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Workforce Management: Mobile Arbeit steuern

Vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Krise mit nie gekannten Ausmaßen werden viele Weichen neu gestellt. So taucht die Frage auf, welche Auswirkungen auf die Workforce bestehen und welche Gestaltungsmöglichkeiten hieraus erwachsen. 

Arbeiten im Homeoffice: Welche Pflichten für Arbeitgeber und –nehmer bestehen

Viele Arbeitgeber schickten ihre Angestellten im Zuge der Corona-Pandemie sehr kurzfristig ins Homeoffice. Neueste Umfragen zeigen, dass mittlerweile mehr als zwei Drittel der Beschäftigten mobil arbeiten können, verglichen mit etwas mehr als zehn Prozent vor der Pandemie. Arbeiten von zu Hause ist an die Zustimmung der Beschäftigten geknüpft. Eine abweichende Festlegung des vertraglichen Arbeitsortes bedarf in jedem Fall einer arbeitsvertraglichen Regelung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer oder einer entsprechenden Betriebsvereinbarung. Grund hierfür ist, dass Arbeitgeber nicht auf den privaten Wohnraum der Beschäftigten als Büroraum zurückgreifen können und das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung einer solchen Verpflichtung entgegensteht. Daneben bestehen oft sachliche Hinderungsgründe wie ein fehlender geeigneter Bildschirmarbeitsplatz, räumliche Enge etc. Daher wird mit der Corona-Arbeitsschutzverordnung die Verpflichtung der Arbeitgeber zur Prüfung und Bereitstellung geregelt. Grundsätzlich hat der Arbeitgeber auch bei der Arbeit im Homeoffice für die Bereitstellung sicherer Arbeitsmittel zu sorgen. 

Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld: Befristeten Reglungen wurden bis Ende des Jahres verlängert

Die befristeten Regelungen und Mindesterfordernisse für die Anzeige von Kurzarbeit sowie für die Beantragung von Kurzarbeitergeld wurden bis 31.12.2021 verlängert. Die vollständige Erstattung der SV-Beiträge kann ab 1.7.2021 durch die Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen erreicht werden. Gleichwohl gilt, wenn heute Arbeitnehmer von Kurzarbeit betroffen sind, dann besteht meist eine große Lücke zwischen denjenigen, die vornehmlich in großen tarifgebundenen Unternehmen oft einen Arbeitgeberzuschuss zum Kurzarbeitergeld bis fast 100 Prozent erhalten und denjenigen die z.B. in einfachen Dienstleistungsbranchen auf die 60 bzw. 67 Prozent Kurzarbeitergeld (Kug) zurückfallen. 

Gewährung steuerfreier Corona-Beihilfen ebenfalls verlängert

Daher ist es erfreulich, dass der Gesetzgeber die Möglichkeit der Gewährung einer steuer- und sozialversicherungsfreien Beihilfe von bis zu 1.500 Euro verlängert hat. Arbeitgeber können ihren Arbeitnehmern diese Beihilfe noch bis zum 30. Juni 2021 aufgrund der Corona-Krise nach § 3 Nr. 11 EStG steuerfrei in Form von Zuschüssen und Sachbezügen gewähren. Voraussetzung ist, dass diese zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden. Die gesetzlich vorgeschriebenen Voraussetzungen (R 3.11 Absatz 2 Satz 2 Nummer 1 bis 3 LStR) sind nicht gesondert nachzuweisen. Vielmehr werden diese aufgrund der gesamtgesellschaftlichen Betroffenheit durch die Corona-Krise aus Sicht der Finanzverwaltung allgemein unterstellt. Die steuerfreien Leistungen sind im Lohnkonto aufzuzeichnen. 

Fazit: Mobile Arbeit steuern

Der Trend geht weg von einer Präsenzpolitik hin zu einer Abwesenheitssteuerung im Rahmen der mobilen Arbeit. Insbesondere bei Kurzarbeit und Homeoffice gilt es, den Überblick darüber zu behalten, welcher Mitarbeiter gerade in welchem Umfang verfügbar ist. Das Angebot von mobiler Arbeit erhöht messbar die Arbeitgeberattraktivität (Employer Branding). 

Den vollständigen Artikel von MBA Dipl.-Ing. Raschid Bouabba „Mobile Arbeit steuern“ lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 1/2021 der HR Performance.

 

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Teaserbild: © Adobe Stock/bsd555