Gäste. Für sie ist nicht jede Innovation digital. Sie erklärt beispielsweise: „Wir bringen Lernen zu den Menschen – spielerisch, nachhaltig und wirksam.“ Sie selbst spielt leidenschaftlich gern Stadt, Land, Fluss. Dieses Spiel gehört inzwischen zur DNA des Unternehmens.

Wachstum hat für sie viele Dimensionen. Menschlichkeit sieht sie als entscheidende Schlüsselkompetenz, die sich exponentiell entwickelt. Sie hat eine Antwort auf die These von Dr. Hans Rusinek gefunden: „Für viele ist Arbeit heute kein lebendiges Hoffnungswerk mehr, sondern eine dichte Kette von Zumutungen zwischen Montag und Freitag.“. Die beiden Referenten haben gezeigt, Hoffnung ist ein Handwerk und Menschlichkeit ist der Urstoff.

Franz Langecker, Chefredakteur HR Performance

Franz Langecker

Chefredakteur HR Performance

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