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Teilzeitbeschäftigte seltener in Jobs, in denen variabel vergütet wird

Teamerfolg ist wichtiger als individuelle Leistungen

Rund 60 Prozent aller deutschen Betriebe setzen variable Vergütungssysteme für ihre Führungskräfte und Mitarbeiter ein. Dabei erhalten Beschäftigte, die in Teilzeit arbeiten, also zumeist Frauen, seltener einen Bonus. Zudem gewinnen der Unternehmens- und Teamerfolg gegenüber der persönlichen Leistung bei der Vergütung an Bedeutung.

Dies zeigt der Forschungsmonitor „Variable Vergütungssysteme“, den das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das Institut für Arbeitsmarktforschung (IAB) im Kontext der Initiative Neue Qualität der Arbeit veröffentlichen. Die Erhebung im Rahmen der repräsentativen Längsschnittstudie „Arbeitsqualität und wirtschaftlicher Erfolg“ untersucht den Einsatz von Vergütungssystemen sowie ihre Auswirkung auf die Arbeitsqualität, das Engagement und die Zufriedenheit der Beschäftigten.

„Die Studie zeigt, dass die Teilzeitfalle oft zur Bonifalle wird. Teilzeitbeschäftigte, also vor allem Frauen, werden bei erfolgsabhängigen Vergütungen oft nicht berücksichtigt. Diese Bonuskultur ist nicht mehr zeitgemäß.“, kommentiert Björn Böhning, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die Ergebnisse. „Die Entscheidung für eine Teilzeitbeschäftigung darf nicht die Entscheidung für ein Gehalt zweiter Klasse sein. Die Brückenteilzeit wird die Debatte über die gerechte Vergütung von Frauen und Männern weiter vorantreiben. Weniger Stunden heißt nicht weniger Leistung und auch nicht weniger Verantwortung. Es muss in einer modernen Unternehmenskultur selbstverständlich sein, dass die Leistungen von Teilzeitbeschäftigten bei der Boni-Vergabe angemessen gewürdigt werden.“

Der Monitor „Variable Vergütungssysteme“ zeigt zudem erstmals, dass die Arbeitszufriedenheit und das Engagement der Mitarbeiter steigen, wenn der Unternehmenserfolg im Fokus steht und Zielvereinbarungen nicht das persönliche Gehalt beeinflussen: „50 Prozent aller Betriebe verknüpfen die Berechnung der Boni formelbasiert mit der Zielerreichung. Zielvereinbarungen steigern aber nur dann die wahrgenommene Arbeitszufriedenheit und das Engagement der Beschäftigten, wenn sie nicht formelhaft an die variable Vergütung geknüpft sind. Das konnte erstmalig durch die Längsschnittanalyse belegt werden.“, so Prof. Dr. Dirk Sliwka von der Universität zu Köln. „Hingegen steigen Arbeitszufriedenheit und das Commitment gegenüber dem Unternehmen, wenn der Bonus stärker am Erfolg des Gesamtunternehmens bemessen wird. Eine höhere Individualisierung der Vergütung hingegen senkt die Arbeitszufriedenheit und Kooperationsbereitschaft.“, so Prof. Dr. Patrick Kampkötter von der Eberhard Karls Universität Tübingen.

Der Monitor „Variable Vergütungssysteme“ basiert auf der Längsschnittstudie „Arbeitsqualität und wirtschaftlicher Erfolg“, für die in jeder Befragungswelle zwischen 800 und 1200 Personalverantwortliche in deutschen Betrieben sowie ca. 7.000 Beschäftigte aus diesen Betrieben befragt wurden. Die aktuellen Ergebnisse bilden die Entwicklung variabler Vergütung sowie branchenbezogene Unterschiede in Deutschland ab. Hier gelangen Sie zur Studie.

Quelle: Die Initiative Neue Qualität der Arbeit

(Foto: Grecaud Paul/Fotalia)

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