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Zeit statt Geld

Werte und Wünsche in der neuen Arbeitswelt

Vom Arbeitgeber zum Zeitgeber – was wünschen sich die Generationen Y und Z

Arbeitgeber sind heutzutage unterschiedlichen Trends und Entwicklungen ausgesetzt, die die Rekrutierung neuer Mitarbeiter erschweren. Einerseits ändern die zunehmende Digitalisierung und neuartige Technologien die Art und Weise wie wir arbeiten. Gleichzeitig wollen Mitarbeiter nicht mehr allein für ihre Anwesenheit bezahlt werden, sondern erwarten Freiräume und die Möglichkeit, ihre Arbeit und ihren Arbeitsplatz mitgestalten zu können. Der demografische Wandel tut sein Übriges: Die Babyboomer werden langsam aber sicher vom Nachwuchs abgelöst – die Generationen Y und Z rücken auf den Arbeitsmarkt bzw. sind schon längst da. Im Gepäck haben sie Ansprüche an die Arbeitgeber, die sich nicht allein an einer monetären Vergütung orientieren.

 

„Social Benefits“ und kreative Zusatzangebote sind gefragt

Für das Recruiting bedeutet dieser Kulturwandel eine besondere Herausforderung. Im Wettbewerb um die besten Fachkräfte zählen immer häufiger freiwillige Zusatzleistungen, die von vielen Bewerbern schon längst vorausgesetzt werden. Und dabei spielen Vergütungsmodelle mit „klassischen“ Sachleistungen für die jüngeren Generationen der 18 bis 35-Jährigen keine Rolle mehr. Vielmehr sind es „Social Benefits“ und kreative Zusatzangebote, mit denen sich Arbeitgeber heutzutage von Wettbewerbern abheben können. Angesagte Unternehmen wie Google und Facebook, aber auch Großkonzerne wie SAP nehmen hier eine Vorreiterrolle ein und übertreffen sich gegenseitig mit teilweise ungewöhnlichen Benefits. Der Tischkicker oder das firmeneigene Bällebad sorgte noch vor einigen Jahren für Aufsehen – heute bieten Unternehmen Mitarbeiterausflüge an den Strand, das Einfrieren von Eizellen oder ein Inhouse-Kinderzimmer, wenn das Kind krank wird und kurzfristig keine Betreuungsmöglichkeit verfügbar ist.

 

Darf’s noch ein wenig mehr sein?

Sicherlich fallen Angebote wie diese aus dem Rahmen. Für Arbeitgeber bieten solche Zusatzleistungen jedoch einen großen Mehrwert, insbesondere für die eigene Unternehmensmarke. Was zählt ist nicht mehr nur ein großer finanzieller Aufwand; punkten können Arbeitgeber vor allem mit Angeboten, die den Alltag der Mitarbeiter ein wenig entlasten. Denn so viele Vorteile die Digitalisierung auch mit sich bringen mag, steigt mit ihr auch die Belastung der Arbeitnehmer. Jeder ist ständig erreichbar und „always on“. Und die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen zunehmend. Den meisten Arbeitnehmern, so scheint es, fehlt es letztlich vor allem an einem: der Zeit. Der Tag mit seinen 24 Stunden genügt am Ende meist doch nicht, um Beruf, Familie und Freizeit unter einen Hut bringen zu können.

Ein hohes Arbeitspensum ist jedoch nicht allein Grund für den steigenden Stresslevel. Gerade Vollzeitkräfte setzen sich mit (zu) hohen Ansprüchen an sich selbst zusätzlich unter Druck. Von der Erwartungshaltung, jedem und allem gerecht zu werden, profitiert am Ende jedoch niemand so wirklich – weder der Arbeitnehmer, noch der Arbeitgeber. Wohl gerade deshalb wünschen sich viele Beschäftigte mehr persönliche Freiheit bei absoluter Kontrolle über die eigene Zeit. Work-Life-Balance und Flexibilisierung der Arbeit bzw. Arbeitszeit ist nach wie vor das verheißungsvolle Ziel.

 

Ein Investment, das sich für alle lohnt

Manche private Erledigung lässt ganz bequem und unabhängig von Öffnungszeiten übers Internet erledigen. Nicht ohne Grund wird Onlineshopping immer beliebter. Das Problem dabei ist nur, dass aufgrund der üblichen Arbeitszeiten die Lieferungen nicht persönlich entgegengenommen werden können. Neben Wunschzustellorten und -tagen ist der Empfang privater Pakete im Unternehmen für Mitarbeiter die bequemste Alternative. Auch wenn das trivial klingen mag, bedeutet eine offizielle Erlaubnis eine Entlastung, denn der Weg zum Postamt oder Paketshop wird dadurch hinfällig – und der Feierabend gehört Familie und Freizeit. Dank spezieller digitaler Empfangslösung lässt sich der gesamte Prozess professionell organisieren. Daneben gibt es noch weitere Online-Angebote, die Unterstützung bei der Hausarbeit leisten. Dazu zählen Kochboxen, Wäsche- oder sogar Concierge-Services, deren Kosten der Arbeitgeber beispielsweise bezuschussen oder zumindest erlauben könnte, damit einige private To-do‘s im Büro zu erledigen.

Um sich gegenüber den Wettbewerbern zu differenzieren, helfen nicht nur monetäre Vorteile oder aufsehenerregende Benefits. Stattdessen können es auch Zugeständnisse wie diese sein, mit denen der Arbeitgeber einen Teil zum Ausgleich seiner Mitarbeiter beiträgt – und vom Arbeit- zum Zeitgeber wird. Mit einer Veränderung der Denkweise, Kreativität und der Bereitschaft, den Mitarbeitern entgegenzukommen, kann oftmals viel mehr erreicht werden. Selbstverwirklichung und Freude bei der Arbeit, ein kollegiales Miteinander und sinnstiftende Aufgaben haben für die jüngeren Generationen einen höheren Stellenwert als Statussymbole. Unternehmen sollten die Chance nutzen, diesen Bedürfnissen entgegen zu kommen.

 

MarkusZiegler_HR-Performance

Autor: Markus Ziegler ist Mitglied der Geschäftsleitung der LGI Logistics Group International GmbH. Seit 2015 baut der Innovations-Experte das Startup pakadoo auf. Er wurde dafür im Februar 2016 mit dem LEO Innovations-Award ausgezeichnet. Die Work-Life-Logistics von pakadoo ist ein innovativer Service, mit dem Unternehmen den Empfang von privaten Paketen professionell und rechtssicher organisieren können. 

 

Quelle: Pakadoo

 

 

 

(Foto: SFIO CRACHO/Fotalia)

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