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Karriereseiten richtig gestalten

Jemand erfährt von einem interessanten Unternehmen auf einer Messe, von einem Freund, in den sozialen Medien oder über eine Stellenbörse – mit großer Wahrscheinlichkeit folgt diesem Schritt als nächstes: „Klick“, ab ins Internet und nachgeschaut, wie sich das Unternehmen auf der Karriereseite präsentiert. Chance verpasst, wenn es dann gar keine Webseite gibt, oder keinen extra Karriere-Bereich, auf dem sich das Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber vorstellt.

Eine Karriereseite ist bei der Gewinnung von Mitarbeitenden von entscheidender Bedeutung. Sie ist an 365 Tagen im Jahr, 24 Stunden am Tag die Werbeplattform im Internet, um potenzielle Bewerberinnen und Bewerber als Arbeitgeber zu begeistern und sich von den Wettbewerbern abzuheben. 

Eine Karriereseite ist ein eigener Bereich auf der Unternehmenswebseite mit:

  • Informationen über den Arbeitgeber
  • Einblicken in Unternehmenskultur und Team
  • aktuellen Stellenangeboten
  • Möglichkeiten zur Bewerbung

 

Ziel einer Karriereseite: Aus Besucher*innen Bewerber*innen machen

Eine Karriereseite sollte authentische Einblicke in ein Unternehmen geben. Was macht das Unternehmen als Arbeitgeber aus und wie unterscheidet es sich von der Konkurrenz? Dabei sollte auf Floskeln verzichtet werden und stattdessen herausgearbeitet werden, wofür das Unternehmen steht und ganz konkrete Beispiele gezeigt werden. Welche Vorzüge bietet das Unternehmen, was kann der Bewerbende bei diesem Unternehmen erwarten? Wichtig: Nichts darf dabei kommuniziert werden, was nicht gehalten werden kann.

Interessant sind:

  • Unternehmenskultur
  • Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Angebote zur Vereinbarkeit, beispielsweise von Beruf und Familie oder Informationen zu flexiblen Arbeitszeitmodellen 
  • Weitere Benefits wie Sportangebote, Coaching oder vermögenswirksame Leistungen

 

Nicht zu unterschätzen: das Interesse am Betriebsklima

Bewerberinnen und Bewerber sind neben den Informationen zu der Tätigkeit und Entlohnung auch sehr an den Benefits und dem Betriebsklima des Unternehmens interessiert. Spannend sind daher Einblicke in gemeinsame Unternehmungen oder Erfahrungsberichte der Beschäftigten: Warum haben sie sich für genau das Unternehmen entschieden, warum arbeiten sie gerne dort oder was spricht aus ihrer Sicht für diesen Arbeitgeber? Fotos und Videos ermöglichen den Interessenten, sich ein realistisches Bild von einem Unternehmen zu machen. Hilfreich ist eine Vorstellung des Teams. Dies kann in Form von Bildern, Steckbriefen oder auch durch kurze Videos geschehen. Idealerweise zeigt man die Beschäftigten bei der Arbeit. Auf diesem Weg können sich Bewerberinnen und Bewerber ein besseres Bild von dem Alltag im Unternehmen machen. Ein „No-Go“ sind Bilder, die man im Internet auf Bilddatenbanken kaufen kann – sie sind alles andere als authentisch! Auf einer Karriereseite geht es nicht um Hochglanz und eine schöne Fassade, sondern darum, dass potenzielle Interessenten einen echten Einblick in das Unternehmen bekommen.

Differenzierung je nach Zielgruppe: Azubis wollen anders angesprochen werden als Seniors

Eine gute Karriereseite orientiert sich an den Informationswünschen derer, die die Webseite besuchen. Am besten unterscheidet man auf der Karriereseite nach Möglichkeit zwischen den verschiedenen Bewerbergruppen. Unternehmen sollten für sich festlegen, wen sie ansprechen möchten und müssen herausfinden, was diese Menschen von Arbeitgebern erwarten und was sie interessiert. Ein erster Schritt ist dabei, mit eigenen Beschäftigten, die diesen Gruppen angehören, zu sprechen. Junge Auszubildende wollen anders angesprochen werden als Personen mit langjähriger Berufserfahrung. Bewerberinnen und Bewerber wünschen sich ganz konkrete Informationen. Also gilt es, umfänglich und detailliert Auskunft zu geben– mit so wenig Text wie nötig und so viel Bild, Grafik und Video wie möglich. 

