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Der HR-Softwaremarkt ist noch in optimistischer Verfassung

Nur noch etwas mehr als die Hälfte der HR-Softwareanbieter bewertet die aktuelle Geschäftslage als „gut“ oder „sehr gut“, während dies im Frühjahr 2024 noch 80 Prozent waren. Zu diesem Ergebnis kommt das Wirtschaftsinstitut Wolfgang Witte in der aktuellen Konjunkturbefragung.

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Jemand markiert eine Stelle im Konjunkturverlauf
Foto: ©AdobeStock/Tino Neitz

Die schwache Gesamtkonjunktur hinterlässt auch im HR-Softwaremarkt erste Spuren. Die erfolgsverwöhnten HR-Softwareanbieter bewerten die aktuelle Geschäftssituation nicht mehr so positiv wie noch im Frühjahr 2024. Dies sind die zentralen Ergebnisse der aktuellen Konjunkturbefragung aus dem Herbst 2024.

Geschäftslage und -erwartungen

Nur noch etwas mehr als die Hälfte der HR-Softwareanbieter bewertet die aktuelle Geschäftslage als „gut“ oder „sehr gut“, während dies im Frühjahr 2024 noch 80 Prozent waren. Der Geschäftslageindex reduzierte sich kräftig und fällt von 76 Punkte auf 51,8 Punkte. Dies ist der schlechteste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2015.

Auch die Geschäftsaussichten für die nächsten sechs Monate werden gegenüber der Frühjahrsbefragung etwas negativer bewertet. Zwar erwarten vier von zehn Anbietern eine Verbesserung, aber 7,4 Prozent sehen eine Verschlechterung. Dadurch sinkt auch der Index der Geschäftserwartung von 44,0 Punkte auf 33,3 Punkte.

Der Geschäftsklima-Index sinkt um 17,4 Punkte auf 42,6 Punkte. Nur im Frühjahr 2020, zu Beginn der Coronapandemie, lag der Wert mit 33,3 Punkten noch niedriger. Allerdings bleiben die HR-Softwareanbieter zuversichtlich und bewerten die eigene Geschäftsentwicklung positiver als die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Zwei Drittel prognostizieren dies und nur vier Prozent erwarten, dass die eigene Entwicklung schlechter verlaufen wird.

Veränderte Marktsituation

Während der Fachkräftemangel in den vergangenen Jahren das dominante Markthemmnis darstellte, sind es nun die politischen Rahmenbedingungen, die von über 60 Prozent der Anbieter als erhebliches Hemmnis wahrgenommen werden.

Rund die Hälfte der Anbieter bewertet auch die Nachfragesituation und die Wettbewerbssituation als starkes Hemmnis der Geschäftsentwicklung. Erst dann folgt an vierter Stelle der Fachkräftemangel, den noch vier von zehn Unter[1]nehmen als starkes Hemmnis bewerten.

Niedrigere Auftragsbestände und nachlassende Umsatzdynamik

Die Auftragsbücher sind nicht mehr so prall gefüllt. Jedes fünfte Unternehmen berichtet zwar noch von einem hohen Auftragsbestand, aber im Frühjahr 2024 waren dies noch fast doppelt so viele. Rund 30 Prozent bewerten den Auftragsbestand als zu niedrig, während dies im Frühjahr 2024 nur 16 Prozent äußerten.

Obwohl die extreme Wachstumsdynamik des Jahres 2023 nicht mehr erreicht wird, zweigt sich das Umsatzwachstum im Jahr 2024 trotz nachlassender Dynamik insgesamt als sehr robust. 85 Prozent der Anbieter generieren Umsatzsteigerungen und 44 Prozent erreichen ein Wachstum von mehr als 10 Prozent.

Trotz der allgemeinen Abschwächung zeigen sich die HR-Softwareanbieter für das Jahr 2025 recht optimistisch. Die Umsatzerwartungen für das Jahr 2025 liegen leicht oberhalb der erwarteten Ergebnisse für das Jahr 2024. Mit Umsatzzuwächsen rechnen insgesamt 96 Prozent der Unternehmen und mehr als die Hälfte planen mit Umsatzzuwächsen von mehr als zehn Prozent. Kein Anbieter geht von rückläufigen Umsätzen aus.

Investitionen auf hohem Niveau

Trotz der Eintrübung und verschärften Rahmenbedingungen bleiben die HR-Softwareanbieter weiter optimistisch und werden im Jahr 2025 wieder kräftig in die Zukunft investieren. 85 Prozent wollen den Personalbestand erhöhen und 70 Prozent planen eine Erhöhung der Sachinvestitionen.

Fazit

Der HR-Softwaremarkt kann sich zwar nicht mehr völlig von der schwachen Gesamtkonjunktur abkoppeln, zeigt sich aber in optimistischer und robuster Verfassung. Der HR-Softwaremarkt bleibt auch 2025 auf Wachstumskurs und investiert kräftig in die Zukunft.

Quelle: Wirtschaftsinstitut Wolfgang Witte

Informationen zur Befragung

Seit 2015 untersucht das Wirtschaftsinstitut Wolfgang Witte die konjunkturelle Entwicklung im Markt für HR-Software und Outsourcing. Zu der aktuellen Konjunkturbefragung wurden rund 80 Anbieter aus allen Marktsegmenten eingeladen.

Die Befragung wurde vom 18. Oktober bis 8.  November 2024 als anonymisierte Online-Befragung durchgeführt. Insgesamt haben über 30 Prozent der eingeladenen Unternehmen den Fragebogen komplett ausgefüllt und die Befragung abgeschlossen.

Der Ergebnisbericht kann kostenlos beim Wirtschaftsinstitut Wolfgang Witte über die Website www.hr-konjunktur.de oder per E-Mail an wwitte@hr-konjunktur.de angefordert werden.

(erschienen in HR Performance 2/2025)

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