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Nachhaltigkeit: Ein Beitrag fürs (Betriebs-)Klima

76 Prozent der Deutschen ist es wichtig, dass Nachhaltigkeit bei ihrem Arbeitgeber einen hohen Stellenwert hat. Fast jeder Zweite würde bei einem Jobwechsel gezielt nach einem nachhaltigen Unternehmen suchen und jeder Dritte würde dafür sogar auf Geld verzichten. Zu diesem Ergebnis kommt die Jobplattform Stepstone. Dieser Trend zeigt eindeutig: Das Thema erobert inzwischen nicht mehr nur die Generation Greta, es ist auch für ältere Arbeitnehmer*innen relevant.  

Auf dem Arbeitsmarkt weht ein frischer Wind. Ein abgasfreier. Ein klimaneutraler. Wer als Arbeitgebender bei potenziellen Bewerber*innen punkten möchte, der wedelt nicht großzügig nur mit Geldscheinen oder verspricht den dicken Mercedes vor der Haustür. Wer heute vor allem junge Talente in sein Boot holen möchte, der nutzt Solarenergie, bietet ein Jobrad oder arbeitet komplett papierlos.  

Ein paar Gedankenanstöße, wie mehr Nachhaltigkeit im Arbeitsalltag gelingen kann.

#1: Ernsthaftigkeit statt „Greenwashing“

Trends haben oft einen negativen Beigeschmack: Sie führen dazu, dass Menschen auf den Zug aufspringen, ohne sich ernsthaft mit der Thematik auseinanderzusetzen. Dabei statt wirklich dafür sein, lautet die Devise. Aktuell verkaufen sich dementsprechend viele Arbeitgebende als „grün“, beispielsweise, weil sie umfangreich digitalisieren. Dass die Digitalisierung aber kein Synonym für Nachhaltigkeit ist, sondern im Gegenteil Energie und Ressourcen auffrisst, ignorieren sie. Fakt ist: Eine normale E-Mail verursacht zehn Gramm Kohlenstoffdioxid. Das entspricht in etwa der Klimabilanz einer Plastiktüte. Digitalisierung allein ist also kein Garant für Umweltschutz, kann aber dennoch ihren Beitrag leisten. Zum Vergleich: Ein postalischer Brief schädigt das Klima mit circa 20 Gramm Kohlenstoffdioxid. Nur wer die Digitalisierung in den Gesamtkontext eines nachhaltigen Unternehmenskonzepts setzt, sollte sie als Argument anbringen.

Tipp: Bevor Sie als Arbeitgebender mit Nachhaltigkeit werben, sollten Sie sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen. Leitgedanke sollte nicht sein, sich als umweltfreundliches Unternehmen zu verkaufen – rein aus Recruiting-Zwecken. Sie wollen wirklich einen Beitrag zum Klimaschutz leisten? Dann dürfen Sie das natürlich auch potenziellen Bewerber*innen sagen.

Mehr Hintergrundinformationen zum Thema Digitalisierung und Umwelt finden Sie hier.

# 2: Einfach mal anfangen – mit den richtigen Corporate Benefits zum Beispiel

Nachhaltigkeit umfasst mehr als nur den ökologischen Fußabdruck. Wer sich als nachhaltiger Arbeitgebender präsentiert, dem geht es um zwei weitere Säulen: um ökonomisches und soziales Engagement. Und der möchte, dass seine Mitarbeiter*innen gesund bleiben.

Corporate Benefits können hier ein geeigneter Ansatzpunkt sein, um

1) Mitarbeiter*innen fit zu halten,

2) den ökologischen Fußabdruck nachhaltig zu gestalten.

