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WM-Pausen am Arbeitsplatz: Arbeitgeber reagieren gelassener als 2014

Repräsentative Umfrage der Universität Hohenheim untersucht Sportvermarktung, WM-Erwartungen, Medienverhalten & politische Aspekte

In der Studie zur Fußball-WM 2018 untersucht Marketing-Professor Markus Voeth von der Universität Hohenheim in Stuttgart die WM auch als Medienereignis. Die gute Nachricht für Angestellte, die sich während der Arbeitszeit mit WM-Themen beschäftigen wollen: Im Vergleich zur WM 2014 zeigen sich Arbeitgeber demgegenüber etwas toleranter. Die Studie basiert auf einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Personen in Deutschland. 

Durchschnittlich 16 Minuten am Tag wollen sich Deutschlands Angestellte während der Arbeitszeit mit der Fußball-WM beschäftigen, ohne diese später nachzuholen. Die Extremwerte liegen dabei stark auseinander: Fast 20 % der Studienteilnehmer planen, sich täglich mehr als eine Stunde ihrer Arbeitszeit mit der WM zu beschäftigen. Ein Viertel der Befragten planen dagegen vollständige WM-Abstinenz während der Arbeitszeit.

„Im Vergleich zur WM 2014 haben sich diese Werte erhöht“, bilanziert Prof. Dr. Markus Voeth, Leiter des Fachgebiets Marketing & Business Development der Universität Hohenheim. Damals habe der Durchschnittswert bei täglich 12 Minuten WM-Beschäftigung am Arbeitsplatz gelegen. Den Extremwert von über einer Stunde erreichten 13% der damals Befragten, während 16 % keine Minute Arbeitszeit auf die WM verwenden wollten.

Das bedeutet, dass eine WM neben positiven Auswirkungen (z.B. ein verbessertes Arbeitsklima) auch negative Auswirkungen auf die Arbeitsleistung der Arbeitnehmer während der WM hat. So gehen durch die 16 Minuten WM-Tratsch hochgerechnet 2,62 Mrd. Euro Bruttoinlandsprodukt während der WM verloren.


Arbeitgeber drücken mehr als 2014 bei WM ein Auge zu

Gleichzeitig würden Arbeitgeber die WM-Pausen weniger stark sanktionieren als noch vor 4 Jahren, bemerkt Benjamin Zimmermann als Co-Leiter der Studie. Laut aktueller Umfrage würden 67 % der Arbeitgeber den Blick auf die Spielergebnisse während der Arbeitszeit tolerieren (2014: 61 %). 57 % würden keine Einsprüche gegen Radiosendungen zur WM am Arbeitsplatz erheben (2014: 48 %). 38 % drückten sogar bei Fernsehübertragungen am Arbeitsplatz ein Auge zu
(2014: 34 %).

„Es gibt sogar Arbeitgeber, die das WM-Erlebnis am Arbeitsplatz fördern“, berichtet Zimmermann. Aktuell seien 13 bis 15 % mit Fernsehen, Radio und Internet-Recherche zur WM einverstanden. Bei der WM 2014 hätten nur 10 % die Belegschaft vor das TV-Gerät geladen (Radio: 14 %, Internet: 13 %).


HINTERGRUND WM-Studie 2018

Bei der WM-Studie 2018 handelt es sich um eine bevölkerungsrepräsentative Online-Umfrage in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bundeslandzugehörigkeit unter 1000 Probanden. Durchgeführt wurde sie zwischen 1. und 20. Mai 2018 vom Lehrstuhl für Marketing und Business Development der Universität Hohenheim.

Quelle: Universität Hohenheim
(
Foto: Robert Kneschke/Fotalia)