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Think Big

Auch im neuen Jahr beweisen sich einmal mehr die alten HR-Trends, während das Hybride Arbeiten mittlerweile zum Alltag zählt. Das Vertrauen im Job spielt wieder eine wichtigere Rolle und Klimaschutz bleibt ebenfalls ein wichtiges Thema.

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©AdobeStock/Meeko Media

Zum Neuen Jahr gehört die Diskussion über neue Vorsätze. Was haben Sie sich privat und beruflich vorgenommen? Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit Ihren Plänen gemacht? Erzählen Sie uns von Ihren Träumen!

Schade, dass viele gute Ideen schon nach wenigen Wochen versanden. Dabei haben wir uns doch alle zum Jahreswechsel gegenseitig und uns selbst Vieles gewünscht. Und das Wünschen, oder sagen wir auch Träumen, hält das ganze Jahr über an. Vor fast genau 60 Jahren hielt Martin Luther King beim Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit seine berühmte Rede „I have a dream“ vor mehr als 200.000 Menschen. Diese Rede hat die Welt verändert. Viele Menschen arbeiten bis heute daran, diesen Traum Wahrheit werden zu lassen. Unsere Träume und Wünsche sind ein wichtiger Motor der Veränderung. Irgendwo zwischen VisionärIn und RealistIn finden wir uns alle. Vielleicht sind Sie mit Ihrem Auto ganz zufrieden, wie alt es auch immer ist. Visionäre präsentieren gerade auf der CES Messe in Las Vegas die Modelle von Morgen. Und über die eine oder andere Optimierung werden Sie sich in ihrem nächsten Auto bestimmt freuen.

HR-Herausforderungen und -Trends

Jede Personalabteilung kämpft mit den eigenen Herausforderungen. Diese ergeben sich aus den Zielen des Unternehmens und den Wünschen der Mitarbeiter. Durch die Pandemie haben wir alle gelernt, dass mehr möglich ist, als wir bisher geglaubt haben. Die Notwendigkeit hat die Arbeitslandschaft verändert.

Und die Praxis zeigt, dass es geht. Hybrides Arbeiten gehört inzwischen zum Alltag. „Coworking erobert die Dörfer“, lautete die Titelzeile eines Artikels im Kölner Stadt-Anzeiger (15. Dez. 2022). Außerhalb der großen Städte entstehen immer mehr geneinsam genutzte Büros. „Waren es vor drei Jahren noch etwa eine Handvoll, habe sich die Zahl auf inzwischen mehr als 140 erhöht – laut Bundesagrarministerium ein Trend, der anhalte.“ Das spiegelt auch die wachsende Sensibilität der jungen Generation für Natur und Umwelt wieder. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung unter über 1200 Arbeitnehmern verschiedener Branchen nannten 49 Prozent Nachhaltigkeit als wichtiges Ziel. Bei einer Vergleichsbefragung im Dezember 2020 lag dieser Wert noch 12 Prozent niedriger. Das neue Lieferkettengesetz dürfte einen weiteren wichtigen Beitrag leisten, Nachhaltigkeit und menschenwürdiges Arbeiten in den Mittelpunkt der Unternehmen zu stellen und in den Köpfen zu verankern.

Nach der Globalisierungseuphorie der vergangenen Jahrzehnte beginnen sich die Verhältnisse umzukehren. Komplexe Outsourcing-Modelle und manche Lieferketten erweisen sich als schwierig. Die Pandemie, der Ukrainekrieg und der Klimawandel verändern die Verhältnisse radikal. Diese Herausforderungen kennen wir. Wir arbeiten daran, sie zu meistern. Und die alten „HR-Megatrends“ bestehen weiter: Ausbau der Digitalisierung in unterschiedlichen Bereichen, Entwicklung einer wissensbasierten Organisation, Stärkung von Diversity, Gleichheit und Inklusion, „Aufqualifizierung“ der Mitarbeiter, Förderung der körperlichen und geistigen Gesundheit bei der Arbeit, Mehrwert schaffen durch People Analytics und den Fachkräftemangel meistern.

