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Editorial 2/2021

Editorial 2/2021

Irgendetwas fehlt

Geht es Ihnen nicht auch so? Wir sind erstaunt, wie gut wir eigentlich über die Runden gekommen sind. Und doch vermissen wir vieles. Wenn beinahe alle im Homeoffice arbeiten, herrscht in den leeren Büros fast so etwas wie Endzeitstimmung. Die wenigen Personen, die noch ausharren oder bleiben mussten, verlieren sich in der Leere. Geschäftliches Treiben sieht anders aus. Und beim Homeworker hinkt der Vergleich mit dem einsamen Marathonläufer. Vor diesem liegt das Ziel. Dort angekommen, kostet er sein Erfolgserlebnis aus. Der Homeworker hingegen arbeitet und arbeitet und … Natürlich begegnet er Menschen in seiner digitalen Welt. Doch die ziehen gleichsam – wie im Höhlengleichnis von Platon – als Schatten an ihm vorbei. Er bleibt allein und fühlt sich wie Sisyphos, der unermüdlich den Stein nach oben wälzt. Kurz vor dem Gipfel rollt dieser wieder nach unten. 

Eine neue Arbeitswelt gestalten

Natürlich kann man Sisyphos bemitleiden. Doch das hilft ihm und uns nicht weiter. Es wäre nur Wasser auf die Mühlen der Pessimisten. Und selbst wenn diese Allegorie für das Leben steht, blendet sie doch unendlich viel aus, was für den Reichtum des Lebens steht. Schon bei Aristoteles lesen wir, dass der Mensch ein Zoon politikon ist – ein auf Gemeinschaft ausgerichtetes Lebewesen, das sein Leben im Dienst der Gemeinschaft verwirklicht. Doch die Gemeinschaft hat sich verflüchtigt. Die Flure sind gähnend leer. Aber das „Lebbe geht weider“ hat gerade Petra Gerster am Ende ihrer letzten „heute-Sendung“ am 26. Mai gesagt. Und so liegt es jetzt an uns allen, Gemeinschaft neu zu leben, wieder die Flure zu füllen und der Arbeitswelt ein anderes Gesicht zu geben. Selbst wenn Sisyphos weiter den Stein nach oben wälzt, kann er vielleicht neue Routen suchen. Er kann sich intensiver mit dem Stein beschäftigen und die Umgebung wahrnehmen. Und wer dann immer noch glaubt, er müsste Sisyphos bemitleiden, kann in der griechischen Mythologie viel Interessantes über die Abenteuer dieses Lebenskünstlers finden. Um die neue Arbeitswelt zu gestalten, braucht es viel Phantasie. Es lohnt sich, das Schicksal in die Hand zu nehmen.

„Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.“

Dieser Satz stammt von Albert Einstein, dem wohl berühmtesten Mitarbeiter des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum in Bern. Vielleicht beförderte die relative Eintönigkeit am Patentamt sogar seine Genialität. Einstein war zumindest davon überzeugt, dass Ruhe und Eintönigkeit auch eine gute Voraussetzung für überragende Leistungen seien. Er war noch Patentbeamter, als er 1905 die Relativitätstheorie veröffentlichte. 

Nach den Erfahrungen in der Arbeitswelt vor und in der Pandemie beginnt eine unsichere Wirklichkeit für viele Unternehmen. Es entstehen neue Räume für Chancen und zur Gestaltung. Alle sind aufgerufen, das Neue mitzugestalten. Wie wäre es, wenn Ihre Arbeit zukünftig Teil eines „Future Work Lab“ (FWL) wäre? So nennt sich ein Innovationslabor für Mensch, Organisation und Technik, über das wir ab Seite 10 ff. berichten. Wenn wir den Maschinen die Arbeit überlassen, bleibt uns mehr Zeit zum Lernen, für Kreativität und zum Leben. Lassen Sie sich von dieser Ausgabe inspirieren und erleben Sie einen erholsamen Sommer. Und seien Sie sicher, wir sind nicht als Sisyphos geboren.

