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Schnelligkeit wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor

Die wachsende Ungeduld von Mobile-Nutzern verändert Recruiting-Prozesse

Unser Alltag ist mobil. Arbeiten, Einkaufen, Nachrichten verschicken, kurz mal nach dem
Wetter, dem Busfahrplan oder dem Bankkonto schauen – in nahezu allen Lebensbereichen
verlassen wir uns mittlerweile auf unser Smartphone. Das ist in erster Linie praktisch,
verändert aber auch unsere Erwartungshaltung und unser Verhalten. Auswirkungen davon
zeigen sich auch vermehrt im Recruiting, denn Mobile-Commerce-Kunden sind gleichzeitig
auch potenzielle Bewerber. Von HR-Verantwortlichen wird jetzt Umdenken gefordert: Mobile
Lösungen und zügiges Handeln können den entscheidenden Vorteil bringen.

Alle sieben Minuten greifen wir zu unserem mobilen Alleskönner und verbringen durchschnittlich
bis zu drei Stunden täglich online. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Uni Bonn. Dass die
digitale Mediennutzung immer weiter zunimmt, bestätigt auch die aktuelle Online-Studie von ARD
und ZDF. Die Auswirkungen sind unweigerlich: Unsere Art zu konsumieren, zu kommunizieren,
nicht zuletzt unsere Art zu denken, verändert sich: Schnell muss es heutzutage gehen. Kurze
Ladezeiten, Overnight oder sogar Same-Day-Delivery: Wir haben gelernt, dass nahezu alles
immer und sofort verfügbar ist. Amazon macht es vor: Der Klick zur Buchbestellung und die
Lieferung des Fundstücks liegen oft nur wenige Stunden auseinander. Die Folge? Schneller
Mobile-Konsum macht uns ungeduldig.

 

Lange Wartezeiten verprellen potenzielle Bewerber

Ist eine mobile Einkaufsseite nicht innerhalb von drei Sekunden geladen, springen bereits bis zu
40 Prozent der Kunden ab. Eine zweite Chance geben sie dem Händler nur selten. Eine
Erwartungshaltung, die sich auch auf den Non-Commerce-Bereich überträgt. Gerade in puncto
Bewerbung können Unternehmen deswegen von E-Commerce-Anbietern lernen und auf die
veränderten Ansprüche und die wachsende Ungeduld der Bewerber reagieren. Aus der aktuellen
Mobile Recruiting Studie von meinestadt.de geht hervor, dass knapp ein Drittel der Bewerber
innerhalb von einer Woche eine Rückmeldung auf eine Bewerbung erwartet.


Wunsch versus Wirklichkeit

Oftmals kommt es aber erst gar nicht zu einer Bewerbung. Denn Unternehmen verlieren derzeit
fast jeden zweiten Bewerber durch unzureichende mobile Angebote, wie die Studie von
meinestadt.de belegt. Mehr als zwei Drittel der potenziellen Kandidaten sucht bereits heute über
das Smartphone nach passenden Stellenanzeigen. Etwa genau so viele Bewerber würden sich
gerne mobil bewerben. Das macht deutlich: Auch der Wunsch nach mobilen
Bewerbungsmöglichkeiten wird immer größer. Dieser Erkenntnis hinken Unternehmen allerdings
noch zu häufig hinterher: Weniger als die Hälfte der deutschen DAX30-Unternehmen bietet laut
der aktuellen Online Recruiting Studie von Wollmilchsau mobil optimierte Bewerbungsformulare
an. Arbeitgeber sind sich zwar oft der Dringlichkeit des Themas bewusst, es scheitert aber an der
praktischen Umsetzung. Auf die Wünsche und Erwartungen der Bewerber einzugehen, kann
jedoch für das erfolgreiche Recruiting ausschlaggebend sein.


Auf Formen der Kurzbewerbung setzen

Wollen Unternehmen mobile Bewerbungen ermöglichen, müssen sie bedenken, dass traditionelle
Prozesse nicht 1:1 übernommen werden können. Beispielsweise ist es sehr mühsam und
umständlich, mit dem Smartphone ein ausführliches Anschreiben zu erstellen. Es braucht daher
neue, abgespeckte Lösungen, wie eine Kurzbewerbung. Insbesondere Arbeitgeber, die um
besonders gefragte Fachkräfte werben, sollten Hürden im Erstkontakt senken. Mit einem vorgeschalteten kurzen Fragenkatalog kann die Auswahl wesentlich leichter und effizienter gestaltet werden. Unternehmen wie Telefonica, eismann oder Henkel haben neue, zeitgemäße Strategien in Form von Kurzbewerbungen eingeführt. Bei der Daimlertochter Daimler TTS sind die sogenannten One Click-Bewerbungen, beziehungsweise die 15 Sekunden-Bewerbung, ausdrücklich erwünscht.

 

Mobile-Commerce-Wissen nutzen

Es gibt fast kein Unternehmen, das derzeit nicht von Fachkräfteengpässen betroffen ist. Die Bedürfnisse der Bewerber in den Blick zu nehmen und im Recruiting zu berücksichtigen, ist vor dem Hintergrund umso bedeutender. Amazon, Google & Co. geben das Tempo vor. Die damit verbundenen Erwartungshaltungen sind kein vorübergehender Hype. Im Gegenteil. Sie werden sich mit dem Aufkommen neuer Technologien vermutlich verstärken. Auf diesen Wandel sollten Arbeitgeber flexibel reagieren können und heute aktiv werden. Bewerber fordern jetzt schon mobile Optimierung und Schnelligkeit ein. Unternehmen können hier von Mobile-Commerce lernen. Denn
das Wissen zur Kundengewinnung kann in Sachen Geschwindigkeit und Nutzerfreundlichkeit gleichermaßen zur Mitarbeitergewinnung angewendet werden.

 

Über den Autor
Wolfgang Weber ist Geschäftsführer beim Stellenmarkt meinestadt.de

Quelle: www.meinestadt.de
(Foto: miklav/Fotalia)

 

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