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Wissen, was der Mitarbeiter weiß

Mit der zunehmenden Erkenntnis, dass Wissen eine entscheidende Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen hat, rückt auch dasjenige der einzelnen Mitarbeiter immer mehr in den Vordergrund. Karrieren verlaufen heute nur noch in wenigen Fällen linear und immer weniger Personen arbeiten ein Leben lang im ursprünglich „gewählten“ Beruf. Branchen werden gewechselt, wodurch Mitarbeiter oft Erfahrungen aus sehr konträren Bereichen mit in Unternehmen bringen. Genau dieses Fach- und Detailwissen kann wesentlich zum Erfolg eines Unternehmens beitragen, sofern es nutzbar gemacht wird.

Sich einen Überblick über die Kenntnisse aller Mitarbeiter zu verschaffen und diesen letztlich auch zu behalten, wird für Personalabteilungen durch die raschen Veränderungen im Unternehmen zunehmend schwieriger, aber für den Betrieb zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Hilfreich können hierbei sogenannte Insight Engines sein. Mithilfe dieser intelligenten Lösungen können Personaler benötigte Anforderungen etwa von Fachabteilungen und vorhandenen Kompetenzen im Unternehmen abgleichen, um qualifizierte Personen rasch zu finden. So kann das benötige Know-how zur richtigen Zeit zur Verfügung stehen.

  

Insight Engines verbinden Wissen der Fachabteilungen

Unternehmen setzen sich meist aus vielen verschiedenen Abteilungen zusammen, die wiederum aus Mitarbeitern mit den unterschiedlichsten Hintergründen und Werdegängen bestehen. Informationen über frühere Arbeitgeber, Branchen, Aufgabengebiete etc. befinden sich aber in den Personalakten. Mit einer Insight Engine können diese Informationen mit unzähligen weiteren Daten kombiniert werden, da sämtliche Unternehmensquellen an das System angebunden sind. Dabei werden sowohl strukturierte als auch unstrukturierte Inhalte wie Bilder oder E-Mails berücksichtigt. Die Lösung greift im Rahmen der Berechtigungen auf die entsprechenden Daten zu, analysiert sie und interpretiert den Zusammenhang zwischen den Informationen. So entsteht eine Art Wissensdatenbank, die ausschließlich nur von Mitarbeitern unter voller Berücksichtigung der Berechtigung durchsucht werden kann. Semantische Analysen dienen zusätzlich zur Bereitstellung kontextrelevanter Zusatzinformationen beispielsweise der Mitarbeit an Projekten, Auslandsaufenthalte und Fortbildungen. Bei der Recherche nach einer bestimmten Qualifikation, werden nur jene Personen (Experten) aus der Wissensdatenbank extrahiert, die der konkreten Suchabfrage entsprechen. Dadurch erhält der HR-Verantwortliche rasch einen Überblick, welche Mitarbeiter für dieses Thema als Experten gelten oder welche wertvollen Input liefern können.

Auch Personaldienstleister setzen bereits auf die Fähigkeiten von Insight Engines. Die ManpowerGroup beispielsweise verfügt über ein Webportal, das Bewerberinnen und Bewerbern ermöglicht Beschäftigungsmöglichkeiten zu finden. Diese Such- und Matchfunktionalität wird durch die Insight Engine unterstützt und indiziert tausende von Stellenangeboten, welche dank der hochentwickelten Algorithmen durchsuchbar sind.

 

Technologische Basis: Keine klassische Suchmaschine

Obwohl Insight Engines zu einem sehr großen Teil auf traditionellen Suchtechnologien basieren, übertreffen ihre Fähigkeiten aber weitgehend jener klassischen Systeme. Technologien wie Machine- und Deep Learning, Natural Language Processing (NLP) und Natural Language Question Answering (NLQA) machen die Lösungen intelligent und erlauben Nutzern eine einfache Interaktion.

Statt herkömmlichen Suchfeld sowie die einfache Auflistung aller Ergebnisse ist bei Insight Engines die Kommunikation eher wie ein Dialog gestaltet. Mit NLP und NLQA kann die menschliche Sprache richtig verstanden, gegebenenfalls übersetzt und korrekt interpretiert werden. Fragen mit „wo“, „wer“, „warum“, „wann“ etc. können damit ganz einfach beantwortet werden. Suchabfragen lassen sich also in natürlicher Sprache eingegeben und direkt weiterverarbeiten. Die Resultate werden damit zudem genauer und entsprechen damit jenen Informationen, die spezifisch abgefragt wurden. Nutzer müssen sich nicht durch eine unendliche Auflistung von möglichen Antworten quälen.