Zukunftsskill Vertrauen

Khadija Ben Hammada hat Anfang diesen Monats die Aufgabe des Chief HR Officer beim Chemie- und Pharmaunternehmen Merck übernommen. Sie trat bereits 2010 in das Unternehmen ein und hatte seitdem unterschiedliche Positionen in verschiedenen Weltregionen inne. Merck beschäftigt laut eigener Angabe aktuell über 60.000 Mitarbeiter. Sie sagt über ihren Weg: „Mein einziger Plan war es, Dinge gut zu machen, so viel wie möglich zu lernen und Spaß zu haben.“ Das Vertrauen, das die Firma ihr entgegenbracht hat, will sie auch den Mitarbeitern entgegenbringen. Das heißt Raum lassen und Chancen bieten, damit sich die Beschäftigten entfalten können. Platz lassen für Visionen.

Das neue Jahr bietet viele neue Chancen. Das gilt auch für das Überwinden des Burn-outs. Die Zahl der Ausfalltage aufgrund psychischer Erkrankungen hat 2021 nach einer Analyse der Krankenkasse DAK einen Rekordwert erreicht. Und noch nie haben Menschen so oft nach Burn-out-Symptomen gegoogelt wie 2022. McKinsey hat fast 15.000 Mitarbeiter in 15 Ländern befragt. Ein Viertel der Befragten bestätigte, dass sie unter Burn-out-Symptomen leiden.

Ein „weiter so“ kann nicht die Vision für 2023 sein. Dass wir immer wieder scheitern, wissen wir. Und wenn wir Fehler machen, sollten es nicht immer die gleichen sein. Aber am Vertrauen sollten wir nicht sparen. Das fängt bei den Kindern in der Familie an und gilt für die Zusammenarbeit und den -halt in den Unternehmen.

Der Wunsch, der Traum vieler junger Menschen, den Klimawandel zu stoppen, kollidiert mit den herrschenden wirtschaftlichen Interessen. Wir kennen zwar Menschenrechte, aber Tier- und Naturrechte haben nicht den Stellenwert in unseren Gesetzbüchern. Der Mensch ist und bleibt das Primat. Noch können bei uns Flüsse und Wälder nicht gegen die Menschen klagen. Warum eigentlich nicht? Seit zweieinhalb Jahren leben Klimaaktivisten in dem kleinen Weiler Lützerath in NRW. Sie sind unzufrieden mit den hiesigen Klimazielen und -aktivitäten. Wir alle erleben den Klimawandel persönlich und lesen tagtäglich über die globalen Konsequenzen. Viele Menschen, nicht nur die jungen fordern ein stärkeres Handeln und einen entschiedeneren Einsatz für den Erhalt der Natur.

Die Besetzer von Lützerath wollen verhindern, dass der Weiler von RWE abgebaggert wird. Sie kämpfen für ihren Traum, stellvertretend für viele. Aus 14 Bundesländern beteiligen sich Polizeieinheiten mit Pferden, Hunden und Wasserwerfern an der Räumung. Für die Polizei und die beteiligten Räumungsfirmen gestaltet sich die Vertreibung der Besetzer in diesen Tagen zu einem logistischen Großprojekt. Ob es diesen Aufwand wert ist, die 200 m unter Lützerath liegende Kohle zu fördern, darf man sich fragen. Hier werden nicht nur Natur und der Traum vieler Menschen zerstört. Das könnte auch das Selbstverständnis unserer Gesellschaft in diesem Land erschüttern. Es wäre ein starkes Zeichen für dieses Land und seine Menschen, wenn die Politik und RWE von der Räumung abließen. Mit einem Phyrrussieg ist Niemandem gedient.

Franz Langecker

Chefredakteur HR Performance

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