Startseite » News » Väter möchten mehr Verantwortung übernehmen

Väter möchten mehr Verantwortung übernehmen

Bei der Kindererziehung wünschen sich die meisten Väter eine gleiche Aufgabenteilung. Positive Entwicklungen beim Elterngeld zeigen, dass es ihnen ernst ist. Gleiche Verdienstchancen durch eine ähnliche Berufswahl und genügend Betreuungsmöglichkeiten können außerdem für eine gerechtere Aufgabenteilung sorgen.

1 Min. Lesezeit
Foto: ©AdobeStock/Halfpoint

Bei der Kindererziehung wünschen sich die meisten Väter eine gleiche Aufgabenteilung. Positive Entwicklungen beim Elterngeld zeigen, dass es ihnen ernst ist. Gleiche Verdienstchancen durch eine ähnliche Berufswahl und genügend Betreuungsmöglichkeiten können außerdem für eine gerechtere Aufgabenteilung sorgen.

War Kindererziehung lange Zeit fast ausschließlich Frauensache, wollen sich die Väter heutzutage mehr engagieren. 55 Prozent der Männer mit Kindern unter zehn Jahren wollen die Hälfte der Betreuung übernehmen, 23 Prozent sogar den größeren Anteil. Dass ihr Anteil tatsächlich bereits bei mindestens der Hälfte liegt, meinen immerhin 49 Prozent der Väter. Die Mütter sind hier allerdings kritischer und sehen dies nur in 13 Prozent der Fälle erfüllt. Dies geht aus einer Umfrage des IfD Allensbach hervor.

Väter nehmen mehr Elternzeit in Anspruch

Dass es den Vätern mit der Kinderbetreuung ernst ist, zeigt sich beim Elterngeld: Nutzten dies bei den im Jahr 2008 geborenen Kindern knapp 21,2 Prozent, waren es bei 2018 geborenen Kindern mit 42,1 Prozent bereits nahezu doppelt so viele. Ein weiterer Anstieg zeichnet sich ab. Allerdings nehmen die meisten Väter bisher lediglich die Partnermonate in Anspruch und überlassen den Rest den Müttern. Durchschnittlich bezogen Väter nur 3,3 Monate Elterngeld bei 2018 geborenen Kindern. Ein Grund: In Deutschland finden sich noch immer häufig Paare, bei denen Männer besser verdienen – nach der ersten Elternzeit klafft die Lücke noch größer.

Damit das Einkommen weniger stark abweicht, wünscht sich die Hälfte der Väter, dass sich die Arbeitszeiten beider Elternteile um höchstens zehn Stunden unterscheiden. Dies setzt allerdings ausreichend Betreuungskapazitäten in Kindertagesstätten voraus. IW-Berechnungen zeigen aber, dass 2020 bundesweit rund 340.000 Kitaplätze für Kinder unter drei Jahren fehlten. Seitdem dürfte sich die Lage kaum entspannt haben.

Einkommen entscheidend für gerechtere Aufgabenteilung

„Für eine gerechtere Aufgabenteilung ist es wichtig, dass es in Zukunft für möglichst viele Paare in Deutschland keinen maßgeblichen finanziellen Unterschied mehr macht, wer am Arbeitsmarkt kürzertritt“, sagt IW-Ökonom Wido Geis-Thöne. „Mit Blick auf die Karriere- und Einkommensperspektiven bietet etwa der MINT-Bereich gute Chancen.“ Frauen sind hier nach wie vor stark unterrepräsentiert: Laut aktuellem MINT-Report lag deren Anteil in MINT-Berufen zuletzt bei 15,6 Prozent.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft

Andere interessante News

Eine Zickzack-Kurve vor dem Meer

Auf Datenwellen surfen und nicht darin ertrinken

Die Unternehmen wandeln sich, die Mitarbeiterschaft wird komplexer und der Gesetzgeber entwickelt permanent neue Regularien. So behalten Sie den Überblick.

Markus Stier und Franz Langecker auf den HR & Payroll Tools Days 2026

So waren die 1. HR & Payroll Tools Days in Köln

Die HR & Payroll Tools Days 2026 brachten die HR- und Payroll-Branche in Köln zusammen. Ein Rück- und Ausblick auf ein gelungenes Event.

Frau hält Schild vor ihr Gesicht, auf dem No! steht

Im Prozess ist die Absage die Regel

Standardfloskeln, Ghosting und wochenlanges Schweigen: Eine aktuelle Studie deckt auf, wie Arbeitgeber mit schlechten Absagen ihre Arbeitgebermarke massiv beschädigen. Die Zahlen s...