 

 

 

 

 

Ihr Franz Langecker
Chefredakteur

Aus der HR Performance 2/2021

 

Frühere Editorials:

HR Performance 1/2021

HR Performance 6/2020

HR Performance 5/2020

HR Performance 4/2020

HR Performance 3/2020

HR Performance 2/2020

HR Performance 1/2020

HR Performance 6/2019

HR Performance 5/2019

HR Performance 4/2019

HR Performance 3/2019

HR Performance 2/2019

HR Performance 1/2019

 

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Irgendetwas fehlt

Geht es Ihnen nicht auch so? Wir sind erstaunt, wie gut wir eigentlich über die Runden gekommen sind. Und doch vermissen wir vieles. Wenn beinahe alle im Homeoffice arbeiten, herrscht in den leeren Büros fast so etwas wie Endzeitstimmung. Die wenigen Personen, die noch ausharren oder bleiben mussten, verlieren sich in der Leere. Geschäftliches Treiben sieht anders aus. Und beim Homeworker hinkt der Vergleich mit dem einsamen Marathonläufer. Vor diesem liegt das Ziel. Dort angekommen, kostet er sein Erfolgserlebnis aus. Der Homeworker hingegen arbeitet und arbeitet und … Natürlich begegnet er Menschen in seiner digitalen Welt. Doch die ziehen gleichsam – wie im Höhlengleichnis von Platon – als Schatten an ihm vorbei. Er bleibt allein und fühlt sich wie Sisyphos, der unermüdlich den Stein nach oben wälzt. Kurz vor dem Gipfel rollt dieser wieder nach unten. 

Eine neue Arbeitswelt gestalten

Natürlich kann man Sisyphos bemitleiden. Doch das hilft ihm und uns nicht weiter. Es wäre nur Wasser auf die Mühlen der Pessimisten. Und selbst wenn diese Allegorie für das Leben steht, blendet sie doch unendlich viel aus, was für den Reichtum des Lebens steht. Schon bei Aristoteles lesen wir, dass der Mensch ein Zoon politikon ist – ein auf Gemeinschaft ausgerichtetes Lebewesen, das sein Leben im Dienst der Gemeinschaft verwirklicht. Doch die Gemeinschaft hat sich verflüchtigt. Die Flure sind gähnend leer. Aber das „Lebbe geht weider“ hat gerade Petra Gerster am Ende ihrer letzten „heute-Sendung“ am 26. Mai gesagt. Und so liegt es jetzt an uns allen, Gemeinschaft neu zu leben, wieder die Flure zu füllen und der Arbeitswelt ein anderes Gesicht zu geben. Selbst wenn Sisyphos weiter den Stein nach oben wälzt, kann er vielleicht neue Routen suchen. Er kann sich intensiver mit dem Stein beschäftigen und die Umgebung wahrnehmen. Und wer dann immer noch glaubt, er müsste Sisyphos bemitleiden, kann in der griechischen Mythologie viel Interessantes über die Abenteuer dieses Lebenskünstlers finden. Um die neue Arbeitswelt zu gestalten, braucht es viel Phantasie. Es lohnt sich, das Schicksal in die Hand zu nehmen.

„Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.“

Dieser Satz stammt von Albert Einstein, dem wohl berühmtesten Mitarbeiter des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum in Bern. Vielleicht beförderte die relative Eintönigkeit am Patentamt sogar seine Genialität. Einstein war zumindest davon überzeugt, dass Ruhe und Eintönigkeit auch eine gute Voraussetzung für überragende Leistungen seien. Er war noch Patentbeamter, als er 1905 die Relativitätstheorie veröffentlichte. 

Nach den Erfahrungen in der Arbeitswelt vor und in der Pandemie beginnt eine unsichere Wirklichkeit für viele Unternehmen. Es entstehen neue Räume für Chancen und zur Gestaltung. Alle sind aufgerufen, das Neue mitzugestalten. Wie wäre es, wenn Ihre Arbeit zukünftig Teil eines „Future Work Lab“ (FWL) wäre? So nennt sich ein Innovationslabor für Mensch, Organisation und Technik, über das wir ab Seite 10 ff. berichten. Wenn wir den Maschinen die Arbeit überlassen, bleibt uns mehr Zeit zum Lernen, für Kreativität und zum Leben. Lassen Sie sich von dieser Ausgabe inspirieren und erleben Sie einen erholsamen Sommer. Und seien Sie sicher, wir sind nicht als Sisyphos geboren.

 

 

 

 

 

Ihr Franz Langecker
Chefredakteur

Aus der HR Performance 2/2021

 

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