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Gen Z: Wie karrierebewusst ist die nächste Generation?

Seit die Zahlen zur Bundestagswahl vorliegen und sich unter den Erstwähler*innen ein deutlich abweichendes Wahlverhalten zeigt, wird verstärkt über die Generation Z, also die Geburtskohorte zwischen 1997 und 2010, diskutiert. Jobvalley, eine digitale Plattform rund um flexible Jobs für Studierende und Absolvent*innen, und das Department of Labour Economics der Maastricht University haben dies zum Anlass genommen, um ein Stimmungsbild unter Deutschlands Studierenden zum Thema „Karriere-Erwartungen” einzuholen.

Zur Studiengrundlage: Befragt wurden 12.000 Studierende im März und April 2021. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer*innen liegt bei 24,7 Jahren.

Das sind die Ergebnisse im Überblick:

 ● Führungspositionen: Mehr als die Hälfte der Studierenden hat das Ziel, eine Führungsposition zu erreichen. Allerdings sind männliche Studierende hier deutlich ambitionierter als Studentinnen (67,6 Prozent zu 55,2 Prozent).

● Gehalt: Die Gehaltserwartung von Studentinnen und ihren männlichen Kommilitonen geht deutlich auseinander: Männer erwarten bis zu 20 Prozent mehr – in derselben Zielbranche und mit dem gleichen Studienhintergrund.

● Karriere und Partnerschaft: Männliche Studierende würden eher für ihre/n Partner*in berufliche Rückschritte in Kauf nehmen als Studentinnen (52,2 Prozent zu 36,9 Prozent). Die Mehrheit der Studierenden hat kein Problem damit, wenn ihr/e Partner*in beruflich mehr Erfolg hat als sie selbst.

● Diskriminierung im Beruf: Viele Studierende fürchten Nachteile im Beruf aufgrund ihres Geschlechts, ihrem ethnischen Hintergrund oder ihrer sexuellen Orientierung.

Generation Z kennt ihren Marktwert

„Die jungen Leute wissen: In den nächsten Jahren werden enorm viele Arbeitskräfte aus dem Arbeitsleben ausscheiden, und es kommen zu wenige nach. Bis zum Ende des Jahrzehnts werden wir acht Millionen Menschen haben, die aufgrund des demografischen Wandels aus dem Erwerbsleben ausscheiden – immerhin 18 Prozent der Berufstätigen. Dementsprechend verschiebt sich das Machtverhältnis. Gut qualifizierte, junge Menschen können sich ihren Arbeitgeber aussuchen, früh Verantwortung übernehmen und auf der Karriereleiter schneller große Sprünge machen – und viele von ihnen wollen genau das”, so Eckhard Köhn, CEO jobvalley.

Gehaltserwartungen: Männer rechnen mit 20 Prozent mehr

Die Zahlen zeigen auch, dass ein erfolgreicher Partner bzw. eine erfolgreiche Partnerin für die meisten Studierenden kein Problem darstellt. Für den Partner berufliche Rückschritte in Kauf zu nehmen, kommt auch für mehr als die Hälfte der Studenten in Betracht – Studentinnen sind hier kritischer: Rund 63 Prozent würden für den bzw. die Partner*in die Karriere nicht zurückstellen. Gehaltserwartungen: „Bei der Frage nach dem Gehalt zeigt sich vor allem eines: männliche Studierende gehen deutlich selbstbewusster an das Thema heran. Ihre Gehaltserwartungen übersteigen die ihrer Kommilitoninnen im Laufe des zukünftigen Berufslebens um bis zu 20 Prozent. Wir sprechen hier von bereinigten Werten. Ein Student beispielsweise im Fach Maschinenbau, der später als Ingenieur in der Automobilbranche tätig werden will, malt sich also deutlich mehr Gehalt aus, als eine Studentin aus demselben Studienfach und derselben Zielbranche. Das kann an einer etwaigen Selbstüberschätzung der Studenten liegen oder an einer zu pessimistischen oder realistischen Erwartung der Studentinnen. Ich würde jeder Studentin empfehlen, hier gleichzuziehen – erkennt euren Wert! In einer fortgeschrittenen Verhandlung später mehr zu verlangen ist deutlich schwieriger, als ein Angebot anzunehmen, dass unter der eigenen, aber bewusst etwas zu hohen, Forderung lag”, so Köhn.

Gleichberechtigung: Hier gibt es noch Luft nach oben

Zur Angst vor Diskriminierung sagt Köhn: „Noch nie wurde (notwendigerweise) so viel über Gleichberechtigung im Beruf und anderen Aspekten des Lebens diskutiert. Es hat sich schon einiges getan, aber bei Weitem noch nicht genug. Es gibt noch immer große Ängste unter den jungen Menschen, allein aufgrund ihres Geschlechts, ihrem ethnischen Hintergrund oder ihrer sexuellen Orientierung benachteiligt zu werden. Diese Ängste müssen wir ernst nehmen, aktiv Hürden abbauen und jegliche Form der Diskriminierung bekämpfen.“

Die Studienergebnisse sind hier abrufbar.

Quelle: Jobvalley

Teaserfoto: © Adobe Stock/Seventyfour

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