Startseite » Fachbeiträge » Wie nachhaltige Gesundheitsförderung gelingt

Wie nachhaltige Gesundheitsförderung gelingt

Im ungünstigsten Fall erleben die Beschäftigten die Wohlfühlmaßnahmen der Unternehmen als Mogelpackung – als „Wellness-Washing“ – und reagieren mit Enttäuschung, Demotivation oder gar Kündigung. Wir zeigen auf, wie Unternehmen sich glaubwürdig und nachhaltig für die Gesundheit ihrer Belegschaften einsetzen und dem Fachkräftemangel entgegenwirken können.

2 Min. Lesezeit
Rückentraining im Büro
Foto: ©AdobeStock/TommyStockProject

Viele Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung greifen immer noch zu kurz – was wirklich zu tun ist, erläutern unsere Autoren, Dr. Sebastian Beitz und Dr. Peter Görg von der Bergischen Universität Wuppertal, in ihrem aktuellen Beitrag zum betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Seit einigen Jahren wird es für Unternehmen immer schwieriger, geeignetes Personal am Arbeitsmarkt zu gewinnen und dieses dann langfristig zu halten. Dies führt u.a. dazu, dass Unternehmen sich mit Initiativen schmücken, die auf das Wohlbefinden der Mitarbeitenden abzielen. Grundsätzlich konnte man meinen, dass alles, was den Mitarbeitenden gut tut, nicht falsch sein kann.

Die wirklichen Herausforderungen werden aber oft nicht angegangen, und die einzelnen Wohlfühlmaßnahmen erzielen keine nachhaltige Wirkung. Im ungünstigsten Fall erleben die Beschäftigten dies als Mogelpackung – als „Wellness-Washing“ – und reagieren mit Enttäuschung, Demotivation oder gar Kündigung. Wir zeigen auf, wie Unternehmen sich glaubwürdig und nachhaltig für die Gesundheit ihrer Belegschaften einsetzen und dem Fachkräftemangel entgegenwirken können.

Fachkräftemangel

In einer Umfrage des ifo-Instituts von März 2024 sahen sich 36,3 Prozent der Firmen akut vom Fachkräftemangel betroffen (Peichel, Sauer & Wohlrabe, 2022; Wohlrabe, 2024). In vielen Branchen und Regionen ist dies schon zu einem flächendeckenden, alltäglichen Problem geworden, verbunden mit rückläufigen Umsätzen, steigenden Personalkosten und erhöhter Arbeitsbelastung der Belegschaften – bis hin zur Existenzgefährdung.

Als Gründe werden in erster Linie der demografische Wandel und das damit verbundene Schrumpfen der Erwerbsbevölkerung genannt. Diese Feststellung ist sicher richtig, sie bedarf jedoch einiger Ergänzungen. Auf Ebene der einzelnen Unternehmen werden Probleme hinsichtlich der Attraktivität als Arbeitgeber, v. a. in Bezug auf die Arbeitsbedingungen, ersichtlich.

Dies gilt gleichermaßen für Hilfstätigkeiten (32,1 %) wie mittlere (24,1 %) und hoch qualifizierte Tätigkeiten (30,9 %). Neben einer fachkräfteförderlichen Migrations- und Integrationspolitik auf gesellschaftlicher Ebene ergeben sich daraus folgende Handlungsbedarfe auf betrieblicher Ebene: Stärkung von Aus- und Weiterbildung, bessere Arbeitsbedingungen und weniger Verschleiß am Arbeitsplatz, Potenziale unterschiedlicher Lebensphasen (junge Eltern und ältere Arbeitnehmer ab 64) nutzen (Ahlers & Quispe Villalobos, 2022), nachhaltig gesundheitsförderlich gestaltete Arbeitsbedingungen – Kernanliegen der „Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF)“ – können diesen Problemen entgegenwirken und den Fachkräftemangel entschärfen.

BGF-Aktivitäten in der Praxis

BGF-Maßnahmen können in verhältnis- bzw. bedingungsbezogene Maßnahmen und verhaltens- bzw. personenbezogene Maßnahmen unterschieden werden. In den meisten Fällen (61 %) kommt es zu einer Kombination aus beiden Formen. Rein verhaltensbezogene Maßnahmen treten zu 32 Prozent auf, und rein verhältnisbezogene Aktivitäten werden in 7 Prozent der Fälle favorisiert.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag aus dem Special „Compensation & Benefits“.

Andere interessante Fachbeiträge

Digitale Personaleinsatzplanung mit interaktiven Mitarbeiterprofilen, Dashboards und Analytics für modernes HR-Management

Personaleinsatzplanung optimieren: Weniger Aufwand durch integriertes Workforce Management

Fachkräftemangel und steigende Anforderungen machen Personaleinsatzplanung komplexer. Integrierte Workforce-Management-Plattformen schaffen Transparenz, reduzieren Aufwand und ermö...

Mann arbeitet im Homeoffice und hat eine Videokonferenz

Das bürolose Unternehmen Teil 2

Immer mehr Unternehmen prüfen, ob sie dauerhaft auf mobiles Arbeiten umstellen können. Welche rechtlichen Fragen und Herausforderungen aus kollektivarbeitsrechtlicher Sicht das mit...

Frauen und Männer, die im Sonnenlicht zu sehen sind neben einer Waage

LAG Köln begrenzt Aus­kunfts­an­spruch bei Ent­gelt­trans­pa­renz

Das LAG Köln äußert sich zur EU-Entgelttransparenzrichtlinie: Ein Anspruch auf Auskunft über individuelle Gehälter besteht nicht.