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Unternehmen kontrollieren Fahrtkostenabrechnungen kaum

Deutsche Arbeitnehmer fahren am häufigsten mit dem eigenen Pkw auf Geschäftsreise. 77 Prozent setzen dabei auf das eigene Auto. Nur 25 Prozent nutzen einen Dienstwagen, besagt eine Studie des Verbands Deutsches Reisemanagement (VDR)*. Doch gerade Fahrtkostenabrechnungen mit dem privaten Pkw bieten viel Raum für Betrug und – bewusst oder unbewusst – falsche Angaben. Umso erstaunlicher ist es, dass 56 Prozent der europäischen Unternehmen Fahrtkostenabrechnungen nur selten oder gar nicht anzweifeln. Gerade einmal 13 Prozent hinterfragen eingereichte Fahrtkosten regelmäßig und 31 Prozent gelegentlich. Das ergab eine Umfrage von SAP Concur unter 1.130 europäischen Unternehmensmitarbeitern, die für Abrechnungen zuständig sind.

In Deutschland sind laut der Studie die Kontrollen sogar noch lockerer. Nur etwa 5 Prozent zweifeln Fahrtkostenabrechnungen regelmäßig an, 22 Prozent tun dies gelegentlich und 21 Prozent haben noch nie eine Abrechnung hinterfragt.

Durchschnittlich fährt der europäische Geschäftsreisende 3.183 Kilometer im Jahr. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Befragten geben an, dass Mitarbeiter bis zu 50 Fahrtkostenabrechnungen pro Woche geltend machen. 34 Prozent reichen noch mehr Abrechnungen ein.

„Millionen Euro werden jedes Jahr für die Fahrtkostenerstattung aufgewendet und doch scheint es, dass die Unternehmen dabei eher entspannt kontrollieren. Das öffnet Raum für Betrug und Fehlangaben”, so Götz Reinhardt, Managing Director MEE bei SAP Concur. „Unternehmen müssen Fahrtkostenabrechnungen transparent in ihr Reisekostenmanagement integrieren, um Lücken und Schlupflöcher im System zu schließen. Unsere Umfrage zeigt aber, dass das im Moment sehr oft einfach nicht der Fall ist.“

Noch immer verlassen sich viele Unternehmen auf veraltete, manuelle Verfahren zur Abrechnung. 84 Prozent der Unternehmen setzen auf papierbasierte Prozesse. 52 Prozent nutzen ein spezielles Formular und 32 Prozent greifen zu Tabellenkalkulationen. Nur ein Drittel (34 Prozent) nutzt ein Online- oder Web-Tool. So sind nur 16 Prozent der Mitarbeiter in der Lage, eine Fahrtkostenabrechnung in weniger als einem Tag einzureichen; bei 58 Prozent dauert das zwischen einem und sechs Tagen und 15 Prozent brauchen mehr als eine Woche.

Im EMEA-Vergleich setzen deutsche Unternehmen am stärksten auf papierbasierte Prozesse. 98 Prozent nutzen entweder spezielle Formulare oder Tabellenkalkulationen und nur etwa 25 Prozent unterstützen diese Prozesse mit einem Online-Tool. Auch brauchen die Deutschen im europäischen Vergleich am längsten. 21 Prozent der Arbeitnehmer benötigen mehr als eine Woche, um ihre Fahrtkostenabrechnung vorzubereiten.

*Der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) hat in einer repräsentativen Umfragen zusammen mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) 1.500 Geschäftsreisende befragt.

Quelle: SAP Concur
(Foto: Sibylle/Fotalia)

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