Startseite » News » Bitkom zur Bundestagsdebatte über die Fachkräftestrategie

Bitkom zur Bundestagsdebatte über die Fachkräftestrategie

Die größte Herausforderung der Digitalisierung ist, laut Unternehmen, die fehlende Zahl an IT-Fachkräften. Dabei verhindern vor allem die deutsche Bürokratie und der Visa-Prozess die Anstellung von ausländischen Spezialisten, die für Ihre Arbeit oft nur wenig Deutschkenntnisse benötigen.

1 Min. Lesezeit
Foto: ©AdobeStock/kebox

Der Bundestag hat vor Kurzem über die Fachkräftestrategie der Bundesregierung beraten. Dazu erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg:

„Der Fachkräftemangel gefährdet die digitale Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Quer durch alle Branchen fehlen bereits heute 137.000 IT-Spezialistinnen und -Spezialisten, 53 Prozent der Unternehmen nennen fehlende Fachkräfte als größtes Hemmnis bei der Digitalisierung. Diesen strukturellen Fachkräftemangel müssen wir angehen, im Ausland ebenso wie im Inland. Die Fachkräftestrategie der Bundesregierung kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten, wenn an zwei Stellen Erleichterungen eingeführt werden: bei der Forderung von Deutschkenntnissen und formalen Bildungsabschlüssen.

IT-Expertinnen und -Experten brauchen oft keine Deutschkenntnisse, um ihren Job erfolgreich ausüben zu können. Auf den Nachweis von Deutschkenntnissen zur Visa-Erteilung sollte verzichtet werden. Es ist völlig ausreichend, wenn diese Sprachkenntnisse während des Aufenthalts in Deutschland erworben werden. Durch die Forderung hochentwickelter Sprachkenntnisse vor Einreise beschränkt man die Fachkräftezuwanderung faktisch auf ausländische Studierende, die nach Studienende in Deutschland bleiben wollen. Die Chance einer gesteuerten, fachlich qualifizierten und am Bedarf ausgerichteten Zuwanderung wird ansonsten verpasst.

Außerdem sollte bei IT-Spezialistinnen und -Spezialisten auf die umständlichen und bürokratischen Anerkennungsverfahren formaler Bildungsabschlüsse verzichtet werden. Gerade in der IT werden Kompetenzen überwiegend durch Lehrgänge und Qualifizierungsmaßnahmen jenseits der formalen Institutionen erworben. Niemand kann die Eignung von Bewerberinnen und Bewerbern besser beurteilen, als die potentiellen Arbeitgeber in Deutschland. Und so sollte auch genügen, dass der potenzielle Arbeitgeber in Deutschland prüft, ob eine ausreichende Berufserfahrung vorliegt. Zudem scheitert der Zuzug qualifizierter Fachkräfte oft an umständlichen und bürokratischen Verfahren, deshalb müssen der Visaprozess ebenso wie Anerkennungsverfahren vollständig digitalisiert werden.

Aber auch im Inland gilt es, die vorhandenen Potenziale besser zu nutzen. Dazu gehört, Weiterbildung und Qualifizierung rund um digitale Fertigkeiten gezielt zu fördern und den Quereinstieg zu erleichtern. Aber wir müssen noch früher ansetzen: In den Schulen müssen mehr junge Menschen und insbesondere Frauen für MINT-Berufe begeistert werden. Dass es auch 2023 noch kein bundesweites Pflichtfach Informatik gibt, zeugt von analogen Beharrungskräften in Schulen und Verwaltung.“

Quelle: bitkom

Andere interessante News

Überstunden: Lagermitarbeiter sitzen erschöpft auf dem Boden

Eine zusätzliche Arbeitswoche pro Jahr

Mehr als 50 Prozent der Beschäftigten in Deutschland arbeiten regelmäßig länger, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Ein finanzieller Ausgleich ist dabei aber selten.

Kuh schaut in die Kamera, im Hintergrund Berge und Wiesen sowie Flagge der Schweiz

Darum ist die Schweiz kein Vorbild

Alles in allem zeigt ein vertiefter Blick in die Schweiz, dass der Ansatz, die Arbeitszeiten forciert auszudehnen, in die falsche Richtung geht, um Erwerbspotenziale, die es in Deu...

Krise, Geschäftsmänner sitzen in brennenden Trümmerteilen neben untergehender Erdkugel

Management by Trump

Man darf zurecht zweifeln, dass Management by Trump die Herausforderungen der Welt zu lösen hilft. Die Mehrheit der Unternehmen schätzt die Kultur der Zusammenarbeit und geht nicht...