Startseite » News » In so vielen Stellenangeboten fehlt die Gehaltstransparenz

In so vielen Stellenangeboten fehlt die Gehaltstransparenz

Die deutschen Arbeitnehmer sprechen ungern über ihr Gehalt. Das gilt auch für die Arbeitgeber. So enthielten im Februar 2026 nur wenige der von ihnen ausgeschriebenen Stellen eine Gehaltsangabe.

1 Min. Lesezeit
Talking about money
Foto: ©AdobeStock/may1985

Wer sich bewirbt, will wissen, was er verdienen kann. In den meisten Stellenanzeigen fehlt diese Information jedoch. Im Februar 2026 nannten Arbeitgeber nur in rund 22 Prozent der öffentlich ausgeschriebenen Stellen das konkrete Gehalt oder zumindest eine Gehaltsspanne. Am häufigsten erwähnten sie den Verdienst in Jobangeboten für Arbeitskräfte in den Bereichen Transport, Verkehr, Logistik und Lager (in rund einem Drittel der Stellen).

Mit Blick auf das Qualifikationsniveau konnten ungelernte Arbeitskräfte am ehesten mit Gehaltsinformationen im Voraus rechnen (ebenfalls circa ein Drittel der Stellen). Regional lag Nordrhein-Westfalen mit einem Anteil von 25 Prozent vorn. Das sind die zentralen Ergebnisse der jüngsten Stellenmarkt-Analyse der Berliner Personalmarktforschung Index Research. Quellenbasis war Index Anzeigendaten, die größte Stellenanzeigen-Datenbank Europas.

Deutsche sprechen ungern über ihr Gehalt

Die deutschen Arbeitnehmer sprechen ungern über ihr Gehalt. Das gilt auch für die Arbeitgeber. So enthielten im Februar 2026 nur rund 22 Prozent der von ihnen ausgeschriebenen Stellen eine Gehaltsangabe. Immerhin stieg der Anteil im Vergleich zum Vorjahresmonat leicht um rund zwei Prozentpunkte. Von echter Gehaltstransparenz ist der deutsche Arbeitsmarkt damit noch weit entfernt.

„Viele Unternehmen verschenken Potenzial“, findet Jürgen Grenz, CEO von Index. „Wer in Stellenanzeigen eine Gehaltsspanne nennt, erhält mehr passende Bewerbungen. Gerade in Bereichen mit Fachkräftemangel kann Gehaltstransparenz ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.“

Wer erfährt das Gehalt bereits in Stellenanzeigen?

Die Bereitschaft der Arbeitgeber, in Stellenanzeigen Gehaltsangaben zu machen, hängt stark vom Berufsfeld ab. Im Februar verzeichneten Stellen in den Bereichen Transport, Verkehr, Logistik und Lager mit knapp 34 Prozent den höchsten Anteil. Auch im Bau- und Handwerksbereich lag der Wert mit 28 Prozent überdurchschnittlich hoch. Zum Vergleich: Wer eine Stelle als Projektmanager suchte, erfuhr das Gehalt vorab nur in 14 Prozent der Fälle.

Auffällig ist auch das Gefälle beim Bildungsgrad der gesuchten Mitarbeitenden: In rund einem Drittel der für ungelernte Arbeitskräfte ausgeschriebenen Stellen wurde eine Gehaltsangabe gemacht. Akademische Fachkräfte mussten hingegen fast ohne finanzielle Orientierung in den Bewerbungsprozess gehen. Lediglich 13 Prozent der an sie gerichteten Jobangebote nannten konkrete Zahlen.

Wo das Gehalt direkt in der Stellenanzeigen steht

Regional unterschied sich die Gehaltstransparenz im Februar nur leicht. Nordrhein-Westfalen erreichte mit 25 Prozent den höchsten Anteil. Schlusslicht war das Saarland, wo lediglich 18 Prozent der Stellen Angaben zum Gehalt enthielten.

Quelle: index

Andere interessante News

Heizung im Energiesparmodus

Viel zu viele Beschäftigte arbeiten im Energiesparmodus

Der Schaden durch Dienst nach Vorschrift ist groß. Dabei erfüllt eine große Mehrheit von 77 Prozent der Beschäftigten ihre Aufgaben pflichtbewusst. Das war es dann aber auch schon....

Blaue und rosafarbene Männchen stehen auf Münzen neben einer Lupe

Lust auf Gehaltsverhandlungen steigt durch mehr Transparenz

Die Einsicht in die Gehälter von Kolleg:innen in vergleichbarer Position würde bei fast zwei Dritteln der Beschäftigten in Deutschland die Bereitschaft erhöhen, das eigene Gehalt z...

Dienstangestellte von früher bügeln

Wir haben kein Leistungs-, sondern ein Transformationsproblem

In vielen Köpfen dominiert noch der alte Leistungsbegriff, der Leistung hauptsächlich quantitativ versteht. Dabei korrelieren Menge und Produktivität (Output pro Zeit). Dieses Vers...