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Den Nachwuchs früh erreichen: Wie Girls’Day und Boys’Day das Azubi-Recruiting stärken

„Beim Girls’Day und Boys’Day sehen wir jedes Jahr, wie wichtig frühe Praxiserfahrungen sind, auch um Geschlechterklischees aufzubrechen. 69 Prozent der Mädchen und 67 Prozent der Jungen haben Berufe entdeckt, die sie vorher noch nicht kannten." Ein Blick auf die diesjährige Veranstaltung und ein Blick zurück.

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Girls' und Boys'Day
Foto: ©AdobeStock/MerciArtworks

Der Wettbewerb um Auszubildende beginnt heute deutlich früher als mit der klassischen Bewerbung nach dem Schulabschluss. Unternehmen und Institutionen, die junge Talente langfristig für sich gewinnen wollen, setzen zunehmend auf frühe, direkte Kontakte. Genau hier setzen der Girls’Day und der Boys’Day an. Die jährlich stattfindenden, bundesweiten Aktionstage bieten Unternehmen und Institutionen eine niedrigschwellige Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler frühzeitig kennenzulernen und für Ausbildungsberufe im Unternehmen zu begeistern.

„Beim Girls’Day und Boys’Day sehen wir jedes Jahr, wie wichtig frühe Praxiserfahrungen sind, auch um Geschlechterklischees aufzubrechen. 69 Prozent der Mädchen und 67 Prozent der Jungen haben Berufe entdeckt, die sie vorher noch nicht kannten. Dies erweitert den beruflichen Horizont der Teilnehmenden enorm“, erklärt Tabea Schroer, Leiterin der Bundeskoordinierungsstelle des Girls’Day und Boys’Day.

Hohe Reichweite, starke Wirkung: Die Aktionstage in Zahlen

Aktuelle Evaluationszahlen unterstreichen die Relevanz der Formate: Der Girls’Day ist aus der Berufsorientierung kaum noch wegzudenken. Seit seinem Start vor 25 Jahren wurden mehr als 2,5 Millionen Plätze für Schülerinnen in Unternehmen und Institutionen angeboten. Auch der Boys’Day, der seit 15 Jahren Jungen Einblicke in soziale, erzieherische, pflegerische und Dienstleistungsberufe ermöglicht, zeigt mit rund 464.000 angebotenen Plätzen eine große Reichweite und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu einer klischeefreien Berufswahl.

Besonders interessant für das Azubi-Recruiting und Talentmanagement ist die nachhaltige Wirkung der Aktionstage. Die aktuelle Evaluation von Girls’Day und Boys’Day durch die Prognos AG zeigt: 95 Prozent der teilnehmenden Schülerinnen und 89 Prozent der Schüler würden den Girls’Day beziehungsweise Boys’Day weiterempfehlen. Als persönlichen Mehrwert der Aktionstage gaben die Schülerinnen und Schüler besonders häufig an, dass sie neue Berufe kennenlernen konnten.

Ebenfalls positiv fanden die Teilnehmenden, dass sie praktische Erfahrungen in Berufsbereichen sammeln konnten, die sie interessieren, und auch den Kontakt zu Rolemodels in diesen Berufsfeldern bewerten die Teilnehmenden als hilfreich. Der Girls’Day und der Boys’Day sind daher eine gute Chance für Unternehmen und Institutionen, potenzielle Fachkräfte von morgen kennenzulernen. „Diese Chance sollten Unternehmen und Institutionen nutzen und mit den Jugendlichen in Kontakt bleiben”, empfiehlt Tabea Schroer.

Kira hat am Girls’Day 2025 teilgenommen und berichtet von ihrem Tag in einer Tischlerei: „Ich konnte mir nicht vorstellen, was eine Tischlerin in der Arbeit so alles macht, finde es aber toll, mit Holz zu arbeiten. Begeistert hat mich besonders, dass ich es geschafft habe, eine kleine Kiste aus verschiedenen Einzelteilen herzustellen. Ich war überrascht, wie gut ich mit den verschiedenen Werkzeugen umgehen konnte. Gelernt habe ich vor allem, wie wichtig es ist, sehr genau bei der Arbeit zu sein. Ich möchte zukünftig versuchen, noch mehr Erfahrung in diesem Beruf zu sammeln.“

Auch auf Unternehmensseite fällt die Bilanz sehr positiv aus. Mehr als 80 Prozent der beteiligten Organisationen geben an, durch die Aktionstage bei jungen Menschen bekannter geworden zu sein. Mehr als die Hälfte konnte potenzielle Praktikantinnen und Praktikanten gewinnen, fast jedes zweite Unternehmen sogar potenzielle Auszubildende.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag aus der HR Performance 1/2026.

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