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„United Nations of Internet“

Die Digitalisierung hat uns schon so vieles geliefert und gezeigt, was möglich ist. Vorstellbar wären doch auch ein globales „Worknet“, „Learnnet“ oder „Lifenet“. Eine Institution „United Nations of Internet“ könnte dafür das Management übernehmen und die Plattformen mitkoordinieren. Milliarden Menschen ziehen in die Städte, um ein besseres Einkommen und Teilhabe an der Zukunft zu haben.

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Zukunft
Foto: ©AdobeStock/pinkrabbit

Erinnern Sie sich noch, was vor 30 Jahren geschah? Bill Clinton wurde als 42. Präsident der Vereinigten Staaten in sein Amt eingeführt. Der erste massentaugliche Internet-Browser von Marc Andreessen und Eric Bina wurde entwickelt. Und in Solingen wurden fünf türkischstämmige Frauen und Mädchen bei einem Brandanschlag von Rechtsradikalen ermordet.

Vier Jahre nach dem Mauerfall standen die Themen Arbeits- und Lebenswelten noch nicht auf der großen Agenda der Gesellschaft. Aber im Silicon Valley waren die Träumer und Visionäre bereits unterwegs und machten sich Gedanken, wie man die Welt retten und verbessern könnte. Yahoo, Google, Facebook und das iPhone haben die Welt und unser Leben verändert. Vor dreißig Jahren herrschte Aufbruch- und keine Umbruchstimmung wie heute. Heute stellt sich uns allen die Frage: Wie rettest Du die Welt? Diese Frage durchdringt und beherrscht unseren Alltag. Wir können unserem schlechten Gewissen nicht mehr aus dem Weg gehen. Die Klimafrage und die Nachhaltigkeitsdiskussion begleiten uns ständig. Das gilt auch für Unternehmen. Ohne es genau beschreiben und verstehen zu können, stelle ich fest, dass die Welt nach Covid anders geworden ist. Und die Veränderung hält weltweit an. Wir wissen nicht, wer wirklich im Cockpit sitzt. Noch ist es keine KI.

Wir können nicht alles halten und steuern

Wir müssen akzeptieren, dass wir nicht immer alles verstehen können. Das gilt vielleicht auch für die Entscheidungen in den Unternehmen. Die Beschäftigten der Signa-Gruppe (z.B. Galeria) erleben das gerade hautnah. Und wenn der Automobilkonzern Ford in den USA sich entschließt, seine Forschungsdependance in Aachen abzubauen und das Thema in die USA zurückzuverlagern, dann bleiben viele Beschäftigte ratlos zurück. Trotzdem lohnt es sich, um jeden Arbeitsplatz zu kämpfen. Dabei geht es gar nicht darum, den Status quo zu erhalten. Es geht um die Menschen, die betroffen sind, die ihre Arbeit und ihr Einkommen verlieren.

Wie könnten alternative Lösungen, Aufgaben, Arbeitsplätze und Tätigkeitsfelder aussehen? Wir dürfen die Zukunft nicht als reinen Zufall sehen. Wir können sie mitgestalten. Das zeigt uns gerade die Klimabewegung. Was haben wir in den letzten 30 Jahren aus der Entwicklung der Wirtschaft, der Gesellschaft und der Welt gelernt? Reichen die Brückenkonstruktionen, um die Härten abzufedern? Die Strukturen unserer Arbeitswelt und die „Denke“ dazu stammen aus dem Industrie- und Kolonialzeitalter. Haben wir – erzwungen durch Corona – nicht gerade begonnen, uns von den klassischen Arbeitsplätzen zu lösen? Wie könnte diese Entwicklung weitergehen? Draußen in der Welt gibt es unzählige Menschen mit Visionen und dem Wunsch nach gleichberechtigter Teilhabe.

Die Digitalisierung hat uns schon so vieles geliefert und gezeigt, was möglich ist. Vorstellbar wären doch auch ein globales „Worknet“, „Learnnet“ oder „Lifenet“. Eine Institution „United Nations of Internet“ könnte dafür das Management übernehmen und die Plattformen mitkoordinieren. Milliarden Menschen ziehen in die Städte, um ein besseres Einkommen und Teilhabe an der Zukunft zu haben. Gute Netze bis in den letzten Winkel der Welt könnten die Fluchtbewegungen senken. Die junge Generation auf der ganzen Welt ist bestens vernetzt. Für sie ist das Internet ein Segen. Es kennt keine Mauern und Grenzen.

Wer in der Welt unterwegs ist, spürt wie die Menschen überall nach Einkommensmöglichkeiten und Perspektiven suchen. Verzweiflung und fehlende Alternativen treiben viele in die Gefolgschaft radikaler politischer und religiöser Bewegungen. Wenn wir den Rohstoff liefernden Ländern helfen, ihre Rohstoffe selbst zu verarbeiten, beginnen wir zu entkolonialisieren. Wir schaffen Arbeitsplätze vor Ort und eine gerechtere Welt. Und wir müssen uns Gedanken über die Wirtschaft der Zukunft bei uns machen.

Serviceorientierte Gesellschaft

Eine bessere Welt ist möglich. Seit 35 Jahren bin ich als Redakteur im Personalbereich unterwegs. In den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts war das Personalwesen ein Mäuschen in den Unternehmen. Heute ist es ein respektierter Partner. Schreiben Sie mir, wie Sie sich die Rolle von HR in der Zukunft vorstellen an langecker@datakontext.com. HR hat sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zu einer beeindruckenden Servicelandschaft entwickelt. Das hätte man sich vor 35 Jahren nicht träumen lassen. Viele engagierte Menschen haben dazu beigetragen, dass Visionen wahr wurden. Es lohnt sich, für eine bessere Welt zu kämpfen.

Franz Langecker

Franz Langecker

Chefredakteur HR Performance

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