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PwC-Studie: Wo junge Menschen die besten Chancen haben

„Im Durchschnitt haben wir fast wieder das Niveau des Vorkrisen-Jahres 2006 erreicht“, sagt Petra Raspels, die in der Geschäftsführung den Bereich Human Capital bei PwC Deutschland verantwortet.

Allerdings gibt es große Unterschiede. Während in Deutschland nur neun Prozent der 20- bis 24-Jährigen weder am Berufsleben teilnehmen noch darauf hinarbeiten – etwa durch ein Studium oder eine Ausbildung –, sind es in Italien 34 Prozent. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 16,7 Prozent, das bedeutet jeder Sechste ist betroffen.

Diese sogenannte NEET-Quote („not in education, employment or training“) ist einer von acht Indikatoren, die in den „Young-Workers-Index-Score“ von PwC einfließen. In der Gesamtabrechnung hat Deutschland in diesem Jahr mit 65,7 von 100 Punkten den drittbesten Wert hinter der Schweiz und Island erreicht. Italien belegt mit 13,8 Punkten den letzten Platz des Rankings – noch deutlich hinter Spanien und Griechenland.

Hohe Risiken für schlecht Ausgebildete
Darüber hinaus zeigt die Studie, dass für viele junge Menschen die Risiken steigen. Denn Digitalisierung und Automatisierung dürften Produktivität und Wohlstand zwar erhöhen. Aber daran werden nicht alle partizipieren. „Unserer Analyse zufolge dürften in den nächsten 15 Jahren je nach Land bis zu 40 Prozent der Jobs junger Arbeitskräfte wegfallen“, warnt Raspels.

In Deutschland sind laut PwC-Studie 38 Prozent der Jobs bedroht. Besonders hart treffen dürfte der technologische Wandel junge Menschen mit schwachem sozioökonomischen Hintergrund: Sie sind im Durchschnitt schlechter ausgebildet und arbeiten überproportional häufig in Branchen mit hohem Automatisierungspotenzial wie dem Handel, dem Transport oder dem verarbeitenden Gewerbe.

Dagegen sind die sozial Schwachen in Gruppen unterrepräsentiert, die gut für die Zukunft gewappnet sind – allen voran Hochschulabsolventen und Arbeitskräfte mit „MINT“-Kompetenzen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik).

Nachwuchsförderung kurbelt Wirtschaft an

Allerdings kann die öffentliche Hand gegensteuern. „Eine Option ist, Beratungs- und Trainingsprogramme für Berufsanfänger und schlecht ausgebildete Jugendliche entschlossen zu unterstützen“, sagt Raspels. Besonders wichtig sei, die Initiativen eng mit der Wirtschaft vor Ort abzustimmen.

Nach Berechnungen von PwC birgt eine gezielte Förderung junger Arbeitskräfte erhebliches Wachstumspotenzial: Sollte die NEET-Quote in der gesamten OECD auf den deutschen Wert von neun Prozent sinken, dürfte das die Wirtschaftsleistung auf lange Sicht um 1,2 Billionen Euro erhöhen – mindestens.

„Das ist eine konservative Schätzung auf Basis des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf“, sagt Raspels. „Nicht berücksichtigt haben wir etwaige Produktivitätssteigerungen, die zum Beispiel dadurch entstehen können, dass junge Arbeitskräfte besonders engagiert ans Werk gehen.“

Quelle: PwC