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Fehlende Fachkräfte begrenzen zügigeren Ausbau erneuerbarer Energien

BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser sieht klare Anzeichen dafür, dass sich die aktuellen Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Fachkräften verstetigen beziehungsweise sogar noch verschärfen könnten.

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Foto: ©AdobeStock/ericsan

Berufsbildung ist in vielerlei Hinsicht wichtig: Auch für eine gelingende Energiewende und den Umbau zu einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft. Eine ausreichende Zahl gut ausgebildeter Fachkräfte ist für die Realisierung der Transformationsziele elementar.

Und da wird es künftig eng, denn Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Deutschland stehen vor einem Umbruch, der von Knappheiten geprägt ist. Knappheiten an Ressourcen infolge der COVID 19-Pandemie und des Krieges in der Ukraine sorgen für steigende Preise, und fehlende Fachkräfte verhindern ein langfristiges Wachstum.

So zeigt eine neue Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sowie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS), dass die Zahl der Erwerbstätigen bis zum Jahr 2040 von derzeit 44,92 Millionen Personen um rund 600.000 auf etwa 44,32 Millionen zurückgehen wird. Grund hierfür ist das Ausscheiden der Babyboomer-Generation aus dem Erwerbsleben. Die Zahl der zukünftig dual Ausgebildeten kann diesen Rückgang nicht auffangen. Die Projektionen zeigen deutlich, dass das Angebot an qualifizierten Erwerbstätigen die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften in immer mehr Berufen beziehungsweise Berufsgruppen nicht mehr decken kann. Dabei sind die größten Fachkräfteengpässe zu erwarten in den IT-Berufen, den technischen Berufen, im Baugewerbe sowie in den Gesundheits- und Sozialberufen.

BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser sieht klare Anzeichen dafür, dass sich die aktuellen Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Fachkräften verstetigen beziehungsweise sogar noch verschärfen könnten. „Die digitale und ökologische Transformation ist genau auf jene Fachkräfte angewiesen, an denen es zu mangeln droht. Das könnte den Umbau der Wirtschaft hemmen. Der Fachkräfteengpass droht damit zur Transformationsbremse zu werden. Fehlende Fachkräfte begrenzen zum Beispiel den zügigeren Ausbau erneuerbarer Energien. Wenn es hier nicht zu substanziellen Verbesserungen kommt, wird das Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2045 aktuell nicht erreicht werden.“

Quelle: BIBB

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