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Team-Building und Off-Site-Meeting - ja, bitte!

Team-Building – ohne mich! Off-Site-Meeting – nein danke! Wie man Verdruss über Teambildungs- und Strategietage vermeidet 

Teambildungs- und Strategietage bringen Kollegen in ungezwungener Atmosphäre zusammen und sorgen für nachhaltige Effizienzsteigerungen im Unternehmensalltag – so die Theorie. Doch viele Mitarbeiter winken ab: „Nicht schon wieder“. Sie sehen häufig nicht den Nutzen dieser Veranstaltungen. Ian Sanders von der Financial Times/IE Business School Corporate Learning Alliance erklärt, wie Team-Building und Strategie-Workshops gelingen.

Im Büroalltag kommt es häufig zu Spannungen unter Kollegen. Die Stimmung im Team leidet darunter. Immer mehr Unternehmen nutzen daher Teambildungstage, um ihre Mitarbeiter außerhalb der gewohnten Umgebung näher zusammenzubringen und Konflikte aus dem Weg zu räumen. Allerdings werden solche Off-Site Meetings von immer mehr Kollegen als Zwangsveranstaltungen empfunden, die Zeit kosten, aber keinen bleibenden Nutzen stiften. Der häufigste Grund für die Unzufriedenheit: bei den Veranstaltungen fehlt die klare Zielsetzung.

„Zu erfolgreichen Teambildungstagen gehören mehr als irgendwelche Workshops in einem Hotel bei kostenlosen alkoholischen Getränken“, sagt Experte Ian Sanders von der Financial Times/IE Business School Corporate Learning Alliance. „Richtig organisiert können Team-Exkursionen zum Teamgefühl beitragen, Konflikte lösen und die Motivation steigern. Sie bieten Gelegenheit zur Reflektion der eigenen Leistung und Standortbestimmung auf dem Weg zu einem gemeinsamen Ziel. Voraussetzung dafür ist aber immer eine klare Zielsetzung, damit die Teilnehmer mit der gleichen Erwartungshaltung in den Workshop gehen.“

Ian Sanders hat eine Checkliste für nachhaltig motivierende und erfolgreiche Teambildungs- und Strategietage entwickelt:

  1. Oberste Priorität: Ein klar formuliertes Ziel – vor dem Beginn der Veranstaltung. Geht es darum, die Mitarbeiter auf die Unternehmensstrategie auszurichten? Oder stehen Kennenlernen, Mannschaftsgeist und Feierlichkeiten im Mittelpunkt? Ersteres empfiehlt sich für Firmen, die grundlegende Veränderungen durchmachen, letzteres für Team-Building oder als Dankeschön für gemeinsame Erfolge. In jedem Fall: Vor der Anreise sollte jedem Teilnehmer das Ziel unmissverständlich klar sein.
  2. Der richtige Veranstaltungsort. Auf keinen Fall zum Teambildungstag in die gewohnte Büroumgebung einladen – sonst fühlt sich die gut gemeinte Initiative schnell nach Überstunden an. Mit etwas Recherche findet sich ein Hotel oder Landgasthof als neutraler Ort ohne Ablenkungen.
  3. Genug Raum für Freizeit und Kennenlernen. Ein Teambildungstag ist kein Fachkongress. Daher das Programm nicht mit Gastrednern und Seminaren überladen, sondern Zeit für Spiel, Sport und Kennenlernen lassen. Und mit dem Alkohol bis zum Abendessen warten.
  4. Aufenthalt über Nacht. Wenn die Teilnehmer nicht am gleichen Tag abreisen müssen, entspannt sich der Zeitplan. Es bleibt mehr Gelegenheit zum Kennenlernen und beim gemeinsamen Abendessen können auch mal harte Brocken durchgekaut werden.
  5. Bestandsaufnahme vor der Abreise. Damit die Lernerfahrungen des gemeinsamen Ausflugs den Weg zurück in den Alltag schaffen, unbedingt die Ergebnisse festhalten, und zwar so, dass sie gleich danach im Büro als klare Aufgabenbeschreibung und To-Do-Liste eingesetzt werden können.
  6. Ein Blick von außen. Gastredner bringen neue Perspektiven in die Diskussionsrunde und sehen Probleme mit anderen Augen. Wenn die Diskussion stockt, sorgen Motivationstrainer für frischen Wind. Und wer Kunden einlädt, zeigt seinen Mitarbeitern die Customer Experience aus erster Hand.

Für den Experten Ian Sanders steht fest: „Gelungene Teambildungstage vertiefen das gegenseitige Verständnis unter Kollegen und liefern die Grundlage für ein dauerhaft vertrauensvolles Arbeitsverhältnis. Voraussetzung dafür ist die sorgfältige inhaltliche Vorbereitung, einschließlich einer klaren Zielsetzung und der Kommunikation dieser Ziele an die Teilnehmer - bevor es losgeht.“

Zur Person:
Neben Beiträgen für die Financial Times | IE Business School Corporate Learning Alliance veröffentlichte Ian Sanders bereits vier Bücher zum Thema Arbeit, Start-Up-Companies und Unternehmertum.

Quelle: www.ftiecla.com

(Foto: drubig-photo/Fotalia)

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