Stichwort ist hier das Dienstfahrrad. Mehr als drei Millionen Menschen nutzen zum Beispiel das Leasingmodell des Anbieters JobRad. Tendenz steigend. Der Staat fördert das Dienstfahrrad. Stellt der Arbeitgeber ein solches erstmals im Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis Ende 2030 zur Verfügung, gibt es bei einer Entgeltumwandlung eine Steuervergünstigung. 2019 mussten Nutzer*innen nur den halben Bruttolistenpreis als geldwerten Vorteil versteuern. Seit 2020 sinkt die Bemessungsgrundlage sogar dauerhaft auf ein Viertel des Listenpreises – sprich auf 0,25 Prozent. 

Aber auch kostenloses Obst aus der Region kann ein Anreiz für Arbeitnehmer*innen sein, sich im Büro gesünder zu ernähren. Vitamine als Corporate Benefit sind beliebt. Gleiches gilt für Vergünstigungen im Fitnessstudio. Oder für das übriggebliebene Essen, das Unternehmen an Mitarbeiter*innen kostenlos nach Firmenveranstaltungen verteilen, um nichts wegwerfen zu müssen.

Tipp: Machen Sie sich Gedanken, welche Angebote zu Ihren Mitarbeiter*innen passen. Corporate Benefits sind ein gutes Mittel, um nachhaltige Ideen in die Realität umzusetzen. Und um als Arbeitgeber attraktiver zu werden – nach innen und außen.

# 3: Von Licht mieten bis hin zu Coworking-Spaces

Mülltrennung, Pflanzen im Büro, bienenfreundlich gestaltete Außenflächen – auch das sind Konzepte für mehr Nachhaltigkeit im betrieblichen Alltag. Wer beispielsweise helle Büromöbel wählt, spart auf lange Sicht Licht und damit Strom. Wenig bekannt: Licht mieten statt kaufen. Dabei erstellen Anbieter ein auf die Firma optimiertes Beleuchtungskonzept. Der Kunde zahlt nur für das Licht, nicht für die Lampen. Ähnlich wie beim Carsharing gibt es auch Modelle, sich Büroflächen zu teilen. Sogenannte Coworking-Spaces sind gerade im Hinblick auf den Siegeszug des Homeoffices interessant: Warum also Platz verschenken statt ihn an Externe zu vermieten?

Tipp: Es muss nicht gleich die komplette Solaranalage auf dem Firmendacht sein. Es gibt bereits viele kleine Schrauben, an denen Betriebe für mehr Nachhaltigkeit drehen können.

# 4: Das papierlose Büro

Wie schon erwähnt, ist die Digitalisierung nicht das Allheilmittel. Aber sie kann zu einem nachhaltigen Gesamtkonzept beitragen. Stichwort: Papiersparen. Muss wirklich jede Email ausgedruckt werden? Müssen Mitarbeiter*innen für die interne Kommunikation überhaupt den elektronischen Versand verwenden? Oder können Sie Dinge auch auf dem kurzen Weg – und damit CO2-neutral – am Schreibtisch des Kollegen klären? Und macht es Sinn, Inhalte in einem digitalen System zu archivieren, statt in physischen Ordnern? Muss die Marketing-Abteilung wirklich ein Printmailing an potenzielle Kunden versenden?

All das sind Fragen, die sich Unternehmen stellen sollten.

Tipp: Wenn Dokumente wirklich gedruckt werden müssen, dann am besten auf Recyclingpapier. Außerdem sind natürliche Farben umweltfreundlicher als Druckerfarben auf Erdölbasis.

Fazit: Weil auch schon kleine Schritte zählen

Bereits kleine Schritte können den Fußabdruck ökologischer machen. Nachhaltigkeit ist letztlich eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Und wie uns Naturkatastrophen zeigen: In Sachen Klimawandel scheint es kurz vor zwölf zu sein. Egal, welchen Beitrag wir also zu mehr Umweltfreundlichkeit leisten, es wird nie einer zu viel sein. Gleiches gilt in Sachen Mitarbeitergewinnung und –bindung: Wer das Thema wirklich ernst nimmt, überzeugt nachhaltig in Sachen (Betriebs)-Klima.

Autor: P. Kinzel

Foto: AdobeStock/Vasyl