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HR 2024

Es sollte darauf geachtet werden, dass das Phänomen der „Zufallsmanager:innen“ sich nicht etabliert. Hierbei geraten die Karrierewege ergebnisorientierter und leistungsstarker Mitarbeiter:innen durcheinander – nämlich dann, wenn gute Mitarbeiter:innen befördert und mit Führungsverantwortung betraut werden, bevor sie aber auf diese neue Rollenaufgabe vorbereitet wurden.

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Zufallsmanager
Foto: ©AdobeStock/Nuthawut

Auch auf absehbare Zeit werden knappe Budgets, Fachkräftemangel und eine schwächelnde Wirtschaft die Unternehmen beschäftigen. Die sich ständig verändernde, flexible Arbeitswelt bietet aber auch Chancen, sich als attraktiver Arbeitgeber zu etablieren. Thomas Walther, Direktor KMU Deutschland bei SD Worx Deutschland, sieht vier Themen, die im kommenden Jahr eine wichtige Rolle in den Personalabteilungen spielen werden.

Das Thema Diversität hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Abreitnehmer: innen und Bewerber:innen wollen in einem Umfeld arbeiten, das die Allgemeinheit repräsentiert. Auch deshalb kristallisiert sich Diversität immer mehr als Schlüsselfaktor im Recruiting heraus. Nachweislich sind diverse Teams, mit verschiedenen Perspektiven, Fähigkeiten und Interessen, innovativer und in der Lage, Probleme besser zu lösen. Unterschiedliche Sichtweisen müssen gefördert werden, eine offene Feedbackkultur ist erwünscht. Dies macht sich nicht nur positiv im Team bemerkbar, sondern wirkt sich auch positiv auf die Gesamtleistung des Unternehmens aus. Die Personalabteilungen spielen dabei eine entscheidende und wichtige Rolle. Sie schaffen und gestalten einen fairen Arbeitsplatz und stellen sicher, dass keine voreingenommenen Einstellpraktiken und dafür Chancengleichheit für alle Bewerber:innen und Mitarbeiter:innen existieren.

Phänomen „Zufallsmanager:innen“

Auch sollte darauf geachtet werden, dass das Phänomen der „Zufallsmanager:innen“ sich nicht etabliert. Hierbei geraten die Karrierewege ergebnisorientierter und leistungsstarker Mitarbeiter:innen durcheinander – nämlich dann, wenn gute Mitarbeiter:innen befördert und mit Führungsverantwortung betraut werden, bevor sie aber auf diese neue Rollenaufgabe vorbereitet wurden. Oftmals ist dies der Fall, wenn Unternehmen Probleme haben, offenen Stellen mit qualifiziertem Personal zu besetzen. Laut einer aktuellen Studie von SD Worx haben 50 Prozent der Unternehmen nicht genug Personal, um das Tagesgeschäft zu bewältigen. Vier von zehn europäischen Arbeitgeber:innen (43 Prozent) geben an, Schwierigkeiten zu haben, neue Mitarbeiter:innen zu finden. Kein Wunder also, dass Stellen intern falsch besetzt werden. Eine vorausschauende Personalplanung, die die Entwicklung und Qualifizierung der einzelnen Mitarbeiter:innen in den Mittelpunkt stellt, kann dem entgegenwirken. Die Entwicklung von Rollen muss strategisch gesehen, denn nur so kann dieses Phänomen vermieden werden.

KI erfordert proaktiven Ansatz

Das Thema Künstliche Intelligenz wird auch im kommenden Jahr eine immer größere Rolle einnehmen – auch HR wird in diese Entwicklung eingebunden sein. ChatGPT hat die Welt im Sturm erobert, auch deshalb planen viele Unternehmen, KI so schnell wie möglich in ihre Geschäftspraktiken zu integrieren. Laut einer aktuellen Studie von Accenture investieren fast drei Viertel (73 Prozent) aller Unternehmen zuerst in KI-Tools, bevor sie in andere Technologien investieren. KI wird somit bald Teil des Arbeitsalltags vieler Angestellten werden und kann sich zu einem neuen „Kollegen” entwickeln. Jedoch sind die Anwendungsbereiche von KI vielfältig und reichen von Datensammlung und -verarbeitung über die Mustererkennung bis hin zur Strategieentwicklung. So müssen Mitarbeiter:innen in diesen neuen Technologien und Tools geschult werden. HR-Teams sind gefragt, neue Schulungsprogramme zu entwickeln und Anwendungsbereiche zu definieren, damit Mitarbeiter:innen KI effektiv nutzen und die Möglichkeiten und Grenzen verstehen können. Ebenso sind sie gefragt, die Bedenken der Mitarbeiter:innen bezüglich der ethischen Nutzung oder Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz zu verstehen und diese aus dem Weg zu räumen. KI erfordert immer einen proaktiven Ansatz, bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht.

Benefits kontinuierlich anpassen

Mitarbeiter:innen erkennen auch immer mehr, wie wichtig psychische Gesundheit und Selbstbestimmung sind. Sie wünschen sich Flexibilität – nicht nur bei der Wahl des Arbeitsortes oder der Arbeitszeit, sondern bei der Gestaltung ihrer Freizeit. Daten aus der Personalforschung zeigen, dass Urlaub immer spontaner genommen wird und nicht mehr Monate im Voraus geplant wird. Zwei von drei Arbeitnehmer:innen (32 Prozent) beantragen ihren Urlaub sogar am selben Tag, mehr als die Hälfte (55 Prozent) in der Woche davor. Auch deshalb sollten Unternehmen ihre Benefit-Pakete evaluieren. Leistungspakete sollten anpassungsfähig sein, um den sich ständig ändernden Bedürfnisse einer vielfältigen Belegschaft stets gerecht zu werden. Arbeitnehmer:innen sollten ihre Benefits flexibel bestimmen und an ihre individuellen Umstände und Präferenzen anpassen können. Die Aufgabe der Personalabteilungen ist es, dabei die bestehenden Benefits kontinuierlich zu evaluieren und anzupassen, um das Wohlbefinden der Mitarbeiter stets im Blick zu behalten.

Thomas Walther
©SD Worx

Thomas Walther, Direktor KMU Deutschland bei SD Worx Deutschland

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