Startseite » News » Erwerbstätigenquoten von Geflüchteten steigen mit Aufenthaltsdauer

Erwerbstätigenquoten von Geflüchteten steigen mit Aufenthaltsdauer

Mit zunehmender Aufenthaltsdauer stiegen nicht nur die Erwerbstätigenquoten, auch die Beschäftigungsqualität verbesserte sich. So waren 76 Prozent der beschäftigten Geflüchteten, die 2015 zugezogen sind, 2022 in Vollzeit beschäftigt.

1 Min. Lesezeit
Job-Migration
Foto: ©AdobeStock/PAVEL VETLUGAEV

Die Erwerbstätigenquote der 2013 bis 2019 zugezogenen Geflüchteten stiegen mit der Aufenthaltsdauer. Sieben Jahre nach ihrem Zuzug sind hier 63 Prozent zu verzeichnen, acht Jahre nach dem Zuzug 68 Prozent, wie eine kürzlich veröffentlichte IAB-Studie zeigt.

 

Für die 2015 zugezogene Kohorte lag die Erwerbstätigenquote im Jahr 2022 bei 64 Prozent. Unter den 2015 zugezogenen geflüchteten Frauen waren 31 Prozent erwerbstätig, unter den Männern 75 Prozent. 90 Prozent aller beschäftigten Geflüchteten gingen dabei 2022 einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach.

Mit zunehmender Aufenthaltsdauer stiegen nicht nur die Erwerbstätigenquoten, auch die Beschäftigungsqualität verbesserte sich. So waren 76 Prozent der beschäftigten Geflüchteten, die 2015 zugezogen sind, 2022 in Vollzeit beschäftigt. Die mittleren Bruttomonatsverdienste lagen für Vollzeiterwerbstätige der 2015 zugezogenen Kohorte bei 2.570 Euro, für alle erwerbstätigen Geflüchteten bei 2.250 Euro. Mit einem mittleren Bruttostundenlohn von 13,70 Euro lagen die mittleren Verdienste der 2015er-Kohorte im Jahr 2022 über der Niedriglohnschwelle von 12,50 Euro in Deutschland.

„Die institutionellen und politischen Rahmenbedingungen sind entscheidend für die Arbeitsmarktintegration. So geht die Beschleunigung der Asylverfahren und schrittweise Reduzierung der Fristen für Beschäftigungsverbote mit einem Anstieg der Erwerbstätigenquoten der Geflüchteten einher“, sagt IAB-Forschungsbereichsleiter Herbert Brücker. Die Ergebnisse zeigen, dass Wohnsitzauflagen die Erwerbsaufnahme beeinträchtigen und eine Unterbringung in Aufnahmeeinrichtungen in einem besonders starken negativen Zusammenhang mit der Arbeitsmarktintegration steht. Für Männer, die in solchen Gemeinschaftsunterkünften leben, ist die Wahrscheinlichkeit erwerbstätig zu sein um 5 Prozentpunkte geringer, für Frauen um 3 Prozentpunkte.

„Insbesondere Frauen profitieren von den Integrationskursen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge und vom Abschluss berufsbezogener Sprachkurse. Ebenso steht die Arbeitsmarkt- und Berufsberatung der Jobcenter und Arbeitsagenturen in einem positiven Zusammenhang mit den Erwerbstätigenquoten. Ein früherer Beginn dieser Maßnahmen könnte die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten beschleunigen“, so IAB-Forschungsbereichsleiterin Yuliya Kosyakova.

Die IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten wird jährlich vom IAB gemeinsam mit dem Forschungszentrum des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am DIW Berlin durchgeführt. Die Stichprobe wird aus dem Ausländerzentralregister gezogen. Mithilfe statistischer Hochrechnungsverfahren können repräsentative Aussagen über Schutzsuchende getroffen werden, die zwischen dem 1. Januar 2013 und dem 30. Juni 2019 nach Deutschland gekommen sind sowie über ihre Haushaltsmitglieder.

Die Studie ist hier abrufbar.

Andere interessante News

Viele lachende bunte Smileys

Radikale Optimisten leben länger

Radikale Optimisten leben länger: Frederik G. Pferdt, ehemaliger Google-Innovationschef und heute Dozent in Stanford, erklärt, wie Zukunftsgeist, Entdeckergeist und Dankbarkeit Unt...

Ältere Frau arbeitet am Laptop und schaut lächelnd in die Kamera

So viele Beschäftigte über 55 würden über das Rentenalter hinaus arbeiten

Der demografische Wandel verstärkt den Fachkräftemangel in ganz Europa. Um die kleiner werdende Erwerbsbevölkerung auszugleichen, erhöhen viele Länder das gesetzliche Renteneintrit...

Hand tippt auf AI-Symbol

Bewertungen als zentrale Quelle der KI-Jobsuche

Wie stark vor allem Bewertungen die Einschätzung von Arbeitgebern prägen, zeigt sich auch dann, wenn KI-Tools konkrete Arbeitgeber empfehlen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle...