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Gegensätze spornen Teams an

Geschäftsführer konzentrieren sich heute darauf, für ihre Angestellten eine Arbeitsumgebung zu schaffen, in der sie sich wirklich entfalten können. Damit versprechen sie sich von ihren Mitarbeitern mehr Einsatz, Kreativität und Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Viele Unternehmen setzen große Hoffnungen auf kollaborative Ansätze, um in ungewissen Zeiten den innovativen und eindrucksvollen Output zu generieren, der geschäftliche Erfolge verspricht. DasInstitute for Corporate Productivity(i4cp)und Rob Cross, Edward A. Madden Professor of Global Business am Babson College, ermittelten in einer gemeinsamen Studie, dass bei Unternehmen, die die Zusammenarbeit fördern, die Wahrscheinlichkeit, Herausragendes zu leisten, fünfmal so hoch ist wie bei anderen Unternehmen.

 

Sowohl Kultur als auch Technologie spielen eine Rolle

Trotz der Investitionen von Unternehmen in Kollaborationstools und -technologien lassen unabhängige Untersuchungen vermuten, dass Teamwork sich noch nicht durchgesetzt hat – weniger als 50 % der Berufstätigen in Großbritannien geben an, gerne im Team zu arbeiten. Philosophen von The School of Life und Dropbox geben in der gemeinsamen Studie „The Vices and Virtues of Collaboration“ verschiedene Gründe dafür an. Diese reichen von „Mitläufern, die von den Leistungen anderer profitieren, ohne selbst etwas beizutragen“ über „durch andere in den Hintergrund gedrängt werden“ bis hin zum Aufeinandertreffen zu vieler Egos im Team.

Die passenden Tools sind offenbar für eine effektive Zusammenarbeit im Team nur ein Faktor von mehreren. Die Vorgehensweise ist entscheidend – und hier kann die weit verbreitete Vorstellung von Zusammenarbeit irreführend sein.

Bei der Online-Bildersuche zum Thema ‚Zusammenarbeit‘ sieht man reihenweise Menschen, die lächeln, die sich die Hände reichen, die Puzzleteile aneinanderfügen und gemeinsam an einem Strang ziehen. Also lautet die logische Schlussfolgerung: Zusammenarbeit ist ein reibungsloser, harmonischer Prozess, bei dem sich alle Beteiligten schnell einig sind und zum selben Schluss kommen. Der Irrglaube, dass sich gute Zusammenarbeit innerhalb eines Teams durch allgemeine Einigkeit auszeichnen muss, hält Unternehmen davon ab, die Art von dynamischer Zusammenarbeit zu erreichen, die zu wirklich bahnbrechenden Ideen führt.

 

Zusammenarbeit ≠ Harmonie

Wenn Menschen mit unterschiedlichen Standpunkten und individuellen Stärken zusammenkommen, sollten völlig neue Lösungen entstehen. Unterschiede und Individualität sind Faktoren, die zu unterschiedlichen Betrachtungsweisen führen. Bestehen Sie nicht auf einem harmonischen Vorgehen, sondern lassen Sie Konflikte zu! So können Sie Scheuklappendenken und aus Gruppenzwang geborene Sichtweisen vermeiden.

Wir leben in einer Zeit, in der neue Ideen althergebrachte Vorstellungen vom Thron stoßen und sich zu Vorhaben entwickeln können, die die Welt verändern. Konformismus kann da den Untergang jedes Unternehmens bedeuten. Es muss nur ein anderes Unternehmen an seine Stelle treten, das keine Scheu vor internen Auseinandersetzungen hat, um die nächste bahnbrechende Idee umzusetzen und den Markt im Sturm zu erobern.

Zusammenarbeit funktioniert am besten, wenn unterschiedlichen Meinungen aufeinanderprallen und die Funken fliegen – denn diese Funken führen zu neuen Ideen und Denkweisen. Und dieses Ziel erreichen Sie nur, indem Sie die Meinungsverschiedenheiten der Teammitglieder ans Licht bringen.

 

Kontroverse und gleichzeitig konstruktive Zusammenarbeit fördern

Welche Basis für Zusammenarbeit stellt den idealen Nährboden für diese Art konstruktiver Meinungsverschiedenheiten dar?

Zunächst müssen Sie dafür sorgen, dass Ihre Mitarbeiter ihre Arbeit nicht mit ihrer Persönlichkeit gleichsetzen. Sie müssen sicher sein, riskante und ungewöhnliche Vorschläge äußern zu können, ohne dabei ihr Selbstwertgefühl aufs Spiel zu setzen. Außerdem ist es wichtig, eine Umgebung zu schaffen, in der die Teammitglieder auf professioneller Ebene unterschiedlicher Meinung sein können, ohne persönlich zu werden. Zusammenarbeit sollte die Form einer lebhaften Diskussion annehmen, statt in ein wildes Gerangel um das größte Ego auszuarten. Vorgesetzte müssen einen ‚sicheren Ort‘ schaffen, an dem die Kollegen verschiedene Ideen völlig unabhängig davon analysieren können, wer sie ursprünglich eingebracht hat. Dabei handelt es sich nicht um reine philosophische Mutmaßungen. Digitale Umbrüche verändern derzeit ganze Branchen, also muss auch Ihr Unternehmen in der Lage sein, die kritischen Schachzüge zu erkennen und umzusetzen, die einen neuen Markt oder eine bevorstehende technologische Entwicklung erschließen. Ansonsten könnte Ihr Geschäftsmodell angreifbar sein.

Unternehmen müssen eine Basis für kritische und umstrittene Zusammenarbeit schaffen, wenn sie nicht riskieren wollen, von einfallsreicheren Konkurrenten überholt zu werden oder die besten Ideen zu verpassen.

 

Foto: Adrienne Gormley, VP CX und Headof EMEA, Dropbox

Quelle: Sabine Reinhart, www.pr13.de

 

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