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Diese Strategien helfen 2025 bei der Nachwuchs-Rekrutierung

Karrierechancen der Gen Z hängen stärker denn je von der Studienwahl ab, wie ein neuer JobTeaser-Bericht zeigt. Für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger ist die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt 2025 angespannt.

3 Min. Lesezeit
Junge Studenten hören im Hörsaal zu
Foto: ©AdobeStock/Gorodenkoff

Trotz steigender Jugendarbeitslosigkeit (6,3 % im Juli 2025) hat die Hälfte der Personalverantwortlichen Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Besonders betroffen sind technische und naturwissenschaftliche Berufe (MINT), während es ein Überangebot an Absolventinnen und Absolventen in den Bereichen BWL und Geisteswissenschaften gibt.​

JobTeaser, Europas führende Plattform für Recruiting und Karriereorientierung von Studierenden und Hochschulabsolventinnen und -absolventen, veröffentlicht dazu den neuen Bericht „Berufe unter Spannung: Welche Strategien helfen 2025 bei der Rekrutierung von Nachwuchskräften?“.

Der JobTeaser-Spannungsindex – basierend auf über 300.000 Bewerbungen und 100.000 Stellenangeboten – zeigt, welche Berufsfelder besonders unter Druck stehen und liefert konkrete Handlungsempfehlungen für HR-Verantwortliche.

Die Top-10 der am schwersten zu besetzenden Berufe

Der JobTeaser-Index offenbart: 6 der 10 Berufe mit den größten Besetzungsproblemen stammen aus dem Ingenieurwesen. Ganz vorne liegen Bauingenieurwesen & Statik sowie Infrastruktur, Netzwerke & Telekommunikation.

Michaël Giaj, Insight Manager bei JobTeaser, erklärt:„Die Diskrepanz zwischen Studienwahl und Arbeitsmarktbedarf ist eklatant. Während BWL-Studiengänge boomen, fehlen Ingenieur:innen und spezialisierte IT-Fachkräfte an allen Ecken. Unser Spannungsindex zeigt zwar, dass es auf viele IT-Stellen eine hohe Zahl an Bewerbungen gibt – doch die Profile passen häufig nicht zu den geforderten Qualifikationen. Besonders relevant sind Schnittstellenbereiche, in denen wirtschaftliches Wissen mit technischen Kompetenzen verknüpft werden muss – etwa in der Wirtschaftsinformatik, im Bereich Data Analytics oder im Rechnungswesen und Controlling. Hier zeichnen sich mittelfristig neue Engpässe ab.“

Weitere Trends aus dem JobTeaser-Bericht

Ergebnisse aus dem Spannungsindex

Verwaltung und Kundenservice zählen zu den schwer zu besetzenden Berufsfeldern, da es nicht genügend Bewerbungen auf freie Stellen gibt.

Nachhaltigkeit im Aufwind, aber schwer zu besetzen: Stellenausschreibungen im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit haben seit 2022 um +270 % zugenommen. Der Boom trifft jedoch auf zu wenig qualifizierten Nachwuchs – deshalb rangieren diese Berufe im Spannungsindex auf Platz 6 der schwer zu besetzenden Felder.

Ergänzende Marktbeobachtungen aus dem Bericht

  • Cybersicherheit ist eine der dynamischsten Branchen mit stark steigender Nachfrage nach technischen Profilen. Bis 2026 wird ein Mangel von über 100.000 Fachkräften erwartet.
  • Der Verteidigungssektor erlebt aufgrund geopolitischer Spannungen und staatlicher Investitionen ein deutliches Wachstum und steigenden Personalbedarf.
  • In der Industrie sind aktuell rund 350.000 Stellen unbesetzt, viele davon schwer zu besetzen – betroffen sind sowohl Fachkräfte als auch Akademiker:innen.
  • Ungleichheit nach Geschlecht: In Berufen mit großem Nachwuchsbedarf ist ein Geschlecht oft deutlich unterrepräsentiert. So liegt der Frauenanteil in der Programmierung nur bei 17–20 %, während in den Personalberufen lediglich 20–25 % Männer vertreten sind. Diese Schieflage reduziert den Talentpool zusätzlich.​

Bessere Orientierung für Studierende dringend nötig

Amber Wigmore Álvarez, Director of Partnerships, Universities & Schools bei JobTeaser, erläutert: „Unsere Analyse zeigt deutlich: Die Studienwahl vieler junger Menschen erfolgt oft ohne klare Kenntnis der realen Jobperspektiven. Gleichzeitig entwickelt sich die Arbeitswelt schneller, als die Hochschulprogramme reagieren können – etwa in neuen Feldern wie Cybersicherheit oder Nachhaltigkeit. Umso wichtiger ist es, Studierende noch besser über Zukunftsbranchen zu informieren und sie gezielt bei Entscheidungen zu unterstützen, die zu ihren Stärken und Wünschen passen.“

Erfolgsstrategien für Recruiterinnen und Recruiter

Um Engpässen entgegenzuwirken, empfiehlt der JobTeaser-Bericht:​​

  • Active Sourcing: Talente direkt an Hochschulen ansprechen, bevor der Wettbewerb zuschlägt.​​
  • Transparenz & Authentizität: Eine klare, glaubwürdige Employer Brand ist entscheidend.​​
  • ​Upskilling & Weiterbildung: Unternehmen müssen Lernangebote systematisch in ihre Stellenprofile integrieren.​​
  • ​Attraktivität steigern: Faire Vergütung, moderne Arbeitsmodelle und echte Entwicklungsperspektiven sind entscheidend, um junge Talente langfristig zu binden.

 

Adrien Ledoux, CEO von JobTeaser, betont: „Aus unserem Spannungsindex wird ersichtlich, dass wir es nicht mit einem allgemeinen Fachkräftemangel zu tun haben, sondern mit Engpässen in ganz bestimmten Berufsgruppen. Wer junge Talente für sich gewinnen will, muss diese Realität verstehen und seine Recruiting-Strategien gezielt danach ausrichten. Die gute Nachricht: Die Nachfrage nach Berufseinsteiger:innen bleibt hoch – Unternehmen haben jetzt die Chance, durch neue Ansätze im Recruiting einen echten Wettbewerbsvorteil zu erzielen.“

 

Alle Einzelheiten zu den Ergebnissen des Berichts, inklusive Expertenempfehlungen zu den aktuellen Trends

Quelle: JobTeaser

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