Kundenservice Veranstaltungen: 02234-9894940
Kundenservice Bücher: 089-21837921
Aboservice Zeitschriften: 089-21837110

Die größte Herausforderung ist das digitale Mindset

Insa Klasing sorgt mit ihrer digitalen Coaching-Plattform “TheNextWe” in Unternehmen für ein Umdenken auf allen Ebenen. Mit ihrem Whitepaper setzt sie gegen Vorbehalte zum Thema Digitalisierung an und erklärt, wie durch Mindset-Wandel Vorbehalten am besten entgegengewirkt wird.

 

1. Welche Konflikte entstehen am Arbeitsplatz durch die Digitalisierung?

Die Digitalisierung bringt die meisten Arbeitnehmer weit außerhalb ihrer Komfortzone. Sie sind jetzt gefragt, dauerhaft zu lernen und brauchen die Bereitschaft, altes Denken loszulassen und Neues auszuprobieren. Das ist für viele schwer, auch weil sie meinen, damit das bisher Geleistete in Frage zu stellen. Da entsteht schnell Unmut zwischen den Mitarbeitern, die zum Teil überfordert sind, und dem Management, was immer mehr Wandel einfordert um dem sich ändernden Markt gerecht zu werden. Jüngere Arbeitnehmer sind zudem durch die sozialen Medien konditioniert – sie sind es gewohnt sofort positives Feedback über den Like-Button zu bekommen. Ihre Chefs sind aber mit dem Kredo „Nicht getadelt ist Lob genug“ aufgewachsen, da sind die Konflikte vorprogrammiert.

 

2. Mit Ihrer Plattform TheNextWe setzen Sie ja insbesondere bei den Vorbehalten von Mitarbeitern an. Was sind die größten Vorbehalte im Arbeitsalltag?

Ein weitverbreiteter Vorbehalt ist derzeit „Die Digitalisierung macht mich überflüssig“. Das geht Hand in Hand mit dem Vorbehalt, dass Technologie eher eine Bedrohung als eine Chance ist, weil sie die eigene Arbeitsleistung ersetzt. Und viele Mitarbeiter sind müde von nie-enden wollenden Change-Prozessen, sie wollen sich einfach nicht ständig neu erfinden müssen.

 

3. Wie kann man Vorbehalten am besten entgegenwirken?

Es ist nicht trivial, jemanden von einem eingefahrenen Standpunkt runterzubringen, dafür braucht man Experten für Mindset-Wandel. Wer aber gerade keine Profis zur Hand hat, dem raten wir in unserem Whitepaper zu drei Schritten:

  • Zuhören und Vorbehalte anerkennen. Dem Standpunkt der Mitarbeiter mit Empathie begegnen.
  • Die Unausweichlichkeit der nötigen Veränderung vermitteln. Deutlich machen, dass es in der Hand der Mitarbeiter liegt, wie man damit umgeht. 

  • Ins gemeinsame Gestalten kommen. Abfragen, was geschehen muss, um das Ziel zu erreichen. Wer macht was? Bis wann? Unbedingt die Wahl lassen!

 


4. Bevor Sie die Plattform ins Leben riefen, führten Sie lange Jahre als CEO KFC Deutschland. Was waren Ihre wertvollsten Erfahrungen in dieser Zeit?

Die wertvollste Erfahrung war ganz klar, das Geschäft zu verdoppeln und in fünf Jahren fast so viele Restaurants wie in den 40 plus Jahren zuvor zu eröffnen. Der Schlüssel war, die berechtigten Vorbehalte aller Beteiligten zur Sprache zu bringen, sie ernst zu nehmen und auszuräumen. Dann konnten alle für neue Ergebnisse vorangehen. Übrigens wurde die Mehrheit der neuen Restaurants von den bestehenden Franchise-Partnern eröffnet.

 

5. Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für Unternehmen beim Thema Digitalisierung?

Die größte Herausforderung ist aus meiner Sicht nicht die Digitalstrategie oder Arbeit 4.0. Es ist vielmehr das digitale Mindset – damit meine ich die Bereitschaft, alles zu überdenken und neu zu erfinden, um in der digitalen Welt erfolgreich zu sein. Mit dieser Haltung tun sich die meisten Mitarbeiter sehr schwer. Auf allen Hierarchieebenen gelingt die Digitalisierung aber nur, wenn wirklich jeder Mitarbeiter mitgenommen wird. Sonst kann die beste Strategie nicht wirken, weil sie einfach nicht umgesetzt wird. Deshalb sagen wir: erst die Köpfe, dann die Prozesse.

Quelle: Insa Klasing, TheNextWe

Foto: Anka Bardeleben

Passende Artikel
Zeitschrift HR Performance
149,00 €

Preis für Jahresabonnement Inland