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Vielfalt bringt Unternehmen weiter

Gelebte Vielfalt im Unternehmen kommt bei Bewerbern und Mitarbeitern gut an, erleichtert die Personalgewinnung und -bindung und schafft Wettbewerbsvorteile. Das sehen auch viele Unternehmen im Mittelstand, wenn auch Diversity für die Hälfte kein Begriff im Personalwesen ist. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young für das Bundesarbeitsministerium kennt die Hälfte des Mittelstand Diversity nicht als Kategorie in der Personalarbeit, sie unterstreichen jedoch die Aussage „Wir müssen innovativ sein, dazu brauchen wir unterschiedliche Mitarbeiter“. Dem kann Prof. Dr. Jutta Rump, Themenbotschafterin Chancengleichheit & Diversity der vom Bundesarbeitsministerium getragenen Initiative Neue Qualität der Arbeit, nur zustimmen: "Gelebte Vielfalt macht Unternehmen zukunftsfähig, in dem sie den Zugang zu neuen Märkten und Branchen erleichtert. Vielfältige Teams bereichern Betriebe aber auch nach innen: Sie eröffnen neue Perspektiven, bieten neue Ansätze bei Problemlösungen, erhöhen die Produktivität und auch die Attraktivität für neue Beschäftigte."

Gesellschaftliche Vielfalt spiegelt sich in Unternehmen und Institutionen immer deutlicher wieder. Dazu brauche es aber auch den nötigen Freiraum für unterschiedliche Lebensstile und Arbeitsformen. Denn: Vielfalt sei nicht nur eine kulturelle Frage. Persönliche Eigenschaften wie Alter, Geschlecht, sexuelle Identität, Behinderung oder Religion zählen dazu wie Bildungs- und Familienstand, Betriebszugehörigkeit oder Berufserfahrung. Diese Tipps helfen auf dem Weg zum vielfältigen Unternehmen:

Führungskräfte sensibilisieren

Die moderne Führung eigenständiger und diverser Teams ist nicht mehr hierarchisch, sondern partizipativ organisiert. Mitbestimmung und Selbstorganisation ersetzen „Top-Down“-Entscheidungen. Individuelle Wertschätzung und Selbstverantwortung steigern dabei die Produktivität, sind aber auch ein wichtiger Faktor, wenn es um die Zufriedenheit am Arbeitsplatz geht.  Zukunftsorientierte Unternehmen denken beim Recruiting in Teams und investieren in deren Entwicklung. Der Schlüssel zu positiven Veränderungen und gegenseitigem Verständnis ist Kommunikation. Sie bildet das Rückgrat der Umsetzung von Chancengleichheit und Diversity im Unternehmen, denn sie benötigt vor allem einen  Kulturwandel im Unternehmen. Dieses längerfristige Unterfangen setzte umfassende Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit sowie die Mitarbeit der Führungskräfte auf allen Ebenen voraus.  

Stereotypen hinterfragen

Die eigentliche Herausforderung liegt oft im Umgang mit Stereotypen. Hier müssen sich Geschäftsleitung und Beschäftigte auch selbst kritisch hinterfragen. Erst wenn alle Akteure innerhalb und außerhalb des Betriebs sich dieser Thematik bewusst sind und für sich Wege aus den Stereotypenfallen gefunden haben, ist das Fundament für Chancengleichheit gelegt. Kurse, die nicht nur Sprachtraining beinhalten, sondern auch über Land und Leute informieren und Kulturunterschiede näherbringen, helfen dabei. Die Methode der sogenannten Kultur-Kontrast-Assimilation sensibilisiert in einem ersten Schritt für die eigene Kultur, um sich dann in einem zweiten Schritt der anderen Kultur zu nähern. Denn nur wenn man die eigenen kulturellen Hintergründe versteht, kann man den Unterschied zur neuen Kultur wahrnehmen. 

Kompetenzen aufbauen

Partnerschaftsmodelle und Mentorenprogramme, bei denen langjährige Beschäftigte auf betrieblicher Ebene eine persönliche Beziehung zu den neuen Kolleginnen und Kollegen aufbauen, helfen dabei. Das ist keinesfalls ein einseitiger Austausch: Auch der Pate oder Mentor lernt von den Erfahrungen, dem Wissen und den Kompetenzen aus dem jeweils anderen Kulturkreis. Es profitieren also beide Seiten. Auch gemeinsame Aktivitäten etwa wie eine Betriebsfußball-Gruppe sind sehr hilfreich. Wichtig ist, dass Betriebe dafür auch über den eigenen Tellerrand hinausschauen und sich vernetzen, um von anderen zu lernen. Eine gute Hilfestellung leistet etwa das Projekt In Arbeit (www.inarbeit.inqa.de) mit Informationen , Vernetzungsmöglichkeiten und guten Beispielen sowie einer Checkliste für Unternehmen.

Quelle: INQA
(Foto: Jacob Lund/Fotalia)

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