Startseite » News » So wichtig ist der Bildungshintergrund bei Wahl des dualen Studiums

So wichtig ist der Bildungshintergrund bei Wahl des dualen Studiums

„Zudem scheint das duale Studium eher für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler attraktiv zu sein, die vermutlich auch ein Studium an einer Universität oder einer vergleichbaren Hochschule hätten aufnehmen können."

1 Min. Lesezeit
Foto: ©AdobeStock/bluedesign

Obwohl Kinder aus akademisch geprägten Familien insgesamt öfter ein Studium aufnehmen als solche aus nicht-akademischen Hintergründen, trifft dies nicht auf duale Studiengänge zu. Falls ein Abitur vorhanden ist, ist die Wahrscheinlichkeit für Kinder von Nicht-Akademikern, ein duales Studium zu beginnen, um knapp 3 Prozentpunkte höher als für Akademiker-Nachkommen. Diese Erkenntnisse stammen aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), in der der Übergang von der Schule zur weiterführenden Bildung von Personen mit Hochschul- oder Fachhochschulreife untersucht wurde.

Insgesamt ähneln dual Studierende von ihrem familiären Bildungshintergrund her den nicht dual Studierenden der Fachhochschulen. Ungefähr ein Drittel hat ein Elternteil mit einem Hochschulabschluss. Dieser Anteil ist deutlich niedriger als bei Studierenden an Universitäten, von denen ungefähr die Hälfte zumindest ein Elternteil mit akademischem Abschluss hat. „Das duale Studium stellt für Kinder aus nicht-akademischen Familien eine vergleichsweise attraktive Bildungsalternative dar“, so IAB-Forscher Alexander Patzina.

Werden Akademikerkinder und Kinder, deren Eltern keinen Hochschulabschluss haben, mit ähnlich guten schulischen Leistungen verglichen, nehmen Akademikerkinder noch seltener ein duales Studium auf.

Anders als das Fachhochschulstudium spricht das duale Studium – ähnlich wie ein Universitätsstudium – insbesondere diejenigen Jugendlichen an, die ihre Hochschulreife auf direktem Weg am Gymnasium erworben haben. „Zudem scheint das duale Studium eher für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler attraktiv zu sein, die vermutlich auch ein Studium an einer Universität oder einer vergleichbaren Hochschule hätten aufnehmen können. Dies wirkt Ungleichheiten nicht entgegen, denn zumindest langfristig dürfte ein Universitätsstudium bessere Karrierechancen mit sich bringen“, erklärt IAB-Forscherin Carina Toussaint.

Die Studie zeigt außerdem, dass Akademikerkinder eine im Vergleich um gut 14 Prozentpunkte höhere Wahrscheinlichkeit haben, eine Universität zu besuchen, und eine um gut 14 Prozentpunkte niedrigere Wahrscheinlichkeit, eine Berufsausbildung aufzunehmen, als Jugendliche, deren Eltern keinen akademischen Abschluss haben.

Die Studie beruht auf Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) und ist abrufbar unter: https://doku.iab.de/kurzber/2023/kb2023-15.pdf.

Ein Interview mit den Autor*innen können Sie im IAB-Forum lesen: https://www.iab-forum.de/das-duale-studium-spricht-eher-bildungsaufsteiger-an.

Andere interessante News

Fragezeichen

Drei Fragen an…

Wir haben mit Diana Vieweg, seit dem 1. August 2023 neue Director of Human Resources bei Meininger Hotels, gesprochen - über für sie wichtige Tools und Apps in der Personalarbeit sowie die Personalarbeit in Zeiten von Post-Corona und Inflation.

Freundlichkeit

Viele vermissen den respektvollen Umgang miteinander

Am 10. April endete der Ramadan. In Indonesien nennt man den Tag darauf auch „halal bi halal“ (Zusammenkommen zum Verzeihen). Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten zu zeigen, wäre z. B. die Einrichtung eines Notfallfonds für Mitarbeiter, die in Not geraten sind oder einen Schicksalsschlag erlitten haben.

Künstliche Intelligenz

Dafür setzen Personaler KI ein

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass HR-Teams heute mit mehr Veränderungen, Herausforderungen und Druck konfrontiert sind als je zuvor. In dieser Situation müssen sie die Möglichkeiten neuer Technologien wie Automatisierung, Datenanalytik und KI nutzen, um bessere Erkenntnisse und mehr Zeit für strategisches Vorgehen zu gewinnen.