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Fachkräftemangel – und nun? Folge 4: Trends im Recruiting

Die Fachkräfteengpässe haben stark zugenommen. Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften ist inzwischen das größte Hemmnis für die wirtschaftliche Aktivität der Unternehmen. In vielen Regionen und begehrten Berufen können sich Fachkräfte heute ihren Arbeitgeber aussuchen. In unserer Serie „Fachkräftemangel – und nun?“ beleuchtet Zuzana Blazek vom Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) Möglichkeiten, wie Unternehmen sich im „war for talents“ von der Konkurrenz abheben.

Mit Arbeitnehmer*innen, die zunehmend auch aus jüngeren Generationen stammen, verändert sich das Wertegefüge in Unternehmen. War es früher der Dienstwagen, der für Bewerber*innen reizvoll war, ist es heute das Umweltbewusstsein eines potenziellen neuen Arbeitgebers.

Diese vier Trends sind aktuell zu beobachten:

1) Influencer Marketing

Influencer Marketing ist weiter im Kommen. Laut der Studie „Recruiting Trends 2020“ nutzt oder plant jedes zehnte Unternehmen den Einsatz von Influencerinnen und Influencern, um die Arbeitgeberattraktivität zu steigern. Junge Zielgruppen können mit Influencerinnen und Influencern besser erreicht werden als mit traditionellen Kommunikationsmaßnahmen.

Allerdings gilt es hier, achtsam zu sein: Der Einsatz von Influencerinnen und Influencern kann auch negative Folgen haben, die von schlechten Kommentaren bis hin zum Shitstorm reichen können. Vor Beginn der Zusammenarbeit gilt es also dringend, rechtliche und moralische Aspekte gut zu prüfen und zu besprechen. Eine Alternative zu externen Bloggerinnen und Bloggern, Youtuberinnen und Youtubern und Instagramerinnen und Instagramern sind eigene Social-Media-affine Mitarbeitende, die über ihre Arbeit und ihren Arbeitgeber berichten.

2) Umweltbewusstsein

Studien zeigen es: Immer mehr Menschen ist es wichtig, wie ihr Arbeitgeber zu Umweltfragen steht. Für viele gehört das Umweltbewusstsein eines Unternehmens zu den wichtigsten Anreizen, wenn es um einen Jobwechsel geht. Wie sieht es aus mit einer nachhaltigen Energieversorgung und Produktionsweise? Wie wird Umweltbewusstsein im Unternehmensalltag gelebt? All das nimmt an Bedeutung zu, wenn man Mitarbeitende gewinnen möchte.

3) Sicherheitsbedürfnis

Bereits in älteren Studien, wie der Shell-Studie 2019, wurde deutlich, dass die „Generation Z“ ein ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis hat. Nach den Erfahrungen, die junge Menschen nun aufgrund der Corona-Krise gemacht haben, ist zu erwarten, dass dieses Sicherheitsbedürfnis noch weiter steigen wird. Für Unternehmen bedeutet das, dass Angebote hoch attraktiv sind, die dieses Sicherheitsbedürfnis befriedigen: Übernahmegarantien, unbefristete Arbeitsverträge und Versicherungsleistungen, sind nur ein paar Beispiele.

4)  Wohlfühlumgebung

„Wohlfühlumgebung“: Dabei geht es nicht unbedingt um „sich zu Hause“ fühlen. Junge Menschen wünschen sich sogar vermehrt eine Trennung von Arbeits- und Privatleben. Es geht um den Wunsch, in einem angenehmen Betriebsklima zu arbeiten – einem Klima, in dem man als Person sowie mit seinen Leistungen gesehen und wertgeschätzt wird. Eine positive Unternehmenskultur hat also eine hohe Anziehungskraft.

 

Zur Autorin Zuzana Blazek:

 

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Seit 2006, nach ihrer Tätigkeit als Journalistin und Redakteurin bei der Deutschen Welle Bonn, arbeitet Zuzana Blazek im Institut der deutschen Wirtschaft. Sie ist heute Senior Researcherin im Kompetenzfeld Berufliche Qualifizierung und Fachkräfte und im Projekt „Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung - KOFA“ tätig. Ihre Schwerpunktthemen sind Employer Branding,

                                                                                                                                                                 

Hier geht's zu Folge 3Folge 2 und zu Folge 1 der Artikelreihe.  

 

Teaserfoto: © Adobe Stock/rudall30

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