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„Spielen ist die Urform des Lernens“

Interview mit Günther Kober, seit Anfang 2017 Geschäftsführer der IndustryMasters GmbH

HRP: Sie schreiben in Ihrem neuen Whitepaper "Change – Innovativ begleiten", dass neue innovative Formate zur Begleitung von Change notwendig sind. Wie können diese Formate aussehen?

Günther Kober: Nun, die Digitalisierung zwingt inzwischen nahezu alle Unternehmen dazu, bestehende Geschäftsfelder zu überdenken und neue Strategien zu definieren. Folge ist oftmals die Disruption althergebrachter Geschäftsmodelle. Organisationen müssen daher klarer kommunizieren und schneller lernen. Wir begleiten solche Prozesse in drei Schritten. Zuerst erstellen wir ein Simulationsmodell, das den Geschäftszweck des betroffenen Unternehmens grob abbildet. Dann bilden wir dort die notwendigen Entscheidungsalternativen mit den gewünschten Change-Botschaften der Geschäftsführung ab. Zum guten Schluss findet dann ein Simulationslauf für alle Führungsebenen und Mitarbeiter statt. Hier bieten sich Managementwettbewerbe als Format an. Diese führen wir auch mit tausenden Mitarbeitern als Online-Competition im Selbstlernmodus an.

HRP: Was sind Beispiele für inhaltliche Schwerpunkte, die im Mittelpunkt einer Unternehmenssimulation stehen können?

Kober: Das ist ganz unterschiedlich. Aktuell spielen im deutschen Markt beim Wandel Themen wie Digitalisierung, Mobilitätskonzepte oder die Energiewende eine starke Rolle. In den USA dagegen beherrschen Diversity und die Umsetzung relevanter Maßnahmen die Diskussion in vielen Unternehmen. Durch unsere hochentwickelte Simulationsplattform können wir glücklicherweise jedes beliebige Thema schnell aufgreifen und kostengünstig in eines unserer über 400 Simulationsmodelle integrieren. Das ist hierbei wirklich hilfreich.

HRP: Was bieten Sie und Ihr Unternehmen als Hilfestellungen für einen gelungenen Change?

Kober: Wir stellen unsere Simulationsplattform in den Dienst des Kundenprojektes, designen ein passendes Simulationsmodell und erweitern – wo notwendig-- unsere cloudbasierte Infrastruktur. Bei Bedarf bieten wir auch das passende Inhouse-Training aus einer Hand an. Der Trend geht aber ganz klar zum Selbstlernen und Virtual Training. Was Unternehmen selber mitbringen sollten: Die neue Strategie sollte stehen und die Transformationsprojekte bereits erkennbar sein. Wir bedienen uns dann der Strategie, bilden diese ab und beschleunigen und verbessern den Kommunikationsprozess ins Unternehmen.

HRP: Laut Ihrem Whitepaper motiviert Gamification zum Change. Warum?

Kober: Spielen ist die Urform des Lernens. Eine Simulation ist aufgebaut wie ein Computer-Spiel. Sie übernehmen ein virtuelles Unternehmen und entscheiden über die Strategie und operative Umsetzung. Ihr Highscore ist der Unternehmenswert. Mit diesem messen und vergleichen Sie sich mit ihren Kollegen, die die gleiche Aufgabenstellung lösen wollen. Das ist erst einmal spaßorientiert und motiviert. Mitarbeiter, die individuelle Unternehmenssimulationen mit Change-Szenarien durchspielt haben, treffen zudem im Nachgang immer wieder Aussagen wie: „Respekt vor unserem Management: Ich habe erstmals nachfühlen können, wie komplex die Situation wirklich ist.“ Oder ein Controller, der sagte: „Mir wurde heute bewusst, wie wichtig meine Zuarbeit für die Entscheidungen des Managements ist.“ Da wird uns regelmäßig Motivation und Identifikation mit dem Unternehmen pur zurückgespielt.

HRP: Was gilt es bei der Kommunikation von Change-Botschaften zu beachten?

Kober: Change-Botschaften kommen bei Mitarbeiter oftmals nur in Form von Projektnamen, Initiativen oder als Informationsblock an. Sofern man nicht in die zentralen Projekte involviert ist, führt das gerne zu dem Trugschluss und der Haltung: „Das geht mich ja nichts an“, „Na dann, weiter so wie bisher“ oder „Die anderen machen ja schon“. Durch eigene Erfahrungen setzt man ganz andere Akzente und erreicht eine positive Betroffenheit.

Ein Beispiel dazu: Als ein Mitarbeiter in einem Simulationstraining die zukünftig erforderliche ökologische Nachhaltigkeit beim Wirtschaften nicht beachtet hatte, lief er in einen Konkurs. Eine intensive und lehrreiche Erfahrung, die er – wie er uns schilderte – nie vergessen wird. Der Effekt für seinen Arbeitsalltag war aber positiv, da er die Wichtigkeit des Themas in alle zukünftigen Diskussionen zum Thema Nachhaltigkeit einbrachte.

HRP: Vielen Dank für das Gespräch.

Über das Unternehmen: Die individualisierbaren Lösungen von IndustryMasters werden weltweit von führenden Unternehmen zum digitalen Selbstlernen, im Training und für Change-Projekte eingesetzt. Günther Kober managt und vermarktet die dort entwickelte Simulations- und Lernplattform.