Einfacher Bewerbungsprozess ist das A und O

Der Bewerbungsprozess selbst sollte so einfach wie möglich („One Click“) gestaltet werden. Benötigt man wirklich noch ein Anschreiben? Vielleicht reicht es, wenn die oder der Interessierte Name und Telefonnummer hinterlässt, und das Unternehmen meldet sich beim Interessenten. Oder man integriert ein Online-Bewerbertool auf der Karrierewebseite. So ist eine Bewerbung in wenigen Minuten möglich und die erste Hürde genommen. Der Bewerbungsprozess sollte transparent auf der Karrierewebseite beschrieben werden: Wie kann man sich am besten bei diesem Unternehmen bewerben? Wie sieht der Prozess genau aus? Es sollte immer eine Ansprechperson genannt sein und Nähe erzeugt werden, indem man ein freundliches Bild der Person neben den Kontaktmöglichkeiten platziert. Informationen, wann und über welchen Kanal die Ansprechperson erreichbar ist, gehören dazu.

Intuitives Menü ist wichtig für das technische Gelingen einer Bewerber*innen-Seite

Und dann ist da noch die technische Seite und Navigation: Die Basis für eine gelungene Karriereseite ist ein eingängiges und intuitives Menü. Nur wenn die Webseite übersichtlich und eine klare Struktur zu erkennen ist, gelangen Bewerberinnen und Bewerber an die für sie relevanten und passenden Inhalte. Die Menüleiste soll präsent auf der Startseite ersichtlich sein und sich farblich von dem Seitendesign abheben. Um es Besucherinnen und Besuchern der Webseite einfacher zu machen, ist es sinnvoll mit Unterseiten zu arbeiten. Zum Beispiel unter der Rubrik „Berufe“ die verschiedenen Berufsgruppen verorten. Dringend notwendig: Eine Karriereseite muss für mobile Geräte wie Smartphone oder Tablet optimiert sein und kurze Ladezeiten haben. Um im Internet gefunden zu werden, ist es wichtig, die Karriereseite und die dort angebotenen Stellenausschreibungen suchmaschinenoptimiert zu gestalten. Die Suchmaschinenoptimierung (SEO) bedeutet, dass die Inhalte einer Webseite so angepasst werden, dass die Sichtbarkeit bei Suchmaschinen, wie zum Beispiel Google oder Bing erhöht wird und die Webseite gefunden wird. Und da Mitarbeiterempfehlungen und Social Media immer mehr an Bedeutung gewinnen, sollte man unbedingt auch die Möglichkeit integrieren, Stellen per E-Mail oder Social Media zu teilen.

Checkliste Ausgestaltung und Inhalte: Karrierewebseite.pdf (kofa.de)

Checkliste Navigation und Technik: Karriereseite.pdf (kofa.de)

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Zur Autorin Zuzana Blazek:

Seit 2006, nach ihrer Tätigkeit als Journalistin und Redakteurin bei der Deutschen Welle Bonn, arbeitet Zuzana Blazek im Institut der deutschen Wirtschaft. Sie ist heute Senior Researcherin im Kompetenzfeld Berufliche Qualifizierung und Fachkräfte und im Projekt „Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung - KOFA“ tätig. Ihre Schwerpunktthemen sind Employer Branding, (virtuelle) Führung, Strategische Personalarbeit, Resilienz und Stellenbesetzung der Zukunft. Sie hält zu diesen Themen bundesweit Vorträge, führt Workshops durch und schreibt Beiträge für Fachzeitschriften und andere Medien. Zuzana Blazek lehrte u. a. an der ISM, EUFH Medica und Hochschule Fresenius Employer Branding, Resilienz im BGM, Personalentwicklung und Personalmanagement. Sie ist ausgebildeter Systemischer Business-Coach (2014).

Teaserfoto: © Adobe Stock/olly

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