Startseite » Fachbeiträge » Mehr KI wagen!

Mehr KI wagen!

Das rät der auf die Einführung von künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen spezialisierte Interim-Manager Eckhart Hilgenstock vor allem der mittelständischen Wirtschaft. Seine Erfahrungen: Die ersten Projektschritte sind überschaubar und bringen schon nach wenigen Monaten konkrete Produktivitäts- und Kostenvorteile für die Firmen mit sich.

1 Min. Lesezeit
Figur mit zwei Gesichtern, eins menschlich, eins roboter-/KI-ähnlich
Foto: ©AdobeStock/Strive-Studio

KI führt zu Skaleneffekten

In der HR-Verwaltung rechnen sich gezielte KI-Projekte ebenfalls binnen kürzester Zeit, hat Eckhart Hilgenstock in seiner Praxis als Führungskraft auf Zeit festgestellt. Er gibt ein Beispiel: kontextbezogene Hilfe bei der Beantwortung von E-Mails mit einem KI-Tool. Die generative KI liest die ankommenden E-Mails und schlägt eine passende Antwort vor. Nach Projekterfahrungen des Interim-Managers lässt sich damit 30 bis 70 Prozent der Zeit einsparen, die bislang auf die elektronische Korrespondenz entfiel. „Bei durchschnittlich 30 E-Mails pro Tag ergibt sich dadurch eine enorme Entlastung“, sagt der Interim Manager, und stellt klar: „Nach einer Anlernphase sind die von der KI vorgeschlagenen Texte von hoher Qualität.“

DS-GVO und KI-Verordnung sind keine Show-Stopper

Die gelegentliche Ausrede „KI verträgt sich nicht mit der Datenschutz-Grundverordnung“ lässt Eckhart Hilgenstock nicht gelten: „Ich führe seit über anderthalb Jahren kein Projekt mehr durch, in dem KI nicht eine maßgebliche Rolle spielt. Und in keinem einzigen Fall hat sich der Datenschutz als Show-Stopper erwiesen.“ Allerdings sei es geboten, bei der KI-Einführung im Unternehmen von Anfang an „sehr deutlich und schriftlich klarzumachen, wozu die KI eingesetzt werden darf und wozu nicht.“ Der Interim-Manager empfiehlt: „Dabei sollte es nicht nur um den Datenschutz gehen, sondern auch um andere Compliance-Aspekte.“

Dazu gehöre auch die Schulung der Beschäftigten gemäß den Erfordernissen der KI-Verordnung. Eckhart Hilgenstock sagt: „Es geht bei allen meinen Projekten darum, die Betroffenen an künstliche Intelligenz heranzuführen, ihnen die Potenziale konkret aufzuzeigen, aber auch klarzustellen, was nicht geht. KI nur bereitzustellen und sich dann nicht um die Einsatzfälle zu kümmern, ist sinnlos. Die Schulung und das Coaching während der Einführungsphase sind entscheidend für den Erfolg.“

Personalressourcen zur KI-Einführung unerlässlich

Um die anfängliche Betreuung zu gewährleisten, sollten die Unternehmen gezielt eigene Personalressourcen zur Verfügung stellen, etwa in Form einer Task Force oder eines Chief Artificial Intelligence Officer (CAIO), empfiehlt Eckhart Hilgenstock. Wenn dies aus Ressourcenknappheit oder Kostengründen nicht möglich sei, rät er zur Einschaltung eines externen KI-Profis für einige Monate.

„Der Externe hat die Aufgabe, die interne Belegschaft mit dem entsprechenden Know-how auszustatten, sodass die Firma KI-fit ist, wenn er das Unternehmen wieder verlässt“, erläutert Eckhart Hilgenstock die Rollenverteilung.

Quelle: Hilgenstock Hamburg

(erschienen in HR Performance 4/2025)

Andere interessante Fachbeiträge

Kollegen diskutieren in neuen Büroräumen

New Work in 2026

Die Dauerkrise wird auch 2026 ein großes Thema für HR sein. Doch die Erwartungen an ein modernes und flexibles Arbeiten sollten dabei nicht gänzlich vernachlässigt werden.

Digitales Logo der Rechtssicherheit an der Fassade eines hohen Gebäudes

BAG schafft Rechtssicherheit bei der Betriebsabgrenzung

Wie ist der Betrieb des BetrVG in der digitalisierten Arbeitswelt abzugrenzen? Darüber hat das BAG entschieden.

Mitarbeitende machen Yoga im Büro

Wie moderne HR-Tools BGM messbar machen können

Viele Unternehmen investieren längst in Gesundheitsangebote. Trotzdem bleiben Teilnahmequoten niedrig, Führungskräfte wissen oft nicht, wie sie unterstützen können, und in HR-Syste...