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Mit den Technologien Machine- und Deep Learning kann die Insight Engine ihren Wissensstand kontinuierlich erhöhen. Anhand der Arbeitsweise der Anwender erhalten beispielsweise häufiger aufgerufene Daten eine höhere Relevanz. Mehrfach verwendete Begriffe bei Suchabfrage führen damit auch zu einer intelligenteren Reihung der Ergebnisse.

Die Daten werden übersichtlich und zusammenhängend aufbereitet und eignen sich dadurch ideal für die Weiterverarbeitung. Jedem Mitarbeiter wird so ein personalisierter und auf seine Bedürfnisse angepasster Überblick über die Unternehmensdaten gewährt. Durch die Verknüpfung der verschiedenen Daten aus den unterschiedlichen Quellen können diese intelligenten Systeme dem jeweiligen Anwender ein Gesamtbild, eine sogenannte 360-Grad Sicht etwa auf einen Experten liefern. Eine Insight Engines verhält sich also wie ein persönlicher Assistent und ist in der Lage kontext- und rollenspezifisch alle relevanten Daten, proaktiv und zeitgerecht zur Verfügung stellen.

Diese einfache Art der Informationsbeschaffung lässt sich auch von unterwegs nutzen. Dadurch steht die gesamte Wissensbasis zeit- und ortsunabhängig auf allen mobilen Endgeräten zur Verfügung. Moderne Insight Engines bringen eine Vorschaufunktion mit, mit der der Aufruf relevanter Informationen aus bestimmten Daten auch möglich ist, selbst wenn die dazu eigentlich nötigen Applikationen nicht installiert sind. Erst bei einer Interaktion mit dem Suchresultat wird ein Wechsel in die entsprechende Anwendung nötig.

Darüber hinaus ermöglichen Insight Engines eine automatisierte Datenextraktion. Das ist beispielsweise beim internen Bewerbungsprozesse von großem Nutzen. So werden relevante Daten aus einer Bewerbung herausgefiltert und erfasst. Anschließend wird diese automatisch dem Fachbereich zugeteilt. Auch im Bereich der Recherche bieten Insight Engines Möglichkeiten etwa zum Abgleich von Fachkompetenzen.

 

Einfache Integration

Insight Engines werden häufig als Appliances, also als Out-of-the-box-Lösung bestehend aus einer Kombination von Hard- und Software, angeboten. Dadurch ist eine mühelose und rasche Implementierung ins Unternehmen möglich. Jegliche Unternehmensquellen wie Netzlaufwerke, SAP, Microsoft SharePoint, ECM-Systeme etc. können mithilfe von sogenannten Konnektoren an die Insight Engine angebunden werden. Die meisten Lösungen stellen dafür über 450 Konnektoren für sämtliche Datenquellen zur Verfügung, um das schnelle Auffinden der relevanten Information zu gewährleisten.

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Fazit

Intelligente Systeme wie Insight Engines beschäftigen sich damit, wie relevante Informationen bestmöglich gefunden und genutzt werden können. Sie verhelfen Unternehmen und deren Fachabteilungen zu einer ressourceneffizienten und raschen Informationsbereitstellung und generieren dadurch einen Mehrwert aus den vorhandenen Daten.

Mit nur einer Suchabfrage analysiert diese Technologie den Inhalt von Personaldokumenten, versteht alternative Bezeichnungen (Thesauri) und liefert Informationen entsprechend der jeweiligen Nutzerrechte. Damit generiert sie eine sognannte 360-Grad Sicht auf die gesuchten Begriffe oder Themen wie beispielsweise spezielle Kompetenzen.

Die Suche nach „verborgenen Experten“ wird dadurch massiv erleichtert, die HR-Abteilung entlastet und Prozesse sowie Abläufe im Unternehmen optimiert.

 

Quelle: Kathrin Stadler, Mindbreeze

(Foto: mast3r/Fotalia)

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